Bäume waren am Samstag sehr beliebt in Selm. © picture-alliance/ gms
Weihnachtsbäume

Ansturm auf Tannenbaum-Verkauf: Selmer „achten nicht auf den Preis“

Fix einen Weihnachtsbaum besorgen, bevor die meisten Geschäfte vermutlich am Mittwoch schließen: Das denken sich viele Selmer. Trotz Weihnachten im kleinen Kreise wird am Baum nicht gespart.

Kurz vor dem vermutlich bevorstehenden harten Lockdown sorgen sich einige Selmer nicht nur um Essensvorräte und Weihnachtsgeschenke, sondern auch um den Tannenbaum. Aus Sorge, bald keinen mehr zu bekommen, stürmen sie am Samstag die Verkaufsstellen.

„Um Viertel vor acht standen die Leute schon vor der Tür, um einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Wir machen um acht auf“, berichtet Leonard Loch, Azubi beim Selmer Raiffeisenmarkt und Zuständiger für den Tannenbaumverkauf.

Rund 60 Bäume hat er am Samstag (12. Dezember) um 13 Uhr noch auf Lager, etwa 200 wurden bereits verkauft. „Am Montag kriegen wir aber wieder neue, also müssen Sie sich keine Sorgen machen, keinen Baum mehr zu bekommen“, betont Loch. Denn der Raiffeisenmarkt bleibe auch während eines harten Lockdowns geöffnet, weil er Lebens- und Futtermittel verkaufe.

Rund 300 Bäume sind noch zu haben

In diesem Jahr seien die Leute der Situation geschuldet früh dran mit der Auswahl des Weihnachtsbaumes – und sie achten laut Loch weniger auf den Preis: „Kleine Bäume verkaufe ich in diesem Jahr so gut wie gar keine. Da spielt der Preis diesmal keine Rolle. Die Leute wollen schöne, große Bäume.“

Das ist auch in der Baumschule Merten der Fall: Während Dorothe Merten uns am Telefon Auskunft gibt, muss sie minütlich kassieren. „Wir haben richtig gut zu tun. Die Leute haben Sorge, dass sie ab nächste Woche keinen Baum mehr kriegen. Hauptsächlich verkaufen wir große Bäume – aber wir haben auch noch einige da“, sagt sie. Etwa 30 Prozent der Tannenbäume seien noch zu haben – über 1000 Bäume waren es ursprünglich. Das Haupt-Weihnachtsgeschäft liefe normalerweise um den vierten Advent herum, also eine Woche später.

Kein Baum-Lieferdienst bei Merten geplant

Merten hofft, dass die Baumschule geöffnet bleiben darf: „Da wir kein Einzelhandelsgeschäft sind, durften wir auch im März geöffnet bleiben. Wenn das wieder so ist, werden wir unsere Bäume bestimmt noch los.“ Und sonst? „Tja, da müsste man sonst wohl nächstes Jahr ein großes Osterfeuer machen“, sagt sie und betont, dass der Weihnachtsbaumverkauf auch sonntags geöffnet sei. Einen Lieferdienst kann sie sich aber nicht vorstellen: „Die Kunden wollen sich den Baum vor Ort anschauen, manche schauen sich 20 Stück an, bis sie sich entscheiden. Nur wenige nehmen ihn direkt im Netz mit.“

Dann kann es Überraschungen geben – die aber laut Merten nicht schlimm seien: „Das ist nun mal die Natur. Mal fehlt ein Ast, mal ist er krumm. Ich hatte auch schon Einen mit zwei Spitzen. Den hatte ich mir im Dunkeln ausgesucht – und das, obwohl ich direkt an der Quelle sitze“, erinnert sie sich schmunzelnd. Die Bäume alle mit Fotos ins Internet zu setzen, sei ein riesiger Aufwand.

Kontaktlose Lieferung von der KJB

Auch auf dem Hof Sanders ist ordentlich etwas zu tun, hieß es auf unsere Nachfrage. Hof Drewes und Hof Althoff konnten wir telefonisch nicht erreichen – vermutlich war man auch dort schwer mit den Bäumen beschäftigt. Der Hellweg-Baumarkt verkauft ebenfalls Bäume – ob dort auch im harten Lockdown weiter verkauft werden darf, steht noch in den Sternen.

Der kleine Weihnachtsbaumverkauf der Katholischen Jugend in Bork findet in jedem Fall am Sonntag (13. Dezember) ab 12 Uhr am Jugendheim an der Weiherstraße statt. Per Whatsapp-Nachricht unter 0176 95805001 kann man einen Baum vorbestellen und ihn kontaktlos geliefert bekommen. Laut Organisator Jens Bitterschulte sind rund 10 der 40 Bäume bereits vorbestellt. Natürlich können Interessenten auch persönlich vorbeikommen und ihren Baum abholen. Und was passiert mit den Bäumen, die nicht verkauft werden? „Wir arbeiten mit einem Betrieb zusammen, der die Bäume im Notfall wieder zurücknimmt. Aber wir hoffen jetzt erstmal, dass wir morgen alle los werden.“

Anmerkung: dieser Text ist vor der Entscheidung von Bund und Ländern am Sonntag entstanden. Laut der Entscheidung gibt es auch am Mittwoch weiterhin Baumverkäufe. Bund und Länder haben sie ebenfalls zum Einzelhandel, der geöffnet bleiben darf, deklariert.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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