Akzeptieren Nachbarstädte Selmer Sekundarschule?

Gutachter im Schulausschuss

Der Gutachter Hubertus Schober ist am Montagabend in den Schulausschuss gekommen, um die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans vorzustellen. Dabei ging es auch um die mögliche Gründung der Sekundarschule. Was Schober berichtete, konnte beruhigen - aber auch Angst machen.

SELM

von Von Malte Woesmann

, 08.10.2013, 11:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Sekundarschule in Selm steht weiter in der Diskussion.

Die Sekundarschule in Selm steht weiter in der Diskussion.

Anders die Zahlen bei den Schülern, die nach der Grundschule auf eine weiterführende Schule beziehungsweise anschließend in die Sekundarstufe II kommen. Hier werden das Gymnasium und die Realschule auf eine maximale Dreizügigkeit in den kommenden Jahren kommen. Noch schlimmer sehen die Zahlen für die Hauptschule aus. „Hier gibt es, wenn überhaupt, noch maximal eine Einzügigkeit“, meinte Schober. In Selm wurden zuletzt gerade einmal zwölf Prozent der Schüler nach der Grundschule an der Hauptschule angemeldet. NRW-weit liegt die Zahl der Anmeldungen an Hauptschulen sogar nur bei acht Prozent. „Wir müssen daher Antworten für ein tragfähiges Schulsystem finden“, so Schober. Eine Antwort könne die Sekundarschule sein. Für diese sieht Schober Potenzial in Selm. Genau wie die Stadt, rechnet auch der Gutachter damit, dass sich etwas mehr als die geforderten 75 Schüler an einer neuen Sekundarschule in Selm anmelden würden.

Dies ging aus der Elternumfrage hervor, die Torsten Schneidereit aus dem Schulamt vorstellte. „Selbst bei der defensiven Berechnung lägen wir über den geforderten 75 Anmeldungen“, erklärte Schneidereit. Ein weiterer Knackpunkt beim Aufbau der Sekundarschule könne noch der regionale Konsens sein. Diesen muss die Stadt mit den umliegenden Kommunen herstellen. Während Lünen, Werne und Waltrop bereits ihre Zustimmung signalisiert haben, fehlt dies noch aus Olfen, Lüdinghausen und Nordkirchen. Grundsätzlich habe, so Schneidereit, die Stadt Lüdinghausen aber nichts gegen die Gründung der Sekundarschule in Selm. Anders Olfen und Nordkirchen. Beide Kommunen würden lediglich eine dreizügige Sekundarschule in Selm gutheißen. Sollten jedoch die Anmeldezahlen so sein, dass eine vierzügige Sekundarschule möglich sei, würde man den regionalen Konsens hier verweigern. „Daher wird wohl ein Konsensgespräch bei der Bezirksregierung nötig sein“, skizzierte Schneidereit das weitere Vorgehen. Die Bezirksregierung in Arnsberg würde anhand der vorliegenden Zahlen entscheiden.

„Wichtig ist uns, dass wir alle Schüler aus Selm in Selm unterrichten wollen“, hob der Ausschussvorsitzende Herbert Krusel hervor. Da dürfe die Zügigkeit keine Rolle bei den Überlegungen spielen. Schlussendlich werden die Eltern der jetzigen Viertklässler im Februar entscheiden, ob es wirklich zur Gründung der Sekundarschule kommt.

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