11 Tipps, um das Fahrrad frühlingsfest zu machen

mlzFahrrad-Frühjahrscheck

Die Sonne strahlt. Genau die richtige Zeit, um sich aufs Fahrrad zu schwingen. Aber Vorsicht. Nicht einfach so.

Selm

, 14.04.2019, 05:19 Uhr / Lesedauer: 3 min

Womöglich hat das Fahrrad ja bis jetzt im Winterschlaf gestanden. Gerade dann sollte man ein paar Dinge beachten, die dem Zustand des Fahrrads und damit auch dem künftigen Zustand des Radlers zuträglich sind. Wir geben Tipps, wie das Fahrrad frühjahrstauglich gemacht werden kann. Dazu haben wir einen echten Experten gefragt. Rudolf Nückel hat eine Zweirad-Service am Grünen Weg in Selm. Der gelernte KFZ-Mechaniker-Meister - einst Werkstattmeister bei Toyota Thygs in Capelle - hat im Jahr 2000 auf Zweiradmechaniker umgeschult. Das Fahrrad war und ist sein Hobby. Das hat er zum Beruf gemacht.

Was empfiehlt denn der Zweirad-Experte im Vorfeld der Fahrradsaison? Grundsätzlich gelte, das Rad gründlich unter die Lupe nehmen. Und da gibt es einzelne Punkte, „die der Kunde auch selber in Augenschein nehmen kann“, sagt der 59-Jährige.

Die Reifen: Ohne Risse


Haben die Reifen Risse? Wenn ja, dann müssen sie ausgewechselt werden. Und die Schläuche sollten über einen Reifendruck zwischen drei und fünf Bar verfügen. Dann läuft das Fahrrad leucht und nicht schwammig, was sich auf die Stabilität des Fahrers auswirken kann.

Haben die Reifen Risse? Wenn ja, dann müssen sie ausgewechselt werden. Und die Schläuche sollten über einen Reifendruck zwischen drei und fünf Bar verfügen. Dann läuft das Fahrrad leucht und nicht schwammig, was sich auf die Stabilität des Fahrers auswirken kann. © Arndt Brede

„Man sollte die Reifen auf Risse überprüfen. Wenn es Risse gibt, ist die Pannensicherheit nicht mehr gegeben.“ Der Reifen könne brechen und Beulen werfen. „Dann läuft das Rad unrund.“ Der Luftdruck sollte drei bis fünf Bar betragen. Auf keinen Fall sollte man im Winter, wenn das Fahrrad nicht gebraucht wird, die Luft ablassen, sagt Nückel. Mit zu wenig Luft in Reifen merke man das beim Fahren, erklärt er. Das Fahrrad lasse sich schwer fahren. „Wenn die Leute mit solchen Problemen zu mir kommen und ich sorge für den richtigen Luftdruck im Reifen, wundern sie sich, warum das Rad so leicht läuft.“

Die Kette: Ausreichend Spiel und Öl


Die Kette darf nicht zu viel Spiel haben. Und gut geölt sollte sie auch sein.

Die Kette darf nicht zu viel Spiel haben. Und gut geölt sollte sie auch sein. © Arndt Brede

„Die kann der Kunde auch selber prüfen.“ Sie sollte ein bis zwei Zentimeter Spiel in der Spannung haben. Und sie sollte ausreichend geölt sein. Was der Kunde nicht kann: „Den Verschleiß messen.“ Die Kettenrollen laufen auf Nieten“, erklärt Nückel. Wenn die Nieten verschleißen, bekomme die Kette zu viel Spiel und könne abrutschen oder auch reißen. Das ist dann ein Fall, in dem Experten wie Rudolf Nückel ins Spiel kommen sollten. Am besten, bevor was passiert.

Die Pedalen: Sind die Gummis in Ordnung?

Abgenutzte Pedalen sind ein Sicherheitsrisiko. Man rutscht dann schnell mal ab und droht, zu stürzen. Außerdem sollten Pedale leichtläufig sein und über Reflektoren verfügen.

Abgenutzte Pedalen sind ein Sicherheitsrisiko. Man rutscht dann schnell mal ab und droht, zu stürzen. Außerdem sollten Pedale leichtläufig sein und über Reflektoren verfügen. © Arndt Brede

Wenn die Gummis auf der Pedale abgenutzt sind, bestehe die Gefahr, dass der Schuh abrutsche. Da steigt die Unfallgefahr. Weitere Prüfkriterien in Sachen Pedale: Lässt sie sich leicht drehen? Sind die Reflektoren der Pedale noch in Ordnung? Treffen die Kriterien nicht mehr zu, muss die Pedale ausgetauscht werden.

Die Bowdenzüge: Nur keine Feuchtigkeit

Bowdenzüge, ob für die Schaltung oder für die Bremse, können brechen. Ob es so ist, können Fahrradfahrer gut selbst überprüfen.

Bowdenzüge, ob für die Schaltung oder für die Bremse, können brechen. Ob es so ist, können Fahrradfahrer gut selbst überprüfen. © Arndt Brede



Das sind die Züge für die Schaltung und die Bremse. Oftmals ist die Isolierung rissig und es kommt Feuchtigkeit auf den Zug. Mögliche Folge: Schaltung oder Bremse funktionieren nicht mehr richtig. „Es ist dann besser, wenn ein Fachmann den Zug austauscht“, rät Nückel.

Die Speichen: Wichtig für die Stabilität


Speichen sollten über genügend Spannung verfügen.

Speichen sollten über genügend Spannung verfügen. © Arndt Brede

„Man nimmt zwei Speichen zwischen zwei Finger und fühlt, ob die Speichen ausreichend Spannung haben.“ Wenn sie keine Spannung hat, die ausreicht, kann sie laut Rudolf Nückel reißen. Mögliche Folge: „Die Felge kann eine Acht haben.“ Ein Radfachmann könne die Speichen einstellen und sie gerade justieren. Wichtig, denn die Speichen sind ein stabilsierender Faktor für das Rad. Einzelne Speichen könne der Experte auswechseln. Übrigens: Wer keine Reifenreflektoren hat, sondern Reflektoren zwischen den Speichen, muss gucken, ob die Reflektoren überhaupt noch vorhanden sind.

Die Schaltung: Einstellung ist gefragt

Ist die Gangschaltung in Ordnung, fährt es sich besser.

Ist die Gangschaltung in Ordnung, fährt es sich besser. © Arndt Brede

Die Funktion könne jeder überprüfen. „Die Einstellung kann aber nur der Fachmann vornehmen.“ Gerade wenn ein Fahrrad länger nicht benutzt worden sei, könne sich bei den Einstellungen etwas verändert haben.

Die Beleuchtung: Sicherheitsfaktor Kabel

Ob die Beleuchtung am Fahrrad funktioniert, entscheidet manchmal über die Gesundheit. Nach vorn kann man mit funktionierendem Licht besser sehen. Von hinten wird man besser erkannt.

Ob die Beleuchtung am Fahrrad funktioniert, entscheidet manchmal über die Gesundheit. Nach vorn kann man mit funktionierendem Licht besser sehen. Von hinten wird man besser erkannt. © Arndt Brede

Sind die Kabelanschlüsse oxidiert, die Kabel gebrochen? Das ist eine der wichtigsten Fragen. Auch die Einstellung der Scheinwerfer, also ob sie zu hoch oder zu tief strahlen, sollte man testen. Und welche Lampen in den Fassungen sind. Heute habe sich die LED-Technik durchgesetzt. Anlagen entsprechend auszuwechseln, sei Sache des Fachmanns.

Die Lenkergriffe: Klebrig? Weg!

Wichtig bei den Lenkergriffen ist, ob sie noch fest sitzen. Sitzen sie locker, können sie bei der Fahrt abgehen. Und sie werden mit der Zeit klebrig. Auch dann ist es Zeit, sie zu wechseln.

Wichtig bei den Lenkergriffen ist, ob sie noch fest sitzen. Sitzen sie locker, können sie bei der Fahrt abgehen. Und sie werden mit der Zeit klebrig. Auch dann ist es Zeit, sie zu wechseln. © Arndt Brede

Lenkergriffe: Sie können mit der Zeit locker werden. Wenn man sie ohne Mühe abziehen oder drehen kann, sollten sie aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden. Klebrig werden die meisten Kunststofflenkergriffe auch mit der Zeit. Dreckige Hände sind die Folge.

Die Anbauteile: Schraube locker?

Schrauben auf festen Sitz zu überprüfen, muss zum Standard gehören, wenn man das Fahrrad frühjahrstauglich machen möchte.

Schrauben auf festen Sitz zu überprüfen, muss zum Standard gehören, wenn man das Fahrrad frühjahrstauglich machen möchte. © Arndt Brede

Bleche und Gepäckträger sind meist durch Schrauben befestigt. Ob Schrauben noch fest sind, könne jeder überprüfen. Ein loses Schutzblech zum Beispiel kann in die Speichen geraten und zum Sturz führen.

Die Bremse: Wie gut sind die Beläge?


Nur mit einer funkionierenden Bremse fahren Radler sicher. Ist sie ausgeleiert, muss der Fachmann sie nachstellen.

Nur mit einer funkionierenden Bremse fahren Radler sicher. Ist sie ausgeleiert, muss der Fachmann sie nachstellen. © Arndt Brede

Die Züge sollten straff sein undein sicheres Bremsen mit den Griffen am Lenker ermöglichen. Und die Bremsbeläge sollten ausreichende Dicke haben.

Der Akku: Leicht zu laden oder nicht?

Für Pedelecfahrer ist wichtig, zu prüfen, ob sich der Akku nach einer längeren Standzeit gut aufladen lässt. Und die Steuerung eines solchen Elektrorades für die Geschwindigkeit und den Energieverbrauch lässt sich regelmäßig updaten.

Unabhängig von den Fahrrad selber sind das Tragen eines Helms und von Kleidung, die gut zu sehen ist, zu empfehlen.

Der Zweiradservice Nückel, Grüner Weg 20, ist unter Tel. 0175 20 15 291 oder per E-Mail an zweiradservice-nueckel@gmx.de zu erreichen. Öffnungszeiten: montags bis freitags 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

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