Aufregung am Strandweg: Und plötzlich war das Rosenbeet weg

mlzStrandweg

Die Stadt Selm hat vor Jahren Rosenbeete am Strandweg gepflanzt. Hat sie gepflegt. In letzter Zeit eher nicht. Und nun ist ein ganzes Beet plötzlich weg. Was war da los?

Selm

, 06.06.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Strandweg: Idyllische Straße am Ternscher See. Gepflegte Häuschen mit gepflegten Gärten. Entlang der Zäune Rosenbeete und Hecken, hier und da ein Baum. Das ist im Frühling und Sommer immer ein schönes Bild. In letzter Zeit jedoch eher weniger. Die Rosenbeete sind voller Unkraut, das mittlerweile so hoch wächst, das man die Rosen kaum noch sieht. Alles ist vertrocknet. Sagen Anwohner. Sie haben sich erst an die Stadt und dann an die Redaktion gewandt. Aus einem ganz konkreten Anlass.

Ausgangspunkt der Geschichte ist das Rosenbeet vor einem Ferienhaus am Strandweg. Es ist weggemäht worden. „Ich habe bei der Stadt Selm niemanden erreicht“, berichtet ein Anwohner. Er sei dann zu den Stadtwerke-Mitarbeitern gegangen, die gerade Beete gewässert hätten, und habe sie gebeten, innerhalb der Stadtwerke weiterzugeben, dass ein Rosenbeet auf einer städtischen Fläche weggemäht worden sei.

Die meisten Rosenbeete machen einen ungepflegten Eindruck.

Die meisten Rosenbeete machen einen ungepflegten Eindruck. © Arndt Brede

„Ich habe mit Mitarbeitern der Stadtwerke Selm gesprochen“, ergänzt eine Anwohnerin. „Die haben gesagt, die Rosenbeete würden weggenommen und dafür würden Hecken gepflanzt.“

Beete wachsen unkontrolliert

Das wäre ein Unding, sagen der Mann und die Frau. Sie berichten, dass diese Rosenbeete in den vergangenen Jahren stets gepflegt worden seien, aber in diesem Jahr nicht. Die Folge sei, dass diese Beete unkontrolliert wachsen und verunkrauten. Aber gleich ganz wegnehmen? Nein, das gehe gar nicht.

Einige Anwohner haben von sich aus Beete zurück geschnitten, damit nicht alles über den Zaun auf ihr Grundstück wächst.

Einige Anwohner haben von sich aus Beete zurück geschnitten, damit nicht alles über den Zaun auf ihr Grundstück wächst. © Arndt Brede

Was sie noch berichten: Einige Anwohner, so erzählt der Mann, würden von sich aus Rosenbeete direkt an ihren Grundstücken etwas zurückschneiden, um zu verhindern, dass alles über ihren Zaun auf ihr Grundstück wächst.

Ein Besuch der Redaktion vor Ort bestätigt den Eindruck. Tatsächlich sehen die Beete eher ungepflegt aus und einige der Anwohner haben tatsächlich selbst Hand angelegt und Beete vor ihren Zäunen zurück geschnitten.

Vorgehen mit der Stadt abgesprochen?

Unterdessen kommt ein Mitarbeiter des Seeparks Ternsche dazu. Der Seepark Ternsche hat das Ferienhaus, vor dessen Zaun das Rosenbeet weggemäht worden ist in seinem Eigentum. Auf das weggemähte Rosenbeet angesprochen, sagt er, das Vorgehen sei mit der Stadt abgesprochen gewesen. Es sei nötig geworden, das Beet zu mähen, weil es zu hoch gewachsen sei.

Der Anwohner, der sich an die Redaktion gewandt hat, erzählt dann noch, dass, seitdem das Rosenbeet weggemäht worden sei, vermehrt Autos auf der Fläche parken.

Laut einer Anwohnerin planen die Stadtwerke, die Rosenbeete durch solche niedrig wachsenden Hecken zu ersetzen.

Laut einer Anwohnerin planen die Stadtwerke, die Rosenbeete durch solche niedrig wachsenden Hecken zu ersetzen. © Arndt Brede

Die Redaktion hat die städtische Pressestelle mit dem Fall konfrontiert und Fragen gestellt. War das Vorgehen so abgesprochen? Gibt es einen Grund, warum die Rosenbeete in ihrem jetzigen Zustand sind? Pflegt die Stadt sie nicht mehr? Wenn nicht, warum nicht? Ist tatsächlich geplant, alle Rosenbeete auf städtischen Flächen entlang des Strandwegs zu entfernen und durch niedrig wachsende Hecken zu ersetzen? Wenn es stimmt, warum?

Antworten der Stadtwerke lassen auf sich warten

Stadtsprecher Malte Woesmann hat erklärt, er habe die Anfragen der Redaktion erhalten. „Ich habe sie zur Beantwortung an die Stadtwerke geschickt“, teilt er mit. Bis Freitag, 5. Juni, - also eine Woche nach der Anfrage - hat die Redaktion keine Antworten der Stadtwerke auf ihre Fragen bekommen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt