Klingt entspannt: Am Fuße der Lichtkuppel im Auenpark Boule spielen, sich treffen, plaudern. Das ist auch schon möglich. Doch es fehlt noch was.

Selm

, 05.11.2020, 08:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als sie hörten, dass die Stadt plant, im Auenpark Boulebahnen anzulegen, waren sie elektrisiert. „Sie“, das sind mittlerweile rund ein Dutzend Männer aus Selm, Waltrop und Oer-Erkenschwick, die fasziniert von dem Spiel sind, bei dem es darum geht, mit den eigenen Boule-Kugeln möglichst nah an eine Zielkugel zu gelangen. Und so freuten sie sich auf das, was da geplant war, damit sie ihrer Leidenschaft in schöner Umgebung nachgehen können.

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„Es werden Bahnen mit einer wassergebundenen Decke und einer Hartholzumrandung gebaut“, hatte die Stadt Selm Anfang des Jahres mitgeteilt. Laut Stadtsprecher Malte Woesmann sollten die Boule-Bahnen ab dem Frühsommer zur Verfügung stehen. Also dann, wenn auch der Rest des Auenparks fertiggestellt sein würde. Der Auenpark ist offiziell eröffnet und wird rege von Spaziergängern genutzt. Aber die Boulebahnen sind noch nicht fertig.

Noch ist der Boden zu weich. Die Kugeln hinterlassen Löcher.

Noch ist der Boden zu weich. Die Kugeln hinterlassen Löcher. © Arndt Brede

Manfred Breyer und Anton Kohl stehen unterhalb der Lichtkuppel im Selmer Auenpark. Jeder hat silbern glänzende Kugeln in der Hand. Nicht weit entfernt liegt eine kleine Kugel. In den nächsten Minuten ist es das einzige Ziel der beiden Herren im Rentenalter, ihre Silberkugeln so nah wie möglich an eben jener kleinen Kugel zu platzieren. Durch Würfe in eleganter Haltung. Klappt auch - mehr oder weniger gut. Aber immerhin haben die beiden Männer und einige andere Mitstreiter, die an diesem Tag nicht nach Selm kommen können, weil Ansammlungen draußen wegen Corona ja verboten sind, im Auenpark einen Bereich, in dem sie montags ihrem Hobby nachgehen können.

Umrandung fehlt noch

Wenn da nicht größere Haken bei der Sache wären. „Es fehlt die Umrandung in Form von Balken“, sagt Manfred Breyer. Die Umrandung sei aber wichtig, damit die Kugeln nicht aus der Bahn fliegen beziehungsweise rollen können.“ Er habe dann bei der Stadtverwaltung mal nachgefragt, wann denn mit dieser Umrandung zu rechnen sei. Antwort laut Breyer: Die Balken seien nicht zu beschaffen.

Die Boulespieler - hier Manfred Breyer (r.) und Anton Kohl - sind offensichtlich einsatzbereit und warten nur darauf, auf der fertigen Boulebahn zu spielen.

Die Boulespieler - hier Manfred Breyer (r.) und Anton Kohl - sind offensichtlich einsatzbereit und warten nur darauf, auf der fertigen Boulebahn zu spielen. © Arndt Brede

Die Umrandung beziehungsweise Einfassung ist aber nicht das Einzige, was die Boulebahnen im Auenpark so richtig komplettieren würde: Zwar sei eine wassergebundene Decke aufgezogen worden, wie sie die Stadt Anfang des Jahres angekündigt hatte. „Die ist aber nicht richtig“, berichtet Anton Kohl. „Die Decke ist viel zu rau“, ergänzt Breyer. Sie müsse viel glatter sein, damit die Kugeln auch vernünftig rollen können. „Wenn wir hier spielen, verspringen die Kugeln.“ Das liege auch an den vielen lose herumliegenden Steinen. „Außerdem ist die Decke nicht genügend verdichtet“, bemerkt Manfred Breyer. Sobald die Kugeln nach dem Wurf auf dem Boden landen, entstehen Löcher.

Er habe sich im Amtshaus Bork die Pläne für die Boulebahnen angesehen: „Die sind ganz toll.“ Er habe aber zusätzlich angeregt, einen Unterstand zu bauen, „damit wir uns auch mal unterstellen können“. Dem werde die Stadt seiner Einschätzung nach aber nicht folgen.

Es ist der Spaß am Spiel und auch ein wenig Ehrgeiz, der die Männer im Rentenalter, die gern im Auenpark ihrem Hobby nachgehen, am Boulespiel fasziniert.

Es ist der Spaß am Spiel und auch ein wenig Ehrgeiz, der die Männer im Rentenalter, die gern im Auenpark ihrem Hobby nachgehen, am Boulespiel fasziniert. © Arndt Brede

Was die beiden Männer im Namen ihrer Mitspieler im Gespräch mit der Redaktion auch zum Ausdruck bringen, ist, dass es schwer nachzuvollziehen sei, dass die Finanzmittel für die Boulebahnen vorhanden seien, es aber bisher an der Ausführung, sprich: der Materialbeschaffung, scheitere.

Stadt: Umrandung kommt zeitnah

Wir haben die Stadtverwaltung in Person des Stadtsprechers Malte Woesmann mit den Punkten, die den Boulespielern wichtig sind, konfrontiert. Wann kommen die angekündigten Umrandungen für die beiden Bahnen? „Die Umrandungen sind bestellt und geliefert“, antwortet Woesmann.

Die vorbereitenden Arbeiten zur Fertigstellung der Boulebahnen liefen am Mittwoch.

Die vorbereitenden Arbeiten zur Fertigstellung der Boulebahnen liefen am Mittwoch. © Arndt Brede

Der Auftrag zum Aufbau sei erteilt. „Dies soll zeitnah geschehen.“ Am Mittwoch, 4. November, waren vorbereitende Arbeiten zur Fertigstellung im Gange.

Wird in Sachen Boden nachgebessert? „Ja“, sagt der Stadtsprecher. „Die Bahn ist noch nicht fertiggestellt. Daher ist der Boden nicht entsprechend vorbereitet. Dieser wird beim Aufbau der Bahnen verdichtet.“

Ein tolles Ergebnis: Die Silberkugeln sind nah an der kleinen Kugel.

Ein tolles Ergebnis: Die Silberkugeln sind nah an der kleinen Kugel. © Arndt Brede


Sind Unterstände oder zumindest ein Unterstand denkbar, damit die Boulespieler sich auch mal unterstellen können? Woesmanns Antwort: „Zurzeit ist dies nicht vorgesehen. Dies war von Beginn an kein Bestandteil der Planungen.“

Die beiden Boulebahnen werden laut Malte Woesmann circa 2400 Euro kosten.

Attraktivität des Auenparks gesteigert

Nun hoffen die Boulespieler aus Selm, Waltrop und Oer-Erkenschwick im gesetzten Alter, dass die Boulebahnen baldmöglichst fertig gestellt werden. Die Anlage trage aber auch jetzt schon zur Steigerung der Attraktivität des Auenparks bei, sagt Breyer: „Nicht nur wir haben hier Spaß. Wenn das Wetter schön ist, haben wir eine ganze Menge Zuschauer. Und wenn ein Kind mal mitmachen möchte, kriegt es mit Erlaubnis der Eltern auch mal eine Kugel in die Hand und darf sie werfen.“ Und drumherum stehen müssen auch nicht alle. Es gibt Sitzbänke direkt an den Boulebahnen.

Alle, die sich der lockeren Boule-Vereinigung anschließen wollen, können sich an Manfred Breyer unter Tel. (0172) 2 36 19 11 oder per Mail an mannimog@gmail.com wenden.

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