31-jähriger Selmer erhält erneut Bewährungsstrafe

Widerholte Straftaten

Trotz laufender Bewährungsstrafen ist ein 31-jähriger Selmer gestern vor dem Amtsgericht Lünen erneut mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen. Zu verantworten hatte er sich wegen fünffachen Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Urkundenfälschung.

SELM

von Von Heinrich Höckmann

, 19.08.2011, 17:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Aus dem Inneren entwendeten sie Navigationsgeräte und ein chirurgisches Besteck. Während sich der Angeklagte am Auto zu schaffen machte, ließ der Komplize den Motorroller laut aufheulen, um das Geräusch der springenden Scheibe zu übertönen. Bei einem ersten Termin hatte der Angeklagte noch jegliche Beteiligung geleugnet. Damals war der Komplize noch nicht gefasst. Zwischenzeitlich verbüßt der eine Haftstrafe und hatte den Angeklagten schwer belastet, so dass dieser am Freitag die Beteiligung einräumte. Den Zeugen hatte man eigens bringen lassen, um seine Aussage im Zeugenstand machen zu lassen. Vor der Tat hatte der Angeklagte gerade eine fünfjährige Haftstrafe verbüßt. Mit dem Erlös aus den Diebstählen wollte man sich Rauschgift besorgen.

Die 25-jährige Freundin sollte die heiße Ware in Dortmund verkaufen. Dort wurde sie von der Bundespolizei aufgegriffen und die Sache flog auf. Die weiteren Delikte, die zur Verurteilung anstanden, war der Diebstahl von Parfüm in einem Lüner Drogeriemarkt, das Fahren eines Motorrollers ohne Fahrerlaubnis und ein gefälschtes Rezept, mit dem in einer Apotheke Betäubungsmittel gekauft werden sollten. Eine typische Drogenkarriere attestierte die Bewährungshelferin ihrem Schützling. Erste Drogen mit zwölf Jahren, Heroin mit 20. Vier Entgiftungen und vier Therapien, 14 Vorstrafen seit 1996. 265 Tage Gefängnis stehen noch zur Bewährung aus.

Trotzdem bescheinigt sie dem Angeklagten eine positive Zukunftsperspektive. Seit drei Monaten werde er substituiert und habe keine Drogen zu sich genommen, sagte sie vor Gericht. Auch habe er sich um einen Therapieplatz bemüht. Das Gericht sprach den Angeklagten in allen Punkten der Anklage für schuldig. Ein Jahr und sechs Monate Haft lautete das Urteil, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, sowie 120 Stunden gemeinnützige Arbeit.

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