Borkerin wird am Telefon ausgefragt - angeblich im Auftrag der Stadt

Dreister Anruf

BORK Familie Werner-Küchler ist verärgert und zugleich verunsichert. Eine Frau gab sich am Telefon als Mitarbeiterin der Stadt Selm aus und fragte Ute Werner-Küchler nach ihrer Rentenversicherung aus. Das war der Borkerin schon suspekt, trotzdem beantwortete sie die Fragen. Jetzt weiß sie: Das war keine Umfrage im Auftrag der Stadt.

von Von Alexandra Neuhaus

, 25.10.2009, 12:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bekamen einen dreisten Telefonanruf: Ute Werner-Küchler und ihre Tochter Jaqueline.

Bekamen einen dreisten Telefonanruf: Ute Werner-Küchler und ihre Tochter Jaqueline.

Die Nummer des Anrufers? Unterdrückt. Die Mutter Ute Werner-Küchler war dennoch bereit, Auskunft zu geben. „Ich nehme öfter an Umfragen teil“, sagt die Hausfrau. Das Thema der angeblich städtischen Befragung: Rentenversicherungen. „Fünf Fragen hat mir die Dame gestellt“, erinnert sich Werner-Küchler. „Sie wollte etwa wissen, wie wir privat für die Rente vorsorgen, was wir beruflich machen, wie viele Personen im Haus wohnen.“ Einzige Frage, die die Stadt betraf: „Tut die Stadt Selm genug für die Rentner?“ Ein Hinweis darauf, dass diese Umfrage überhaupt nicht von der Stadt initiiert war. Und auch andere Punkte machten Ute Werner-Küchler schon im Laufe des Gesprächs misstrauisch. „Es hörte sich nicht an, als würde von einer Hotline angerufen. Im Hintergrund war nur noch eine andere Frauenstimme zu hören“, sagt Werner-Küchler. Das Merkwürdigste: „Am Ende des Telefonats sprach die Dame mich mit ‚Frau Werner‘ an.“ Seit drei Jahren trägt sie jedoch einen Doppelnamen. „Das hätte sie doch wissen müssen, wenn sie für die Stadt arbeitet“, merkt Werner-Küchler an und genau so habe sie das der Anruferin auch gesagt. Die Reaktion? „Na dann, schönen Tag noch.“

Wie bereits vermutet: Diese Umfrage kam nicht von der Stadt Selm. „Nein, wir führen weder Umfragen im Bezug auf die Berufstätigkeit unserer Bürger noch auf die Rentenversicherungen durch“, bestätigt Ursula Kappert von der Stadtverwaltung. Der Fall Werner-Küchler – offensichtlich kein Einzelfall. „Auch bei mir haben sich Freitag schon Betroffene gemeldet, die nach ihren Renten ausgefragt wurden“, berichtet Kappert. Im Haus Werner-Küchler ist die Sorge jetzt groß. „Ich hoffe, ich habe den Leuten nicht zu viele Details über unser Privatleben mitgeteilt“, sagt Ute Werner-Küchler. Ihre Reaktion bei zukünftigen anonymen Umfragen: „Einfach auflegen.“

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