Bewährungsstrafe nach Angriff mit dem Küchenmesser

Bluttat aus "krankhafter Wut"

Knapp eineinhalb Jahre nach einem gefährlichen Messerangriff auf einen Imbissbudenbesitzer an der Kreisstraße hat das Landgericht Dortmund am Montag einen 42-jährigen Familienvater zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das Motiv für die Bluttat war krankhafte Wut.

SELM

von Von Werner von Braunschweig

, 21.03.2011, 18:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

Tags zuvor hatte er in dem Schnellrestaurant Essen und Getränke bestellt und sich im Nachhinein beim Preis ungerecht behandelt gefühlt. Tatsächlich war jedoch alles korrekt abgelaufen. Kurz nachdem der Imbiss-Chef den Unruhestifter rausgeschmissen hatte, war die Situation eskaliert: Der Familienvater zog ein Küchenmesser hervor und stach auf den Imbissbesitzer ein. Der Mann erlitt tiefe Schnittverletzungen am Arm, sackte zu Boden und wurde von Angehörigen versorgt. Währenddessen machte sich der Angeklagte mit den gewaltsam erkämpften zwei Euro auf den Heimweg. Auf seiner Flucht leistete er sich noch einen schamlosen „Nachschlag“: Direkt vor der schockierten Opferfamilie zog der Mann noch komplett seine Hose herunter.

Dass der Selmer nicht höher bestraft wurde, lag in erster Linie daran, dass er zur Tatzeit nur vermindert schuldfähig war. Er leidet seit 1993 unter wahnhaften Psychose-Schüben. Am Tattag war eine solche Episode erneut ausgebrochen. Wie es hieß, glaubte der 42-Jährige damals, er sei ein „Prophet“, der sich rächen müsse. Laut Urteil muss der Mann fortan eine ständige Behandlung durch einen Nervenarzt sicherstellen. Nimmt er regelmäßig seine Tabletten ein, scheinen die Wutanfälle unter Kontrolle. Als Bewährungsauflage verhängten die Richter der 39. Strafkammer die Ableistung von 200 Sozialstunden.

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