Borker Astrofotograf bildet Tannenbaum im All ab

Weihnachten am Nachthimmel

„Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ – nicht nur in den Wohnzimmern und Vorgärten, sondern auch am Nachthimmel. Astrofotograf Wolfgang Zimmermann aus Bork hat den 2500 Lichtjahre entfernten Sternenhaufe namens Christmas Tree – Weihnachtsbaum - fotografiert. Wir haben mit ihm gesprochen.

BORK

, 24.12.2016, 09:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wolfgang Zimmermann

Wolfgang Zimmermann

Dort ist ein ganz besonderer Weihnachtsbaum zu finden: 2600 Lichtjahre von der Erde entfernt, aber dennoch selbst mit bloßem Auge zu entdecken – wenn man weiß, wo zu suchen ist. So wie Wolfgang Zimmermann. Ein guter Ausgangspunkt dabei sei der Orion, sagt der 61-Jährige: „eines der schönsten Sternbilder am nördlichen Himmel“. Von drei, in einer Reihe eng nebeneinander liegenden Sternen – dem Gürtel des Himmeljägers Orion – müsse man den Blick nach Osten wandern lassen. So lange, bis der Tannenbaum kommt.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So sieht der Weihnachtsbaum am Borker Himmel aus

Über dem Borker Himmel hat Astrofotograf Wolfgang Zimmermann einen Weihnachtsbaum entdeckt: 2600 Lichtjahre von der Erde entfernt, aber dennoch selbst mit bloßem Auge zu entdecken – wenn man weiß, wo zu suchen ist. Wir zeigen Eindrücke in der Fotostrecke.
16.12.2016
/
Die Aufnahme besteht aus 15 Einzelaufnahmen, die je 7 Minuten belichtet sind. So kommt eine Gesamtbelichtungszeit von 1 Stunde und 45 Minuten zusammen.© Foto: Wolfgang Zimmermann
Im Teleskop ist der Sternenhaufen in der Form eines Weihnachtsbaums bereits gut zu erkennen.© Foto: Wolfgang Zimmermann
Hier eine Aufnahme, die aus 15 Einzelaufnahmen besteht: Der Christmas Tree (NGC 2264) beschreibt ein Gebiet, das aus einem Teil eines H-II-Gebiets (mit einer davor liegenden Dunkelwolke, dem Konusnebel), einem Sternhaufen (dem Weihnachtsbaum-Sternhaufen) und dem diffusen Nebel dazwischen besteht. Es befindet sich in etwa 2500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn.© Foto: Wolfgang Zimmermann
Die Aufnahme besteht aus 15 Einzelaufnahmen, die je 7 Minuten belichtet sind. So kommt eine Gesamtbelichtungszeit von 1 Stunde und 45 Minuten zusammen.© Foto: Wolfgang Zimmermann
Diese Aufnahme entstand mit kleiner Brennweite (135 mm). Der Weihnachtsbaum ist da schon sehr auffällig.
So würde sich der Sternhaufen in einem kleinen Fernglas zeigen - allerdings auf dem Kopf.© Foto: Wolfgang Zimmermann
Schlagworte

Kein Witz: Wer nur lange genug in die Richtung schaut, erahnt im schwarzen Firmament etwa 40 auffällig helle Sterne in der Form eines Tannenbaums mit brennenden Kerzen. Einem Engländer fiel die Ähnlichkeit zuerst auf. Er taufte das um 1785 erstmals von William Herschel entdeckte Himmelsbild, das im internationalen Katalog von galaktischen Nebeln, Sternhaufen nur nüchtern NGC 2264 heißt, „Christmas Tree“.

 

 

Wolfgang Zimmermann war es nicht genug, den Baum finden zu können. Er hat ihn fotografiert: wieder und wieder. Das Ergebnis ist verblüffend. Denn die per Computer aufeinander gelegten Langzeitbelichtungen bringen nicht nur mehr Nähe, sondern auch Farbe ins Spiel. „Unsere Augen können die Farben in der Nacht nicht sehen“, erklärt der Betriebswirt, der seit seiner Kindheit Feuer und Flamme ist für ferne Galaxien.

Kamera mit Teleskop verbunden

Seine Ausrüstung dagegen schon: eine auf einem Motor montierte Spiegelreflexkamera, die mit einem Teleskop verbunden ist. Sie lässt Wasserstoffwolken als roten Nebel erscheinen und Staub- und Gaswolken blau wabern. „Hier“, der Borker tippt auf seine Aufnahme, „entstehen gerade neue Sterne und Planetensysteme“.

Wobei „gerade“ irreführend ist. Denn das Licht des Weihnachtsbaums war schon 2600 Jahre unterwegs, bevor es Zimmermanns Fotochip erreichte. Gestartet war es, noch bevor das Wunder der Weihnacht passiert ist. 

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt