Das digitale Studio zum Streamen hat die Firma Szenenwerk während der Zwangspause für Veranstaltungen aufgebaut. © Neßler
Veranstaltungsbranche

Chef des „Szenenwerks“ in Bork sieht wieder Licht am Ende des Tunnels

Die Veranstaltungsbranche ist wie kaum eine andere durch Corona betroffen. Auch die Firma „Szenenwerk“ in Bork. Dennoch ist Chef Dennis Neßler vorsichtig optimistisch.

Seit acht bis zehn Wochen geht es langsam wieder aufwärts für die Firmen der Veranstaltungsbranche. „Seitdem die Corona-Maßnahmen sukzessive gelockert werden, merkt man, dass sowohl Privatleute als auch Firmen unbedingt wieder etwas machen wollen“, sagt Dennis Neßler, Chef der Veranstaltungsfirma „Szenenwerk“ in Bork. Ob es um größere Feiern oder Messen geht – die Anfragen kommen langsam rein. Neßler sieht wieder Licht am Ende des Tunnels.

Anfragen ziehen wieder an

„Noch ist es aber nicht so wie vor zwei Jahren, also vor Corona. Aber wir merken schon, dass es mit den Anfragen wieder anzieht nach dem Lockdown seit Herbst.“ Vom Herbst 2020 bis Frühjahr 2021 bewegte sich die Zahl von klassischen Veranstaltungen und Präsenz-Terminen für Firmen gegen Null.

Ein Live-Video-Auftritt im Studio des Szenenwerks. © Neßler © Neßler

In der Zwischenzeit haben Neßler und seine Mitarbeiter, wie viele andere auch, sich auf die neue Situation eingestellt. „Wir haben uns intensiv mit dem Thema digitale Veranstaltungen auseinander gesetzt, entsprechende Hard- und Software angeschafft, um digitale Veranstaltungen zu realisieren, die von Herbst bis zum Frühjahr nur möglich waren.“

Szenenwerk mit seinen elf Mitarbeitern betreut größere Firmenkunden, denen bei digitalen Konferenzen und Veranstaltungen eine gewisse Qualität wichtig ist. „Wir haben sehr hochwertige Veranstaltungen gemacht, auch digitale Messestände und digitale Firmenrundgänge entwickelt.“ Ein Beispiel dazu findet man auf der Homepage der Borker Firma, die zehn Jahre in Brambauer heimisch war, und im September 2019 an die Lippestraße zog.

Dennis Neßler blickt verhalten optimistisch in die Zukunft. © Neßler © Neßler

Neßler geht davon aus, dass das Thema die Veranstaltungsbranche weiter beschäftigen wird, auch wenn Veranstaltungen wieder in dem Rahmen möglich sein werden wie vor der Pandemie. „Sicher werden auch dann einige Dinge digital stattfinden, aus Kosten- und Umweltgründen.“ Bei Kunden, die das Ganze in größerem Rahmen wünschen, sei man auch schon als Dienstleister tätig gewesen. „Umsatz und Menge der Aufträge sind aber längst nicht auf dem Niveau wie vor Corona.“

Die Regie im Ruhrstadion des VfL Bochum wurde erneuert und digitalisiert. © Neßler © Neßler

Ein zweites Standbein hat sich Szenenwerk in der Krise aufgebaut – die Festinstallation von Technik. „Wir haben uns auch mit der Akquise dahinter geklemmt.“ So gab es einen Auftrag des nun Bundesliga-Erstligisten VfL Bochum, für den Neßlers Firma seit 20 Jahren arbeitet. Die Beschallungsanlage im Ruhrstadion wurde überholt, die Regie erneuert und digitalisiert.

Kamera schwenkt automatisch auf Redner

„Auch in kleineren und größeren Konferenzräumen von Firmen waren wir tätig.“ So wurden beispielsweise Kameras eingebaut, die automatisch auf den jeweiligen Redner schwenken. Neßler: „Das haben wir in zwei großen Räumen Anfang Juli umgesetzt, aber auch bei kleineren Installationen haben wir häufig Support geleistet.“

Er hofft, dass die Veranstaltungsbranche ab Herbst wieder richtig Fahrt aufnehmen könne, obwohl sich momentan die Inzidenzwerte „in die falsche Richtung bewegen“. Im Herbst wolle man als Szenenwerk die ersten Messekunden bei Präsenzmessen wieder betreuen – unter strengen Auflagen wegen Corona.

Für Oktober gibt es weitere Anfragen für einige größere Events. „Wir hoffen, dass sich die Branche schrittweise wieder erholt.“ In den Sommerferien sei es ohnehin auch vor Corona immer etwas ruhiger. „Aber normalerweise schellt in der letzten Ferienwoche das Telefon dann wieder häufiger.“ Auch wenn sich wieder alles langsam normalisiere: „Die Folgen werden wir noch mindestens ein Jahr lang spüren.“

Personal hielt Szenenwerk die Treue

Neßler ist dankbar, dass ihm seine Mitarbeiter weitestgehend in der Corona-Krise treu geblieben sind, er konnte sie durch Kurzarbeit halten, in Kürze startet die Ausbildung für einen neuen Mitarbeiter. „Andere Firmen aus der Branche haben nahezu ihren kompletten Personalstand verloren.”

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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