CDU-Fraktion in Selm setzt auf Nachwuchs: Vize-Vorsitzende ist erst 24

mlzKommunalwahlen 2020

Neu im Rat und schon stellvertretende Fraktionssprecherin der stärksten Gruppe. Annabell Vagedes aus Bork (24) startet durch. Die beiden neuen CDU-Fraktionsgeschäftsführer sind noch jünger.

Selm

, 05.11.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Harmonisch. Das ist das Wort, das Herbert Mengelkamp benutzt, um die konstituierende Fraktionssitzung der Selmer CDU zu beschreiben: kein Streit, kein Posten-Gezerre, keine Austritte - und damit ganz anders als bei der SPD.

Die beiden größten Gruppen in der Selmer Lokalpolitik lagen nach der Kommunalwahl gleichauf mit jeweils zehn der insgesamt 32 Sitze im Rat. Kurz vor der ersten Sitzung des neuen Gremiums am 12. November hat sich das Kräfteverhältnis leicht verschoben - zu Gunsten der CDU.

Nach Streit in der SPD ist CDU die stärkste Kraft

Nach einem Streit um die Besetzung von Posten in der SPD hatten die die bisherige SPD-Stadtverbandsvorsitzende und stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Steiner und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Jeske mit der SPD gebrochen und beschlossen, eine eigene Fraktion zu gründen: Gemeinsam für Selm. Das machte: minus zwei Mitglieder für die SPD-Fraktion. Wenig später wechselte Werner Sell, der als politischer Einzelkämpfer für Wir für Selm in den Rat gewählt worden war, zur SPD: plus eins. In der Summe bleibt die SPD-Fraktion damit aber weiter hinter der CDU.

Bleibt Fraktionschef der CDU Selm: Herbert Mengelkamp.

Bleibt Fraktionschef der CDU Selm: Herbert Mengelkamp. © Sylvia vom Hofe

„Wir sind natürlich nicht unglücklich, dass unser Einfluss damit gestiegen ist“, sagt der 61-Jährige Herbert Mengelkamp. Dennoch: Den Ärger der anderen wolle er ungern kommentieren, sondern lieber über die eigenen Erfolge sprechen: über die Verjüngung in der Fraktion etwa. Mengelkamp selbst, der alte und neue Fraktionsvorsitzende, ist zwar schon 62 Jahre alt. Von seiner Stellvertreterin und den beiden Geschäftsführer trennen ihn aber fast vier Jahrzehnte.

Vater und Tochter sitzen gemeinsam im Rat

Mengelkamp hatte im April 2019 die Nachfolge von Dieter Kleinwächter als Fraktionsvorsitzender angetreten. Dass der Kriminalpolizist im Ruhestand es auch weiterhin ausüben soll, war einstimmiger Beschluss auf der Sitzung am Dienstag (3.11.). 100 Prozent Zustimmung erhielten aber auch Amnabell Vagedes.

„Vor der Kommunalwahl haben wir uns ein Wahlprogramm mit vielen guten Ideen für ein lebens- und liebenswertes Selm gegeben. Jetzt kann die Umsetzung endlich starten“, sagte die 24-jährige Diplom-Finanzwirtin, die beim Finanzamt Dortmund-Unna arbeitet, in einer ersten Stellungnahme. Darauf habe sie sich schon lange gefreut. Seit ihrem 16. Lebensjahr engagiert sich Annabell Vagedes für Politik. Sie ist Vorsitzende der Jungen Union und seit drei Jahren auch in der Ortsunion Bork aktiv. Erste Erfahrungen in der Gremienarbeit sammelte sie als sachkundige Bürgerin im Schulausschuss.

Vagedes gehört zu den drei „Neuen“ in der CDU-Fraktion. Die Partei hatte sie zwar mit Listenplatz 3 gut abgesichert. Die junge Frau, deren Vater Ralf jetzt ihr Fraktionskollege ist, schaffte den Einzug in den Rat aber aus eigener Kraft: mit dem knappen Gewinn ihres Wahlkreises Stefanus-Laube in Bork. Auch die 26-jährige Rechtsreferendarin Claudia Mors und der 41-jährige Sicherheitsingenieur Christoph Kappenberg aus Cappenberg sind mit direktem Auftrag der Wählerinnen und Wähler in den Rat eingezogen. Zwei, die das nicht auf Anhieb geschafft haben und dem Rat nicht angehören, werden die Fraktionsarbeit künftig strukturieren.

Fraktionsgeschäftsführer sind 22 Jahre alt

Nils Hillner und Jan-Niklas Möller sind beide 22 Jahre alt, studieren Jura/Rechtswissenschaften und sind beide - wie auch Annebell Vagedes - im Kreisvorstand der Jungen Union. Sie fungieren künftig als Fraktionsgeschäftsführer der CDU.

Das Ziel der neu gebildeten Fraktion: „Wir wollen weiter konstruktive Lösungen finden zum Wohle Selms“, sagt Herbert Mengelkamp. Dabei sei die CDU, die nahezu alle entscheidenden Beschlüsse in den vergangenen zwei Wahlperioden im engen Zusammenspiel mit der SPD gefasst hat, „offen für alle“.

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