Im Kreis Recklinghausen sind drei Menschen am oder mit dem Coronavirus verstorben. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Aktive Coronafälle sind seit Anfang Oktober in Selm massiv gestiegen

Die zweite Corona-Welle macht sich in ganz Deutschland seit Ende September deutlich bemerkbar. Auch in Selm sind die Fallzahlen seitdem deutlich gestiegen. Ein Blick in die Grafiken.

Die Zeiten des Lockdown light sind vorbei. Die Hoffnung, mit einigen Maßnahmen die Corona-Fallzahlen in den Griff zu bekommen und einigermaßen unbeschwert Weihnachten feiern zu können, hat sich nicht erfüllt. Bund und Länder haben am Sonntag eine härtere Variante des Lockdowns beschlossen, bei dem zum Beispiel Einzelhändler schließen müssen und nicht mehr nur Restaurants und Gaststätten.

Die Wucht der zweiten Welle hat sich ab Ende September deutlich gezeigt – auch in Selm. Bislang haben sich insgesamt 477 Menschen in Selm mit dem Coronavirus infiziert (Stand 15. Dezember). Am 1. Oktober waren es gerade einmal 71 Personen gewesen. Inzwischen sind es also mehr als sechs Mal so viele innerhalb von zwei Monaten. Das zeigt auch ein Blick auf die aktiven Fälle. Während es am 2. Oktober gerade einmal fünf aktive Corona-Fälle in der Stadt gab, waren es zwei Wochen später am 15. Oktober schon 38 Fälle. Als die Regelungen zum Lockdown light am 2. November in Kraft getreten sind, waren 49 Personen aktiv mit dem Virus infiziert. Seitdem ist die Kurve auch weiterhin nach oben gegangen.

Mehr aktive Fälle, mehr Todesfälle

Einen Monat später, am 1. Dezember, waren 103 Menschen, aktiv infiziert, am Dienstag, 15. Dezember gelten 179 Menschen als aktiv infiziert. „Wir haben zuletzt in der Spitze 100 Quarantäneverfügungen am Tag zugestellt in Selm“, hatte Bürgermeister Thomas Orlowski zum Beispiel als Reaktion auf den neuen, härteren Lockdown gesagt. Das sei alarmierend. Insgesamt seien in der Zeit vom 2. November bis 9. Dezember 731 Personen unter Quarantäne gestellt worden, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Das waren sowohl Infizierte als auch Kontaktpersonen, die ebenfalls in Quarantäne müssen.

Ebenfalls machen sich die gestiegenen Fallzahlen auch bei den Todeszahlen bemerkbar. Die ersten beiden Todesfälle sind in Selm während der ersten Welle im April aufgetreten. Zwischen April und November gab es keinen einzigen Todesfall, inzwischen gibt es sieben Todesfälle in Selm. Kreisweit sind es mit Stand 15. Dezember 155 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das liegt daran, dass laut RKI der Anteil der über 60-Jährigen unter den Infizierten seit Anfang September wieder zunimmt.

Exponentielles Wachstum gestoppt

„Der erhoffte Rückgang der Zahlen ist bisher ausgeblieben“, sagt Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna. Aber: Die Maßnahmen des leichteren Lockdowns hätten dazu geführt, dass das exponentielle Wachstum gestoppt wurde.

Exponentielles Wachstum beschreibt vereinfacht gesagt die Verdopplung einer Zahl innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Ein Beispiel: Sind in einer Woche zwei Menschen infiziert, wären es beim exponentiellen Wachstum in der nächsten Woche vier, danach acht und so weiter. Eine Kurve verläuft beim Exponentiellen Wachstum immer steiler nach oben.

Im Kreis Unna gab es den bisherigen Höchstpunkt am 5. Dezember mit 1944 aktiven Fällen, seitdem sinkt die Kurve wieder leicht, bewegt sich aber mit 1662 aktiven Fällen am 15. Dezember immer noch auf einem hohen Niveau. Rolke ruft daher genau wie das RKI dazu auf, sich auch weiterhin an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln zu halten. Wie erfolgreich die härteren Regeln aus dem Dezember sein werden, wird sich nun in den nächsten Wochen zeigen.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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