Briefmarken-Engpässe zu Beginn der Portoerhöhung: Auch in Selm gab es Probleme

mlzFehlende 10-Cent-Briefmarken

Die Portoerhöhung der Deutschen Post sorgte an vielen Orten für einen Briefmarken-Engpass. Bei Schreibwaren Gerling waren einige Briefmarken ebenfalls besonders gefragt.

von Thorsten Faust

Selm

, 20.07.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am ersten Juli trat die neue Portoerhöhung der Deutschen Post in Kraft. Unter anderem wurden die Preise für Standard-, Kompakt-, Groß-, und Maxibriefe, sowie für Einschreiben und Postkarten erhöht.

Standardbriefe kosten seitdem nicht mehr wie gewohnt 70 Cent, sondern 80. Auch das Porto für Postkarten wurde von 45 auf 60 Cent angehoben. Jedoch ist das nicht das einzige, was den Kunden sauer aufstößt.

Denn für die, die noch eine größere Menge an alten Postkarten besitzen, hieß es erst einmal: warten. Die Post bietet neben den üblichen Marken zum Versand von Briefen oder Postkarten auch 10-Cent-Ergänzungsmarken an.

Klebt man die in Kombination mit einer 70-Cent-Briefmarke auf einen Standardbrief, ergibt sich das erforderliche Porto von 80 Cent. So bietet sich die Möglichkeit, alte Briefmarken weiterhin versenden zu können.

Engpässe bei den Ergänzungsmarken

Den Wunsch, diese 10-Cent-Briefmarken zu erwerben, konnten sich allerdings nur wenige erfüllen. Auch die Kunden in Selm gingen oft leer aus. Der Ansturm auf die Briefmarken war bei der Post in Selm im Schreibwaren-Geschäft Gerling am Willy-Brandt-Platz deutlich zu spüren.

„Bereits nach einem halben Tag war die Erstausstattung ausverkauft“, berichtet Wolfgang Gerling, der Ladenbesitzer, im Bezug auf die Ergänzungsmarken. Das hatte zur Folge, dass er im Verlauf der ersten Juli Woche Hunderte Kunden habe vertrösten müssen, erläuterte er.

Ladenbesitzer auf sich allein gestellt

Erst eine Woche später, also am 7. Juli, kam der sehnlichst erwartete Nachschub der Post bei dem Ladenbesitzer an. Erst dann konnte er der hohen Nachfrage der Kunden wieder gerecht werden.

Bis dahin wusste der Ladenbesitzer sich aber zu helfen. In kleinerem Umfang habe er die vielen Kunden auch mit 5-Cent-Marken versorgen können. Bei größerer Nachfrage der Kunden wäre aber auch das schwierig geworden, so Gerling.

Außerdem bestehe die Möglichkeit, Briefmarken vor Ort in den Filialen auszudrucken und so auf das gewünschte Porto zu kommen. Die müssen dann allerdings direkt auf den Brief oder die Postkarte, sodass man sich einen Vorrat an 10-Cent-Briefmarken auch nicht ausdrucken hätte können, um sie mit nach Hause zu nehmen.

Ursachensuche bei der Post

Mittlerweile sind jedoch alle Probleme beseitigt und Wolfgang Gerling kann wieder alle Kunden mit den Briefmarken versorgen. Wie es allerdings zu diesen Engpässen kommen konnte, weiß Rainer Ernzer, der Pressesprecher der Deutschen Post, der unter anderem für Selm, Olfen und Nordkirchen zuständig ist.

57 Millionen Briefe werden in Deutschland jeden Tag verschickt. Einen großen Teil davon machen Standardbriefe aus. Um die Umstellung des Portos abzuwickeln, seien 940 Millionen Briefmarken gedruckt und an die 27.000 Filialen geliefert worden.

Zu Kleines Zeitfenster für die Post

Die Engpässe der 10-Cent-Marken begründet er mit sehr kurzen Fristen. Der Abstand zwischen der Genehmigung der Portoerhöhung und dem Inkrafttreten sei knapper als gewöhnlich gewesen.

Bei vorherigen Portoerhöhungen habe man mehr Zeit gehabt, um bereits früher zu drucken und die Briefmarken dann zu versenden. Auch den hohen Umfang der Nachfrage habe man nicht erwartet, da es bei vorherigen Preiserhöhungen weniger Nachfrage gab. „Viele haben sich eingedeckt“, gab Ernzer zu bedenken.

Um den Engpässen in der ersten Juliwoche zu entgegnen, habe man extra mehr Briefmarken als sonst gedruckt, sodass der Verkauf der Marken wieder wie gewohnt laufen sollte, so Rainer Ernzer.

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