Auswirkung für Selm wären dramatisch

SELM Die Entscheidung des Kreistages, die RWE-Aktien sofort zu verkaufen und nicht die von den Kämmerern der Städte und Gemeinden vorgeschlagenen Call-Option in Anspruch zu nehmen, nennt der SPD-Fraktionsvorsitzende Mario Löhr tragisch.

17.09.2007, 18:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Wir hätten von der beauftragten Bank einen Millionenbonus bekommen, außerdem entgeht dem Kreis Unna und damit den Städten und Gemeinden die normale Rendite und natürlich der Kursgewinn. Insgesamt gehen die Experten von fast 10 Millionen Euro aus, die dem Kreis Unna nach Ablauf von drei Jahren fehlen", so Mario Löhr. Der Anteil der Stadt Selm an diesem Mehrwert macht ungefähr 700 000 Euro aus. Nach Ansicht der SPD-Fraktion benötigt Selm, das seit Jahren unter Nothaushaltsrecht steht, jeden Cent. Keine Stadt im Kreis Unna wäre derart betroffen von der negativen Entscheidung des Kreistages wie die Stadt Selm.

Selmer Anteil: 4 Millionen Euro

Der sofortige Verkauf der Aktien gefährde nun die Aufstellung der Eröffnungsbilanz des Kreises und die Vereinbarung über die Altdefizite zwischen Kreis und den Städten und Gemeinden, so die Einschätzung der Selmer SPD-Fraktion. Steigen die Kommunen aus dem Konsensverfahren zu den Altdefiziten - Ende 2007 rund 65 Millionen Euro - aus, müsste der Kreis diesen Negativposten in die Eröffnungsbilanz 2008 einstellen. Der Selmer Anteil beträgt daran vier Millionen, ohne Chance auf Reduzierung im Rahmen der Call-Option. Eine Hoffung gebe es noch: Der Landrat hat gegen die Entscheidung des Kreistages Widerspruch eingelegt, der am 8. Oktober erneut entscheidet. Löhr hofft, dass sich die Mitglieder des Kreistages an das Votum der Städte und Gemeinden gebunden fühlen.

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