Den Parkplatz an der Straße Im Sundern gibt es seit 2015. Hier soll im September das Autokino stattfinden. © Arndt Brede (Achiv)
Autokino

Autokino auf Parkplatz Im Sundern: Gerüchte rund um Veranstaltung in Bork

Im September plant die Stadt ein Autokino-Event in Bork, um das sich viele Gerüchte gesponnen haben. Wird das Kino für immer bleiben? Und wird der Parkplatz In Sundern jemals zurückgebaut?

Not amused – so beschreibt eine Anwohnerin des LAFP in Bork die Stimmungslage der Anwohner rund um die Polizeischule in einem Anschreiben an die Redaktion. Der Parkplatz an der Straße Im Sundern „mitten im Wohngebiet“ hätte schließlich ursprünglich mal zurückgebaut werden sollen. Und jetzt soll er für das Autokino auch noch als Veranstaltungsfläche dienen? Darüber hatte sich bei mehreren Anwohnern Unmut breit gemacht, erklärt die Schreiberin. Gerüchte gingen durch die Nachbarschaft und die sozialen Medien – zum Beispiel dass das Autokino dauerhaft auf dem Parkplatz veranstaltet werden soll und nicht nur einmal in diesem Jahr.

Bei der Stadtverwaltung seien entsprechend viele Fragen aufgekommen, sagte Bürgermeister Thomas Orlowski am Montagabend (24. August). Da hatte er die Anwohner zu einer Infoveranstaltung auf den Parkplatz geladen. „Es gab so viele Nachfragen und Gerüchte, dass wir uns gedacht haben: Also nee, dann informieren wir mal direkt vor Ort, was tatsächlich geplant ist“, sagte er. Etwas, das sich eine Anwohnerin schon etwas früher gewünscht hätte. Sie kritisierte die Art der Kommunikation der Stadtverwaltung – und, dass man über eine Großveranstaltung wie ein Autokino als direkter Anwohner aus der Zeitung erfahre und nicht vorab gefragt werde. „Da muss man sich erst wehren, damit sie hierher kommen“, sagt sie.

Autokino am 17. und 18. September in Bork

Die anfangs durchaus spürbare Verärgerung oder Verunsicherung der Anwohner verflog aber beim großen Teil der rund 15 erschienenen Interessierten zusehends, als Thomas Orlowski klarstellte: Ein Autokino ist nur in diesem Jahr in Bork geplant – für zwei Abende im September (17. und 18.). „Wir haben dazu einmalig die Möglichkeit“, so Orlowski. Im Frühjahr sei der Sponsor Westenergie auf die Stadtverwaltung zugegangen und habe das Angebot gemacht, das Event in Selm auszurichten. Mitten in der Pandemie. Ähnliche Veranstaltungen hat das Unternehmen Westenergie schon in mehreren Kommunen veranstaltet. Involviert ist dabei immer ein lokaler Verein, der sich um Einlass und Catering kümmert. In Bork wird das der PSV machen. Die Einnahmen aus der Veranstaltung sollen auch in die Jugendarbeit des Sportvereins fließen.

Eine besondere Veranstaltung in Bork nach den vielen mauen Pandemie-Monaten und eine gute Sache für den PSV: Das hatte die Stadt schnell überzeugt. „Wir fanden, das ist eine so schöne Sache, da wollen wir dabei sein“, erklärt Orlowski. Erst, so sagte es Stadtsprecher Malte Woesmann, der ebenfalls vor Ort war, sei auch das Lasise als Veranstaltungsfläche im Gespräch gewesen. Weil das an den meisten Wochenenden mit anderen Veranstaltungen schon ausgebucht war, war man auf den Parkplatz des LAFP als Austragungsort für das Autokino gekommen.

„Es gibt ja auch bestimmte Kriterien, die eine Fläche erfüllen muss“, erklärte Woesmann. „Da hat man hier in Selm nicht so viele Möglichkeiten.“ Außerdem, das betonte der Bürgermeister, fände er es gut, dass die Veranstaltung so in den Ortsteil Bork falle.

150 Autos können pro Veranstaltung auf den Platz kommen

Geplant sei es so, dass die Leinwand auf der Wiese hinter dem Parkplatz stehe. Aus circa 150 Autos heraus können die Zuschauer dann den Film verfolgen. Eintrittskarten wird es im Vorverkauf geben. Wann genau der startet und wie teuer die Karten sein werden, konnte die Stadt noch nicht sagen. Das stehe noch nicht ganz genau fest. Genauso sieht es bei den Filmen aus, die auf der zwölf mal acht Meter großen Leinwand gezeigt werden sollen. Die definitive Entscheidung werde bald fallen, sagte Malte Woesmann aber. Und dann wolle man auch schnell mit der Vermarktung beginnen.

„Wie sieht es denn mit der Beschallung aus?“, fragte ein Anwohner noch. Das, so hofft die Stadt, werde aber nicht so ein großes Problem werden. Wie in Autokinos üblich, läuft der Ton des Films über eine bestimmte Frequenz im Autoradio – und schallt so nicht durch die Nachbarschaft. Aber: Der Strom kommt aus einem Generator und die pro Abend 150 heranfahrenden Autos sorgen natürlich auch für etwas Lärm. Für etwas Unmut sorgte dann noch die Ankündigung der Stadt, dass die Autos für den Einlass auf den Parkplatz über die Straße Zum Sundern und nicht über die Straße Im Sundern geführt werden sollen. „Das würde sonst Rückstau bis über die Ampelkreuzung geben“, so Malte Woesmann.

Könnte der Parkplatz zurückgebaut werden?

Das LAFP sei auch schon informiert – der Parkplatz an der Straße Im Sundern werde für das Wochenende abgesperrt. „Ach“, sagte ein Anwohner augenzwinkernd, „dann geht es ja doch ohne diesen Parkplatz?!“ Mehrere Teilnehmer deuteten außerdem an, dass der andere LAFP-Parkplatz am Schwimmbad oft sehr leer sei.

Zum Hintergrund: Der Parkplatz wurde 2015 angelegt – weil der andere LAFP-Parkplatz hinter dem Hallenbad durch die damals errichtete Zelt-Notunterkunft für Flüchtlinge belegt war. Seit Dezember 2016 kann die Fläche am Schwimmbad aber auch wieder zum Parken genutzt werden, nachdem die Zelte abgebaut worden waren. Der Parkplatz Im Sundern blieb trotzdem bestehen – zunächst bis 2018, dann auch darüber hinaus ohne zeitliche Begrenzung. „Wir haben im Moment nicht vor, den Parkplatz zurückzubauen“, sagte Orlowski am Montag noch mal. Wie schon bei einer Anwohnerversammlung 2018 regte sich auch an diesem Abend dagegen nicht viel Widerstand bei den Besuchern der Veranstaltung.

Über die Autorin
Redakteurin
Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
Zur Autorenseite
Marie Rademacher

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.