So wie bei den Festumzügen des Schützenvereins Cappenberg sollen die Cappenberger ihren Ort ab dem 13. Mai schmücken, wünschen sich die Schützen. © Thomas Aschwer (Archiv)
Cappenberg

Cappenberg ohne Schützenfest – aber nicht ohne Schützenatmosphäre

Das ab dem 13. Mai geplante Schützenfest hat der Schützenverein Cappenberg bereits abgesagt. Doch so ganz ohne Schützenatmosphäre soll der Ortsteil Cappenberg nicht bleiben.

Eigentlich wäre am Donnerstag, 13. Mai, Vogelschießen während des Schützenfestes in Cappenberg gewesen. Und am Sonntag, 15. Mai, hätte der Festumzug laufen sollen. Wegen der Coronapandemie und den damit verbundenen Kontaktverbots-, Abstands- und Hygieneauflagen zum Schutz der Gesundheit hatte der Schützenverein Cappenberg dieses Großereignis für Cappenberg abgesagt. Dort, wo eigentlich zu Schützenfestzeiten deutlich sichtbar ist, dass Cappenberg zu den Schützen steht und mit ihnen feiert, ist dann also gar nichts davon zu spüren, oder?

Der Schützenverein Cappenberg lässt das nicht zu und nimmt die Cappenberger Bürger mit ins Boot. „Wir wollen gern, auch für die Gemeinschaft des Dorfes, dass das Dorf ein bisschen von den Bewohnern schützenmäßig geschmückt wird“, sagt Christoph Böcker, Vorsitzender des Schützenvereins Cappenberg, im Gespräch mit der Redaktion. Ab wann soll die Aktion laufen und bis wann? „Vom 13. Mai, also dem Tag, an dem wir unser Vogelschießen hätten, bis Sonntag, 16. Mai, wo unser Schützenfest enden würde. Sie können die grün-weißen Fahnen und, wenn jemand so etwas hat, auch die Wimpelkette raushängen.“

Die Cappenberger signalisieren zu wichtigen Ereignissen immer, dass sie zu ihrem Ort stehen. Unter anderem, indem sie die Deutschland, die Schützen- und die Cappenberg-Fahne hochziehen.
Die Cappenberger signalisieren zu wichtigen Ereignissen immer, dass sie zu ihrem Ort stehen. Unter anderem, indem sie die Deutschland, die Schützen- und die Cappenberg-Fahne hochziehen. © Schützenverein © Schützenverein

Wie ist das überhaupt auf Cappenberg? Ist während der Schützenfeste der gesamte Ort geschmückt? Oder gibt es auch weiße Flecken? „Der ganze Ort ist geschmückt, vor allem dort, wo der Umzug entlang führt, wird immer sehr viel geschmückt“, sagt der Vorsitzende. „Weiße Flecken haben wir im Dorf eigentlich nicht. Es ist schon toll, dass die Leute mitmachen.“ Und so sollen sie auch in diesem Jahr, in dem eben kein Schützenfest stattfindet, ihre Verbundenheit zum Schützenverein auch äußerlich zeigen. Auf seiner Facebook-Seite hat der Schützenverein einen Brief an die Cappenberger veröffentlicht, eben mit der Bitte, den Ort zu schmücken. „Wir haben sehr viel positive Resonanz erhalten“, berichtet Christoph Böcker. Tenor der Kommentare: super-Idee für den Ort und die Gemeinschaft.

Apropos Gemeinschaft. Bekommt sie in der Coronakrise nicht noch mal eine besondere Bedeutung? „Das würde ich sagen, weil man sich ja gar nicht mehr sieht und sich nicht mehr treffen kann“, sagt Böcker. „Wir haben keine Veranstaltungen. Insofern ist es noch wichtiger, dass man durch die Fahnen und das Schmücken zeigt: Wir halten zusammen in dieser Zeit.“ Diese Gemeinschaft und der Zusammenhalt werden auf Cappenberg auch im Alltag während der Coronakrise gelebt. Er persönlich habe wie andere Menschen in Cappenberg auch für andere, die nicht raus durften oder konnten, Lebensmittel eingekauft oder sei mit ihnen zum Impfzentrum gefahren oder habe Menschen im Altenheim besucht, als es möglich war.

Hoffen auf Jahreshauptversammlung

Die aktuelle Schmückaktion zeigt ja nun ganz deutlich, dass die Coronapandemie vieles unmöglich macht, das vor der Krise normal war. Wird der Schützenverein Cappenberg in diesem Jahr überhaupt noch Veranstaltungen laufen lassen können? „Wir hoffen sehr, dass wir eine Jahreshauptversammlung machen können“, sagt der Schützenvereinsvorsitzende. Der Verein müsse einige Vorstandsposten durch die Versammlung bestätigen lassen. Zudem hoffe er, dass es ein Weihnachtsschießen bei Mutter Stuff geben werde.

Wie groß ist die Hoffnung auf 2022, zumal das Impfen dazu führen könnte, das es perspektivisch Lockerungen geben könnte? „Ich gehe fest davon aus, dass wir dann wieder einiges mehr machen dürfen“, antwortet Christoph Böcker. Obwohl er nicht glaube, dass es wieder so werden würde, wie es mal war. „Ich glaube, dass auch dann viele weiterhin die Maske tragen werden.“ Vielleicht müsse es dann auch erst einmal die Zeit mit sich bringen, dass man Hemmschwellen im Umgang mit anderen verliere, sich auch mal wieder umarme. „Ich glaube, das wird noch ein bisschen dauern. Diese Angst, sich anzustecken, ist doch noch da.“

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Redaktion Selm
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Arndt Brede

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