Auto mit Kamera auf dem Dach für die digitale Zukunft in Selm unterwegs

mlzWestnetz

Dem einen oder anderen wird er in Selm schon aufgefallen sein: der Opel Astra mit einer Kamera auf dem Dach. Fahrer und Ausrüstung haben einen ganz speziellen Auftrag.

Selm

, 15.05.2020, 12:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist vor allem der spezielle Kameraaufsatz auf dem Opel Astra, der zurzeit in Selm unterwegs ist, der die Aufmerksamkeit herausfordern dürfte. Die große Kamera auf dem Fahrzeugdach ermöglicht das sogenannte „Mobile Mapping“, wie Katrin Frendo, Pressesprecherin der Westnetz GmbH, erklärt.

Mittels Kamera und Laser werden Bilder aus verschiedenen Winkeln sowie Panoramabilder erzeugt, heißt es in einer Pressemitteilung der Westnetz GmbH. Hintergrund: Westnetz plane im Auftrag der innogy TelNet einen möglichen Breitbandausbau in der Selmer Innenstadt.

Optimalen Breitbandtrassenverlauf planen

Aus diesem Grund sei aktuell in Selm der Opel Astra unterwegs. Das neue Verfahren des Mobile Mappings nutze Westnetz, um die geplante Breitbandtrasse in der Selmer Innenstadt digital zu erfassen und mit Hilfe der Daten den optimalen Trassenverlauf zu planen.

Rein praktisch sieht die Arbeit von Westnetz in Selm so aus: Es wird eine Strecke von rund 120 Kilometern im Innenstadtbereich abgefahren und fotografiert. Das Kamerafahrzeug liefert während der Fahrt Fotos und weitere wichtige Informationen über die Strecke. „Der Vorteil von Mobile Mapping liegt vor allem in der Zeitersparnis und Genauigkeit der Daten, denn bisher mussten die Westnetz-Mitarbeiter die Strecken deutlich umständlicher erfassen und dokumentieren“, teilt Katrin Frendo mit. So entfallen beispielsweise zeitaufwändige Ortsbegehungen, um Bodenbeschaffenheiten zu analysieren.

Pascal Wippermann, Netzplaner bei Westnetz, fotografiert die mögliche Breitbandtrasse in der Innenstadt Selm.

Pascal Wippermann, Netzplaner bei Westnetz, fotografiert die mögliche Breitbandtrasse in der Innenstadt Selm. © Westnetz

Pascal Wippermann aus dem Planungsteam der Westnetz in Recklinghausen ist zurzeit in Selm unterwegs: „Mit dieser neuen Technik sind wir jetzt noch schneller und detaillierter in unserer Bestandsaufnahme und Dokumentation von möglichen Trassenverläufen. Die Fotos liefern neben dem optischen Zustand der Umgebung wichtige Geodaten. Unter anderem können wir in den Fotos später auch Entfernungen messen.“

Westnetz: Datenschutz ist gewahrt

Bleibt die Frage, wie es mit dem Datenschutz aussieht. Menschen und Gebäude werden ja fast zwangsläufig mitfotografiert. Katrin Frendo teilt dazu mit: „Datenschutz wird beim Mobile Mapping groß geschrieben, denn Personen und Autokennzeichen werden unkenntlich gemacht. Die gespeicherten Daten sind nur für Westnetz-Mitarbeiter einsehbar und werden nicht veröffentlicht.“

Das Engagement von innogy und Westnetz müsste ja eigentlich auch Bürgermeister Mario Löhr freuen, oder? Tut es auch: „„Ich begrüße das sehr. Wir wollen als Stadt ja weitere Baugebiete ausweisen und durch den Breitbandausbau bekommen wir eine bessere Vernetzung hin.“ Gleichzeitig sei Breitbandausbau für den Wirtschaftsstandort Selm wichtig. Die Geschäfte können laut Löhr auch davon profitieren.

Bürgermeister: Mit an der Spitze im Kreis Unna

Wird Selm also bald, was Breitbandausbau betrifft, eine Menge weiße Flecken weniger haben? „Auf jeden Fall. Vor zehn Jahren war Selm im Kreis Unna mit das Schlusslicht. Jetzt sind wir mit in der Spitze beim Breitbandausbau“, sagt der Bürgermeister. Das merke man stark beim Thema Digitalisierung: „In der Verwaltung haben wir über 120 Heimarbeitsplätze einrichten können. Da gibt es andere Städte, die noch nicht so weit sind. Die Investitionen in der Vergangenheit waren richtig.“

Die Westnetz GmbH mit Sitz in Dortmund ist der Verteilnetzbetreiber für Strom und Gas im Westen Deutschlands. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der innogy Westenergie GmbH. Westnetz betreibt mit 5.100 Mitarbeitern eine Vielzahl von Netzen unterschiedlicher Eigentümer im Westen Deutschlands. Innerhalb der innogy Westenergie GmbH verantwortet Westnetz im regulierten Bereich Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb von 180.000 Kilometern Stromnetz und 24.000 Kilometern Gasnetz.

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