Wer gemeinsam In der Kuppel sitzt, sollte aktuell Mundschutz tragen oder einen größeren Abstand halten. © Günther Goldstein
Kommentierende Analyse

Ausblick auf 2021: Welche Themen Selm im neuen Jahr angehen muss

Seriös vorhersagen lässt sich 2021 nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres nicht mehr. Dennoch stehen für Selm einige dringende Themen an, Corona hin oder her. Wir blicken nach vorn.

So erleichtert die meisten Selmerinnen und Selmer darüber sein dürften, dass 2020 vorbei ist – das neue Jahr wird nicht einfacher. Das Coronavirus wird uns noch eine Weile beschäftigen, die Folgen der Pandemie sogar noch deutlich länger.

Trotzdem gibt es Themen, die Selm gegen alle Widrigkeiten lösen muss – unsere Redaktion hat einige davon ausgewählt, die sie für besonders dringend hält.

Rettungswache

Selm braucht eine neue Rettungswache. Der Bedarfsplan des Kreises Unna lässt da keinen Interpretationsspielraum zu, und niemand in der Stadt würde einem Neubau widersprechen. Sogar ein Platz für die neue Wache ist schon gefunden, einen Investor gibt es mit der Volksbank Selm-Bork ebenfalls. Eigentlich kann da nichts mehr schiefgehen. Da aber auch 2021 nichts sicher ist, sollte die Verwaltung alle Hebel in Bewegung setzen, um auch die letzten Zweifel auszuräumen. Und zwar schnell.

Die Rettungswache in Selm ist über den Planungsstatus noch nicht hinaus. Die Stadt will jetzt selbst bauen - der Rat der Stadt Selm muss das aber erst noch beschließen.
Die neue Rettungswache in Selm ist über den Planungsstatus noch nicht hinaus. Die Stadt will jetzt selbst bauen – der Rat der Stadt Selm muss das aber erst noch beschließen. © Richter © Richter

Wohnbebauung

Beim Projekt „Wohnen am Auenpark“ hat die Stadt das Heft des Handelns freiwillig aus der Hand gegeben, mit der Folge, dass direkt neben Selms beliebtesten Ausflugsziel nun ein teures und möglicherweise auch optisch herausforderndes Quartier entsteht – so zumindest die Befürchtung der Kritiker. Es wäre zu wünschen, dass die Entwicklerfirma diese Kritiker Lügen straft, mit günstigem Wohnraum rechnet dort jedoch niemand. Folglich sind Politik und Verwaltung gefragt: Am Beifanger Weg, hinter dem Lidl in Bork und am Fährenkamp wurden bereits Voraussetzungen für neue Wohngebiete geschaffen, vielleicht traut man sich ja, wenigstens diese Projekte in Eigenregie zu stemmen.

Vandalismus

Die Schäden am Auenpark machen fassungslos, gleichwohl ist Vandalismus ein Problem, das sich durch die gesamte Stadt – und auch darüber hinaus – zieht. Mit der Videoüberwachung wurde ein umstrittenes Mittel gegen die Übeltäter eingesetzt. So schade das ist, die Entscheidung war richtig. Es müssen aber auch Konsequenzen folgen, denn wenn sich herausstellt, dass Tätern trotz dieser Überwachung nichts blüht, kann man auch darauf verzichten. Ein personell stärkeres Ordnungsamt wäre eine mögliche Lösung.

Entwicklung in Bork

Viel ist über den Kirchring und den Ortskern diskutiert worden – es reicht dann auch. 2021 sollen bitte Fakten geschaffen werden, damit es in Bork weitergehen kann. Egal, welche Entscheidung letztlich getroffen wird, es wird immer jemanden geben, der damit nicht einverstanden ist. Jedoch einfach weiter abzuwarten, wäre definitiv die falsche Entscheidung.

Die Stadt hat die Häuser am Kirchring in Bork gekauft. 2021 sollten dann hier endlich Fakten geschaffen werden.
Die Stadt hat die Häuser am Kirchring in Bork gekauft. 2021 sollten dann hier endlich Fakten geschaffen werden. © Goldstein (A) © Goldstein (A)

Entwicklung im Dorf

Mit dem Campus und dem Auenpark ist in Selm eine neue Mitte entstanden. Das werden die alten Mitten zu spüren bekommen. Folgerichtig ist die Stadt eingeschritten, als beispielsweise das Gasthaus Suer schließen wollte, so dass es im Dorf – hoffentlich auch nach dem Lockdown – weitergehen kann. Derartige Probleme werden weiter auftauchen, und nicht immer wird die Antwort so einfach sein. Bei Leerständen muss Selm schnell reagieren, übrigens auch an der Kreisstraße. Dabei muss vielleicht komplett neu gedacht werden – auch radikal.

Neues Hallenbad

Im Grunde waren sich alle einig: Ein neues Hallenbad muss her. Womit keiner rechnete: Die Corona-Krise hat den finanziellen Spielraum der Stadt erheblich eingeschränkt. So hart es auch ist, mit Blick auf die Lebensqualität in Selm darf sich die Stadt nicht von den Plänen verabschieden. Die Kooperation mit einem Hotel ist eine gute Idee – schöner wäre es jedoch, wenn Selm diese Herausforderung ganz alleine stemmen könnte.

Selm braucht ein neues Hallenbad - und sollte diese Aufgabe am besten alleine stemmen.
Selm braucht ein neues Hallenbad – und sollte diese Aufgabe am besten alleine stemmen. © Sylvia vom Hofe (A) © Sylvia vom Hofe (A)
Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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