Al Amin Rmadan trainiert normalerweise in einer Kampfsportschule in Lünen. © Timo Janisch
Kickboxen

Selmer Kickboxer könnte bei der Weltmeisterschaft eine kleine Sensation schaffen

2019 ist Kickboxer Al Amin Rmadan, der zumeist in Lünen trainiert, der WM-Sieg gelungen. Nun will er seinen Titel verteidigen. Bis es soweit ist, stehen aber noch einige Dinge auf dem Plan.

Es könnte eine kleine Sensation geben bei der Kickbox-Weltmeisterschaft, die in knapp zwei Monaten im italienischen Jesolo stattfindet. Der Selmer Boxer Al Amin Rmadan holte bereits 2019 den Titel und das gerade einmal mit 21 Jahren. Keinem deutschen Athlet ist es bei den Erwachsenen schon in einem so jungen Alter gelungen, Weltmeister zu werden. Dieses Jahr steht nun die Titelverteidigung klar im Fokus. Doch bis dahin ist es noch ein langer, harter Weg für den Kickboxer.

Gerade erst aus einem Trainingslager in Köln, geht es für Rmadan nach einer kurzen Regenerationswoche direkt weiter Richtung Bayern in das nächste Trainingslager. Sieben bis acht Mal in der Woche trainiert der Selmer normalerweise, doch kurz vor der WM wurde das Pensum auf 15 bis 16 Einheiten erhöht.

Neben dem vielen Training steht aber auch noch die Gewichtsreduzierung an. Zehn Kilo hat Rmadan schon runter, sieben Kilo sollen in den kommenden Wochen noch folgen – ein enormer Kraftakt für den mittlerweile 23-Jährigen, der in der Lüner Kampfsportschule Tan Gun Sports trainiert.

Große Umstellung durch die Coronapandemie

Aufgrund der Corona-Pandemie muss der Kickboxer im Moment noch mehr an sich arbeiten, um auf den Stand von 2019 zu kommen. Zwar ist Rmadan durch seine Position im Nationalteam klar im Vorteil, doch es habe viele Wochen gegeben, in denen er allein trainiert hat. „Das war schon eine Umstellung, vor allem wenn kein Trainer da ist, der einen direkt auf Fehler hinweist“, erklärt er. Trotz alledem sei er fit und habe die Zeit gut genutzt.

Bevor es Richtung Italien geht, stehen noch zwei Testwettkämpfe an. Mitte September wird Rmadan zunächst bei der Deutschen Meisterschaft in Lünen antreten, um dann ein paar Tage später in Budapest ein weiteren Kampf zu bestreiten. Der Selmer Boxer schätzt, dass in Ungarn wohl auch einige WM-Teilnehmer mit dabei sein werden – ein erstes Aufeinandertreffen mit potenziellen Gegner also. Die Wettkämpfe sind für den 23-Jährige unheimlich wichtig, um zu schauen, wo er aktuell steht und woran er weiterhin arbeiten muss.

Kein Druck vor dem großen Kampf in Italien

Seine Gegner in den WM-Kämpfen kann Rmadan im Moment kaum einschätzen. Es werden neben ein paar bekannten Gesichtern aus dem Jahr 2019 auch neue Kickboxer mit dabei sein. Hinzu kommt die große Unwissenheit durch Corona. „Ich weiß gar nicht, welche Vorkehrungen es in anderen Ländern gab und wie die anderen trainiert haben“, erklärt er.

Davon lässt sich der Selmer Boxer aber nicht beirren. Auch wenn der Druck, den Titel zu verteidigen, schon ziemlich groß sei. Hinzu kommt, dass noch keinem deutschen Athleten dieser Coup zuvor gelungen ist. Al Amin Rmadan sieht sich aber durch seine relaxte Art klar im Vorteil. „Ich bin vom Typ her ein sehr entspannter Mensch und das nehme ich auch mit in den Kampf“, erklärt er. Für ihn gibt es in Italien nur einen Weg. Und der geht in Richtung WM-Sieg.

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