Rene Schickentanz (r.) kann sich hier gegen Maik Pohl (l.) von GS Cappenberg durchsetzen. © Ebmeier
Fußball

Stadt-Derby zwischen SG Selm und GS Cappenberg entwickelt sich zur einseitigen Angelegenheit

Das Duell der beiden A-Ligisten geht schnell in eine eindeutige Richtung. Nach dem Abpfiff sind aber beide Trainer eher unzufrieden mit den Leistungen ihrer Teams.

Zwei Fußball-A-Ligisten. Zwei Stadtrivalen. Zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten. Das Derby zwischen der SG Selm und GS Cappenberg zeigt erst richtig gute Ansätze und verflacht dann deutlich. Nach dem Seitenwechsel bleiben Chancen fast komplett aus – zum Unverständnis beider Trainer.

Wer sich nur die ersten Minuten des Selmer Duells angeschaut hatte, machte an diesem Freitagabend alles richtig. Beide A-Ligisten spielten munter nach vorne, zeigten nennenswerte Offensivaktionen und ließen auch den nötigen Kampf nicht vermissen. Spätestens mit dem ersten Tor für die favorisierten Selmer änderte sich dann aber das Blatt. Nach einem langen Pass von Mirco Kämper setzte sich Alexander Schwegler gut durch und traf mit etwas Glück zum 1:0.

Von da an waren die Gäste aus Cappenberg nahezu erstarrt und nahmen kaum noch am Spiel teil. „Ich muss erst einmal meine Gedanken sortieren. Ich kann gar nicht so richtig einordnen, was da gerade passiert ist“, sagte ein sichtlich enttäuschter GSC-Coach Pascal Harder. „Eigentlich haben wir ganz gut angefangen, aber dann einfach aufgehört Fußball zu spielen. Das war dann eher so: Ich schlag mal den Ball nach vorne und gucke, was passiert.“

Ganz anders spielte die SG auf und verdiente sich auch völlig zurecht das 2:0 nach etwa 25 Minuten. Dennis Dias erspitzelte sich den Ball vor der Cappenberger Verteidigung, passte auf Felix Schröder, der Schlussmann Bendix Wagner gut umkurvte und zum Treffer einschoss. „Es war genau das, was wir spielen wollten. Die erste Halbzeit war richtig gut“, lobt auch Mario Rast, Trainer der Selmer, der hier schon langsam anklingen ließ, dass er nach dem Seitenwechsel dann überhaupt nicht mehr zufrieden war.

Dabei dauerte es nur knapp 20 Sekunden nach dem Wiederanpfiff, als wiederum Schröder völlig freistehend aus 15 Metern über das Cappenberger Tor zielte und eigentlich genau da weitermachte, wo die SG mit einem Lattenknaller von Niklas Neumann kurz vor der Halbzeit aufgehört hatte. Doch danach stellte auch die Mannschaft in den grünen Trikots das Fußballspielen komplett ein.

Es entwickelte sich ein extrem müder Freitagskick, der nur ab und zu davon angeheizt wurde, dass einige Selmer im angrenzenden Vereinsheim das Führungstor und den gehaltenen Elfmeter von Schalke 04 in der Zweiten Liga bejubelten. „Das war in der zweiten Halbzeit überhaupt nichts. Damit können wir nur unzufrieden sein und wir müssen herausfinden, woran das lag“, so Rast, der zwar auch fünf Mal wechselte, aber das nicht als Ausrede für den fehlenden Spielfluss gelten lassen wollte.

Allerdings kam auch von den Gästen, die in der ersten Hälfte durchaus auch Chancen auf ihren ersten Treffer der diesjährigen Vorbereitung hatten, wenig bis gar nichts und so endete das einseitige Duell mit 2:0 für die SG. „Selm ist A-Ligist und damit auf dem Niveau, das wir unbedingt erreichen wollen und müssen. Wenn du allerdings überhaupt keinen Bock hast, einem Ball hinterher zu laufen, verlierst du auch gegen einen D-Ligisten oder eine Altherren-Mannschaft“, kritisierte Coach Harder deutlich.

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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