Brand an Flüchtlingsunterkunft vorsätzlich gelegt

Staatsanwaltschaft ermittelt

Das Versorgungszelt an der Flüchtlingsunterkunft in Coesfeld ist am Dienstag Ziel eines Brandanschlages gewesen. "Die Ermittlungen haben ergeben, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde", sagte Oberstaatsanwalt Heribert Beck am Mittwochmorgen. Die Polizei sucht jetzt Zeugen.

COESFELD

, 25.02.2015, 10:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dem Berufskolleg Coesfeld stehen mehrere Zelte des Deutschen Roten Kreuzes, in denen Flüchtlinge behandelt und betreut werden. Eines dieser Zelte ging nun in Flammen auf.

Vor dem Berufskolleg Coesfeld stehen mehrere Zelte des Deutschen Roten Kreuzes, in denen Flüchtlinge behandelt und betreut werden. Eines dieser Zelte ging nun in Flammen auf.

Aktualisierung 12.26 Uhr:

Mit Plastikmüll haben die bislang unbekannten Täter den Brand vor der Flüchtlingsnotunterkunft in Coesfeld entfacht. Dies bestätigte der ermittelnde Oberstaatsanwalt Heribert Beck aus Münster. „Der Plastikmüll wurde vor dem Eingangsbereich angezündet. Ob ein Brandbeschleuniger wie Benzin eingesetzt wurde ist unklar“, so Beck. In der Nacht zu Dienstag war ein Versorgungszelt des Deutschen Roten Kreuzes vor der Flüchtlingsnotunterkunft am Berufskolleg in der Borkener Straße abgebrannt. 

Die Polizei Münster ermittelt „völlig ergebnisoffen“, wie Polizeisprecher Andreas Bode mitteilte. Und weiter: „Ein rechtsradikaler Hintergrund ist aber nicht auszuschließen.“ Die Polizei wird vermehrt mit Streifenwagen am Schulgelände vorbei fahren, um die rund 80 Flüchtlinge, die in der Turnhalle des Berufskollegs untergebracht sind, zu schützen.

Auch der von dem Kreis Coesfeld zum Schutz der Flüchtlinge eingesetzte Sicherheitsdienst wird die Schutzmaßnahmen nach Absprache mit der Polizei optimieren, wie ein Sprecher der Kreisverwaltung Coesfeld mitteilte. „Die Flüchtlinge haben den Brand aber zum großen Teil gar nicht mitbekommen“, sagte der Mitarbeiter der Kreisverwaltung weiter. Besondere psychologische Betreuung oder gar eine Verlegung der Flüchtlinge sei deshalb nicht notwendig.    

Erstmeldung:

Das vom Deutschen Roten Kreuz aufgestellte Versorgungszelt stand auf dem Schulgelände des Berufskollegs an der Borkener Straße und war in der Nacht zu Dienstag abgebrannt. In der Turnhalle der Schule sind rund 80 Flüchtlinge untergebracht. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden.

„Wir setzen alles daran, die Täter zu überführen. Wir stehen aber noch ganz am Anfang der Ermittlungen und müssen zunächst die Hintergründe ermitteln", erklärte Oberstaatsanwalt Beck. Die Polizei sucht Zeugen, die zur Tatzeit verdächtige Personen gesehen oder andere Beobachtungen gemacht haben. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. (0251) 27 50 entgegen.

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