Brand vor der Flüchtlingsunterkunft in Coesfeld

Polizei und Staatsschutz ermitteln

Vor der Flüchtlingsunterkunft am Pictorius-Berufskolleg in Coesfeld hat in der Nacht zu Dienstag ein großes Versorgungszelt gebrannt. Niemand wurde verletzt, die Feuerwehr konnte die Flammen löschen. Die Polizei schließt einen rechtsradikalen Hintergrund der Tat nicht aus. Auch der Staatsschutz ermittelt.

COESFELD

, 24.02.2015, 12:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Rund 80 Flüchtlinge sind in der Turnhalle des Berufskollegs untergebracht. Gegen 1.15 Uhr am Dienstagmorgen bemerkte ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das Feuer am DRK-Versorgungszelt. In den Zelten vor der Halle werden die ankommenden Flüchtlinge tagsüber untersucht. Über Nacht ist dort niemand untergebracht. Der Brand wurde von der Feuerwehr gelöscht, es gab keine Verletzten. 

Polizei: Technischer Defekt ist auszuschließen

Der Eingangsbereich des drei Meter breiten und acht Meter langen Versorgungszeltes ist laut Polizei komplett abgebrannt. Darin befanden sich nur Tische und Bänke, keine Kabel oder elektronische Geräte. Ein entscheidendes Indiz für Andreas Bode, Pressesprecher der Polizei Münster: „Ein technischer Defekt ist daher auszuschließen“, sagte er am Dienstagvormittag auf Anfrage. Und weiter: "Wir schließen einen rechtsradikalen Hintergrund nicht aus."

Auch am Nachmittag stand die Brandursache noch nicht fest. Ob eine Nachlässigkeit wie eine weggeworfene Zigarettenkippe das Feuer verursachte oder ob es tatsächlich einen politisch motivierten Hintergrund gibt, soll nun ein Brandsachverständiger klären. Der Staatsschutz beteiligt sich ebenfalls an den Ermittlungen. Über weitere Schutzmaßnahmen für die Flüchtlingsnotunterkunft entscheidet die Polizei, sobald die Brandursache geklärt ist. 

Aus dem Kosovo, Syrien und Palästina

Vor einer Woche sind die ersten Flüchtlinge in Coesfeld angekommen, die in der Notunterkunft am Berufskolleg untergebracht sind. Im Laufe der vergangenen Woche trafen über 80 Flüchtlinge ein. Viele von ihnen kommen aus dem Kosovo, aus Syrien, Palästina, Guinea, Angola, Serbien, Marokko und Algerien. 

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