Wegen Corona: In Selm steht für viele Kinder die Schuluntersuchung noch aus

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Wer in die Schule gehen will, muss sich vom Gesundheitsamt untersuchen lassen und als schulreif befunden werden. Aufgrund der Corona-Krise hinkt das Gesundheitsamt aber bei den Untersuchungen hinterher.

Selm

, 13.07.2020, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hören, Sehen, Motorik, Koordination, Sprachfähigkeit, Größe und Gewicht. Auf all das werden Kinder, die nach den Sommerferien in die Schule kommen sollen untersucht. In Selm haben sich bereits fast 200 Vorschulkinder diesen Untersuchungen unterzogen. Gut 40 von ihnen fehlen sie noch. Das meldet der Kreis Unna.

Die Ärtzte wurden in der Corona-Krise anderweitig gebraucht und Untersuchungen waren wegen des Lockdowns ohnehin nicht möglich.

„Die Untersuchungen finden seit Anfang Juni statt und werden zum Großteil zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein“, sagt Constanze Rauert, Kreis-Pressesprecherin. Wir gehen davon aus, dass alle Kinder aus dem entsprechenden Jahrgang in die Schule kommen.“

Zurückstellung eines Kindes erfolgt viel früher

Ziel ist es Förderbedarf zu erkennen. Dabei diene die Schuleingangsuntersuchung weniger dazu, tatsächlich festzustellen, ob die Kinder reif für die Schule sind, sondern es gehe eher um eine Bestandsaufnahme, wie es um die Kindergesundheit bestellt ist, so Rauert.

„Ziel der Schuleingangsuntersuchung ist es die Kinder zu fördern und sie in die Schule zu bringen“, sagt Rauert. „Wir wollen sehen, was getan werden muss, damit das Kind weiterhin gut behütet bleibt.“ Das sei dann auch direkt zum neuen Schuljahr oder sogar nach dessen Beginn nicht zu spät. Und wenn ein Kind tatsächlich noch nicht „schulreif“ und ein Jahr länger im Kindergarten bleiben soll oder erhöhten Förderbedarf hat, dann zeige sich das nicht erst mit der Schuleingangsuntersuchung. Der Kindergartenplatz sei ja dann ohnehin schon weiter vergeben, sodass das Kind gar nicht länger im Kindergarten bleiben kann, nachdem es untersucht wurde.

Holger Bott, Leiter des Ev. Kindergarten St. Trinitatis bestätigt das: „Bei uns wurden Kinder zurück gestellt, aber das ist schon lange erfolgt. Die Schuleingangsuntersuchungen unserer Kinder haben schon letztes Jahr im August stattgefunden.“ Die Kinder, bei denen der Kindergarten erhöhten Förderbedarf sieht, werden auch vorgezogen. Schließlich müssen die Eltern ihre Kinder schon im Herbst bei den Grundschulen anmelden.

Sorgen, dass die Vorschulkinder durch die wochenlange Schließung zu wenig „Rüstzeug“ für die Schule mitbekommen, macht er sich keine. „Die Schulkinder-Projekte haben wir zwar in sehr abgespeckter Form durchgeführt, aber es sind eher die schönen Dinge, wie die Abschlussfeier, die auf der Strecke geblieben sind“, sagt er. Dass ein Kind aufgrund der Wochen fehlenden Vorschulprogramm nicht mehr schulreif sein könnte, glaubt er nicht.

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