Jupp Ovelhey, Trainer beim SuS Olfen, vertritt eine klare Meinung. © Nico Ebmeier (A)
Fußball

Von „Darth Vader auf der Treppe“ bis „Motorradhelm“: Reaktionen zu Fußball mit Masken

Fußball mit Masken? Diesen Vorschlag gab es vor einem Jahr und könnte wieder aktuell werden. Die Meinungen der heimischen Fußballer gehen zu dem Vorschlag auseinander.

Die Amateurfußballligen hinken dem Zeitplan deutlich hinterher. Mittlerweile geht es nur noch darum, eine Halbserie zu absolvieren. Aber auch hier drohen die Corona-Beschränkungen den Planungen einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Jetzt gibt es aber Überlegungen, noch einmal über einen Vorschlag aus dem Frühjahr 2020 nachzudenken: Henning Wackerhage, Sportwissenschaftler von der TU München bringt den Vorschlag von vor fast einem Jahr wieder ins Spiel. Wie aber stehen die heimischen Vereine dazu? Wir haben nachgefragt.

Mario Plechaty, Trainer FC Nordkirchen: Ich arbeite den ganzen Tag mit einer Maske und bin der Meinung, dass man damit auch spielen kann. Wenn man damit wirklich eher anfangen kann und wenn es nur Training ist, fände ich das nicht schlimm und kann es mir gut vorstellen. Dauerhaft ist es aber schon sehr kompliziert, weil man schon sehr eingeschränkt ist als Fußballer. Ob dadurch im Meisterschaftsbetrieb die Leistung bei 100 Prozent sein kann, kann ich nicht beurteilen. Aber alleine den Trainingsbetrieb dadurch wieder eher aufnehmen zu können, wäre gut.

Jupp Ovelhey, Trainer SuS Olfen: FFP2-Masken sind relativ dicht. Damit Sport zu betreiben, halte ich für nicht geeignet. Man kann damit vielleicht einfache Dinge üben wie Passspiel. Aber alles, was ins Körperliche geht, ist mit Maske schwierig und unrealistisch. Dieser Vorschlag geht an der Realität vorbei. Wenn man allein die Treppe hochgeht, hört mich sich schon an wie Darth Vader. Das ist für mich weltfremd, zumal Fußball eher an hinterer Stelle kommt.

Patrick Roser, Sportlicher Leiter Westfalia Vinnum: Ich selbst laufe bei den Temperaturen mit einer Sport-Maske. Beim Laufen ist das einigermaßen okay. In einem Wettkampf finde ich aber, sollte man keine Maske tragen. Das stört beim Sport viel zu viel. Dann sollten wir lieber noch warten, bis es ohne Maske möglich ist.

Pascal Harder steht dem Vorschlag skeptisch gegenüber.
Pascal Harder steht dem Vorschlag skeptisch gegenüber. © Jura Weitzel (A) © Jura Weitzel (A)

Pascal Harder, Trainer GS Cappenberg: Ich selbst muss mit einer Maske arbeiten. Wenn ich eine halbe Stunde draußen arbeite, ist die Maske durch. Richtig Luft bekommt man nicht. Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Es hilft bestimmt, die Ansteckung zu verringern. Ob das Masketragen beim Sport aber Sinn macht, weiß ich nicht. Das halte ich für unvorteilhaft. Natürlich würde ich mir wünschen, dass es wieder losgeht, aber Sport mit Maske sehe ich kritisch. Wir sollten hier nichts übers Knie brechen.

Mario Rast, Trainer SG Selm: Ich befürworte das nicht. Sportliche Beanspruchung bedeutet höhere Lungenvolumen. Ich selbst trage auf der Arbeit Maske und bin in jedem Moment froh, in der ich die weglegen kann. Training mit Maske würde ich aber befürworten, sodass man sich auch sehen kann. Man sollte aber lieber geduldig sein und abwarten.

Sanmi Ojo, Trainer PSV Bork: Wenn mir jemand vor zwei, drei Monaten den Vorschlag gemacht hätte, hätte ich gesagt: „Schwachsinn“. Mittlerweile würde ich sogar einen Motorradhelm tragen (lacht). Mir würde es eher darum gehen, dass man wieder auf den Platz kommt und die Leute wiedersieht. Vom sportlichen Aspekt ist der Vorschlag aber nicht sinnvoll.

Michael Luppus, Trainer SV Südkirchen: Mein erster Gedanke war: Der gute Mann hat wohl noch nie Fußball gespielt. Ich kann mir das nicht vorstellen. Man bekommt wahrscheinlich weniger Luftzufuhr und die Kommunikation wird schwieriger auf dem Platz. Lasst den Fußball bitte so, wie wir es kennen. Wenn wir noch länger warten müssen, dann ist das eben so.

Reinhard Behlert, Trainer SC Capelle: Spontan würde ich zum Vorschlag direkt sagen: absolut nein! Ich finde es nach wie vor richtig, mit Maske zum Platz und danach davon weg zu gehen und sich an alle Hygiene-Konzepte zu halten. Aber auf dem Platz und beim Sport selber Maske zu tragen, da widerstrebt es mir und sorgt eher für Gänsehaut. Dann bin ich eher dafür, noch vier Wochen warten.

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