Starkregen

Bürger bohrt in Sachen Starkregen beim Selmer Bürgermeister nach

Der Starkregen vom 27. Juli in Selm lässt den Menschen keine Ruhe. Es gibt weiterhin viele Fragen. Aber auch Tipps aus den Reihen der Bürger, wie man sich vor Schäden schützen kann.
Um das Pumpwerk Seiland ranken sich angesichts der jüngsten Starkregenereignisse in Selm viele Fragen der Bürger. © Arndt Brede

Heiko Mickeleit wohnt in der Seilandsiedlung. Auch dort hatte es am Dienstag, 27. Juli, während des Starkregens Überschwemmungen gegeben. Mickeleit hat sich nun aufgemacht, mit gezielten Fragen dazu beizutragen, dass solche Schäden, wie sie durch vollgelaufene Keller entstanden sind, künftig möglichst vermieden werden. Diese Fragen hat er in einer E-Mail an Selms Bürgermeister Thomas Orlowski geschickt. Diese Mail liegt der Redaktion vor.

„Was hat die Stadt geplant?“

Darin heißt es unter anderem: „Bedingt durch das Starkregenereignis am 27.07.2021 in Selm hatte es wieder mal etliche ,vollgelaufene Keller‘ gegeben, da die Kanalisation (die ja auch als Rückstaukanal dient/dienen sollte) nicht in der Lage war diese Wassermengen zu fördern bzw. ,rückzustauen‘. Bei dem Regen handelte es sich zwar um einen heftigen Schauer, jedoch mit 45 Litern/m² in einer halben Stunde sicherlich nicht um ein ,Hundertjähriges Regenereignis‘. Ich denke wir alle wissen, dass es in Zukunft (sprich Klimawandel) immer wieder und wahrscheinlich auch öfter zu solchen Regenereignissen kommen wird. Was hat die Stadt Selm geplant bzw. welche Maßnahmen sollen ergriffen werden, dass die Bürger nicht bei jedem Regen Angst haben müssen, dass Ihre Keller wieder voll laufen? Das ist ja nun in den letzten Jahren häufiger der Fall gewesen.“

Der Starkregen setzte auch in der Selmer Altstadt - hier an der Einmündung Breite Straße/Zur alten Windmühle - Fahrbahnen unter Wasser und drückte sogar Gullydeckel hoch.
Der Starkregen setzte auch in der Selmer Altstadt – hier an der Einmündung Breite Straße/Zur alten Windmühle – Fahrbahnen unter Wasser und drückte sogar Gullydeckel hoch. © Redaktion © Redaktion

Die Kanalisation in vielen Teilen von Selm – zum Beispiel im Seiland – sei nicht mehr ausreichend dimensioniert, sei in vielen Straßen zwischen 50 und 60 Jahre alt. Mittlerweile seien aber unzählige zusätzliche Flächen befestigt, weitere Grundstücke bebaut worden. Und die Einwohnerzahl sei deutlich gestiegen.

„Wenn die Rückhaltung im Auenpark hervorragend funktioniert, das Pumpenhäuschen im Seiland in Betrieb war, die Einläufe und Sinkkästen von der Stadt noch kurz vor dem Regenereignis vorsorglich gereinigt worden sind, was war dann die Ursache, dass die Straßen (z.B. Ludgeristraße) zum Teil wie Seen aussahen und sich das Wasser in Fontänen durch die Gullys hochgedrückt hat?“, fragt Heiko Mickeleit Bürgermeister Orlowski.

Konkrete Fragen zum Pumpwerk

Speziell zum Pumpwerk Seiland stellt der Selmer konkrete Fragen:

  • Müssen die Pumpen noch manuell eingeschaltet werden?
  • Ist die Steuerung (wenn überhaupt vorhanden) auf dem Stand der Technik?
  • Die Pumpen müssten doch bei einem gewissen Pegel (Wasserstand) automatisch anspringen, so das es erst gar nicht zu solchen Situationen wie z.B. am 27.07.2021 kommen kann (Ein-und Ausschalt-Steuerung).
  • Sind denn die Pumpen selber überhaupt noch ausreichend dimensioniert?
  • Finden regelmäßige Wartungen statt und sind diese entsprechend dokumentiert?
  • Von wem genau wird das Pumpenhaus betrieben?

Bürgertipp: Bodeneinläufe schließen

Unterdessen hat sich der Olfener Rolf-Dieter Prochnio mit Tipps an die Redaktion gewandt. Er schreibt in einer E-Mail unter anderem: „Wenn das Wasser von der Kanalisation über das Rohrleitungssystem in den Keller zurückstaut, muss ich prüfen, welchen Weg es nimmt. Dringt das Wasser durch eine Toilette, Waschbecken oder Bodeneinlauf in die Räumlichkeiten, liegen diese Installationen unter der wasserführenden Ebene, also Kanaloberkante, sprich Straßenoberfläche.“

Um das Problem zu lösen, müssten die Bodeneinläufe im Keller mit Schnellzement geschlossen werden, erklärt Prochnio. „Die werden meist sowie so nicht genutzt. An der Toilette muss eine kleine Hebeanlage, Kosten unter 400 Euro, so groß wie ein normaler Spülkasten, angeschlossen werden. Die anderen Waschbecken müssen zu dieser Hebeanlage zusammen hingeführt und angeschlossen werden. Danach erfolgt der Anschluss wieder in einem Bogen an den bestehenden Kanal. Der Bogen muss bis über die Oberkante Straße, wasserführende Ebene, geführt werden, damit nicht das Abwasser wieder über diese Rohrleitung ins Gebäude dringen kann. Die Kosten für die Verbindung und Verlegung, in der Regel mit Kupferrohren, sind überschaubar.“

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