Bürgermeister-Idee: Mit Stadtfest-Geldern örtlichen Betrieben helfen

mlzProtest-Aktion

Seit Wochen keine Feiern, nicht einmal Stammgäste dürfen kommen: Die heimische Gastronomie leidet unter der Corona-Krise. Bei der stillen Demonstration am 1. Mai gab es Hoffnungsschimmer.

Selm

, 01.05.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gerüchte und Spekulationen verdichten sich. Einiges deutet darauf hin, dass gastronomische Betriebe ab Mitte Mai wieder öffnen dürfen - wenn sie die Abstandsregeln und andere Vorschriften einhalten können. Wie wichtig ein derartiger Schritt wäre, haben knapp zehn Betriebe am Freitag (1. Mai) deutlich gemacht.

Die Gastronomen haben Stühle aus ihren Betrieben vor dem Bürgerhaus auf dem Willy-Brandt-Platz gestellt. Die Stühle durften nicht besetzt werden. „Leere Stühle bedeuten keine Gäste. Keine Gäste bedeutet keine Erträge. Die entgangenen Umsätze können nicht nachgeholt werden. Die Gastronomie steht kurz vor dem Aus. Seit mehr als sechs Wochen sind die Betriebe geschlossen“, sagte Kaira Eistel, Geschäftsführerin vom an Hotel (Kreisstraße).

Gastronomen fordern „mehrjährige Senkung der Mehrwertsteuer“

Sie stellte auf Forderungen der Gastronomie „einen dringenden Hilferuf an die Bundes- und Landesregierung“: Sofortige Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, unbürokratische, sofortige Zuschüsse für den Umsatzausfall beziehungsweise zur Deckung der Fixkosten mehrjährige Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent.

In der Diskussion vor Ort entwickelte Selms Bürgermeister Mario Löhr einen ganz konkreten Vorschlag, wie auch der Gastronomie in Selm unter die Arme gegriffen werden soll. In Gesprächen mit den Sponsoren des Stadtfestes möchte er erreichen, dass die Unternehmen ihre Sponsorengelder an die Stadt überweisen - obwohl es in diesem Jahr gar kein Stadtfest geben wird.

Stadt würde gerne ein lokales Hilfspaket starten

Mit dem so zur Verfügung stehenden Geld könnten Gutscheine an Selmer Bürger verlost werden. Gutscheine für den örtlichen Handel - aber eben auch Gutscheine für die örtliche Gastronomie. Ein lokales Hilfspaket also. Dabei geht es immerhin um einen fünfstelligen Betrag.

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Ob sich die Idee realisieren lässt, sollen Gespräche in den nächsten Tagen zeigen. „In ein bis zwei Wochen könnte bei positivem Verlauf die Aktion starten“, sagte Löhr am Freitagmorgen auf dem Willy-Brandt-Platz. Jetzt müssen nur noch die Sponsoren des Stadtfestes zustimmen.

Gespräche mit den Sponsoren des Stadtfestes geplant

Es wäre auf jeden Fall ein starkes Zeichen gelebter Solidarität in der Stadt. Zudem würde die Aktion mit dazu beitragen, die gastronomische Vielfalt in der Stadt zu erhalten. Wie die Aktion dann im Detail durchgeführt werden soll, und wer sich wie um einen Gutschein bewerben kann, soll in den nächsten ein bis zwei Wochen geklärt werden.

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