Meinung

Ausstellungen müssen jung und frisch sein – sonst fehlen am Ende die Besucher

Nach fünf Jahren Bauzeit öffnet das Schloss Cappenberg bald wieder. Wenn die Ausstellungen dort wieder beginnen, muss auch die Vermarktung stimmen, findet unsere Autorin.
Die Böden im Stein-Saal sind frisch geschliffen. © Marie Rademacher

Es knarzt und schwingt nicht mehr so doll unter den Füßen, wenn man über den Flur im ersten Stock des Schlosses Cappenberg geht. Ein bisschen schade, dachte ich, als ich dort am Mittwoch drüber gelaufen bin. Das quietschende Geräusch war bei meinen Besuchen im Schloss für mich immer eine Art Zeuge der vielen Jahre, die die Böden alt sind. Der vielen Menschen, die dort gewohnt und gearbeitet haben. Oder die es als Kulturinteressierte besucht haben.

Jetzt sind die Holzdielen neu oder ganz frisch geschliffen. Sie sehen prächtig aus: Wie das Schloss insgesamt. „So ein Highlight, wie wir es hier haben, hat man nicht überall“, hat Landrat und ehemaliger Selmer Bürgermeister Mario Löhr gesagt. Er hat recht. Ich fürchte nur, nicht jeder weiß das zu schätzen. Sie habe das Schloss bisher weder von außen und schon gar nicht von innen gesehen, schrieb mir eine Freundin am Nachmittag, nachdem ich ihr von meinem Besuch in Cappenberg erzählt hatte. Dabei ist es doch direkt nebenan …

Wie meiner Freundin geht es wahrscheinlich vielen Menschen aus der näheren Region. Es ist jetzt – finde ich – Aufgabe des Kreises Unna und des LWL als Mieter der Räume, auch diese Menschen zu erreichen. Mit guter Vermarktung und jungen, frischen Ausstellungen. Wenn das gelingt, dann sind zwar in ein paar Jahren die Böden im Schloss nicht mehr so neu und geschliffen wie jetzt und fangen wieder an zu ächzen. Dann hat das Schloss aber das, was unbedingte Voraussetzung für ein Museum ist: Menschen, die es besuchen.

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