Angeblicher Heroinbesitz und die belastende Aussage ihres Ehemannes brachte eine Selmerin jetzt eine Gerichtsverhandlung ein. © Michael Longmire on Unsplash
Prozess

„Aus Liebe Heroin erworben“: Aussage des Ehemannes bringt Selmerin vor Gericht

Die Drogendelikte ihres Mannes drohten einer 48-jährigen Frau aus Selm auch zum Verhängnis zu werden. Die Selmerin mit einem langjährigen Suchtproblem musste sich jetzt vor Gericht verantworten.

Über ein Strafverfahren gegen ihren Gatten geriet eine 48-jährige Selmerin in Verdacht, mehrfach Heroin besessen zu haben. Als sie nun selbst vor Gericht stand, bestritt sie den verbotenen Besitz. Letztlich mit Erfolg.

Wegen Drogendelikten saß der Ehemann der Selmerin zuerst im Amtsgericht Lünen auf der Anklagebank und erklärte bei der Gelegenheit, aus Liebe Heroin für sie erworben zu haben. Konkret sollte es sich im Jahr 2015 und im Mai 2018 um zwei Mal 20 Gramm und ein Mal rund vier Gramm der Droge gehandelt haben. Diese Offenbarung bescherte der 48-Jährigen dann selbst ein Verfahren.

Vor Gericht versicherte sie allerdings über ihren Verteidiger, sie sei nicht Besitzerin des Heroins gewesen, es seien nicht ihre Drogen gewesen. Passend dazu machte ihr Ehemann Gebrauch von seinem Zeugnisverweigerungsrecht als Angehöriger, verweigerte also die Aussage.

In Anbetracht der Erklärung des Anwalts der Selmerin und mit Blick auf das Schweigen des Gatten konnte am Ende tatsächlich nicht festgestellt werden, dass sich das Heroin in ihrem Besitz befand. Die Frau mit langjährigem Suchtproblem wurde freigesprochen. Zum Abschied wandte sich die Richterin persönlich an die 48-Jährige. Sie wünsche ihr, dass die Therapie klappe und dass sie mit dem Kapitel abschließen könne.

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