Abschlussfeier unter Corona-Bedingungen: FZN verabschiedet Schüler

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Alles ist anders. Trotzdem ließ Doris Kraft, Schulleiterin des Förderzentrums Nord (FZN), es sich nicht nehmen ihren Absolventen eine abwechslungsreiche und feierliche Feier auszurichten.

Bork

, 16.06.2020, 20:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Mottowoche, keine Chaostage, kein Ball, aber immerhin eine Abschlussfeier. Am Dienstag (16. Juni) wurden 25 Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums Nord nach zehn Schuljahren „entlassen“.

„Das letzte halbe Jahr eures Schullebens war geprägt von Corona und solchen neuen Worten wie ‚Flächendesinfektion‘ im Sprachgebrauch“, eröffnete Schulleiterin Doris Kraft die Feier. „Erstmalig findet eine Abschlussfeier unter einer Pandemie und deshalb ohne Gäste und Eltern statt. Sie beendet eure zehnjährige Schulzeit und wir haben uns bemüht, sie trotzdem feierlich zu gestalten“, sagte sie an die Abschlussklassen gewandt.

Fünf Schüler verlassen das Förderzentrum mit einem Hauptschulabschluss in der Tasche, der Rest mit dem „Förderabschluss Lernen“. Die Schule unterstützt Kinder und Jugendliche mit den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung. In kleinen, überschaubaren Lerngruppen werden sie auf der Grundlage eines individuellen Förderplans unterrichtet.

Statt Buffet gab es Häppchen

Manche der Absolventen waren in Hemd oder Anzug oder im Abendkleid erschienen, andere in Alltagskleidung und viele im Abschluss-T-Shirt mit der Aufschrift „Uns kann man nicht beschreiben, uns muss man erleben - die Unbeschreiblichen“. Zwischen dem 7. und 14. Mai hatten sie ihre Prüfungen absolviert. „In der Zeit seit dem Abschluss habe ich ein Praktikum bei Rewe gemacht. Jetzt habe ich gemerkt, wie entspannt die Schule eigentlich war“, erzählt Marlon (17) rückblickend. „Ich verlasse die Schule mit gemischten Gefühlen“, erzählt Pascal (ebenfalls 17). „Ich freue mich, bin aber auch traurig, weil die Zeit so schnell rumging“.

„Ich schaue mit einem komischen Gefühl in die Zukunft, weil wir Corona haben. Aber ich glaube, dass es gut wird“, sagt Lena (17).

Mit Maske geht es auch ohne Abstand: Die 25 Absolventen der zehnten Klassen im Förderzentrum Nord.

Mit Maske geht es auch ohne Abstand: Die 25 Absolventen der zehnten Klassen im Förderzentrum Nord. © Kristina Gerstenmaier

Feierlich und mit allem, was dazu gehört, war die Veranstaltung - statt eines Buffets gab es sogar Häppchen. Schulsozialarbeiter Jens Röppenack schmetterte, unterstützt von Schüler Alban am Schlagzeug, „Bye, Bye Hollywood Hills“ in ein Mikrofon, Heike Okroy überreichte im Namen der Stadt Selm Zertifikate an die Teilnehmenden der Aktion „Demokratie rocks“, in einer Art Theaterstück erinnerte das Kollegium an die Klasse: An zu leere Klassenräume, an Chips, Eistee und Mettbrötchen zum Frühstück oder an mehr oder weniger kreative Entschuldigungen. In einem Lied („Schule für immer vorbei, ihr habt’s überstanden, endlich seid ihr frei“) gab es für jeden einzelnen Schüler einen persönlichen Vers.

Nicht zuletzt bekamen die 25 Absolventen mit Ellenbogentippen statt Händedruck ihre Zeugnisse. Dazu gab es ein Album als Erinnerung an ihre letzte Klassenfahrt Anfang März nach Norderney, haarscharf vor dem Corona-Lockdown.

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