So soll das neue Logistikzentrum an der Werner Straße in Selm aussehen. © Alexandra Brandes
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Cordes & Graefe in Selm: So soll das neue Logistikzentrum aussehen

Schon bald könnten auf dem 13-Hektar-Grundstück an der Werner Straße die Bagger rollen. Der Sanitär-Großhändler „Cordes & Graefe“ zeigt, wie sein neues Logistikzentrum in Selm aussehen wird.

Patrick Hofmann, Logistik-Experte der GC-Gruppe, kommt am Donnerstag (9. 9.) zu spät zur Sitzung des Selmer Ausschusses für Stadtentwicklung. Nicht die Autobahnfahrt von Bremen, dem Sitz von Cordes und Graefe, sei das Problem gewesen, sagt er, als er schließlich das Bürgerhaus Selm erreicht, „sondern die letzten zwölf Kilometer“: die Strecke von der Anschlussstelle bis nach Selm „Das gibt mir etwas zu denken.“

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Cordes & Graefe bauen in Selm

Immerhin: Dabei lächelt der Logistik-Experte der GC-Gruppe, der auch Prokura im Unternehmen hat. Er ist nicht in Selm, um noch einmal die Grundsatzentscheidung zu überdenken, dort einen zusätzlichen Stützunkt des Sanitär- und Haustechnik-Großhandels zu bauen. Er ist angereist, um die nächsten Schritte bis zur Eröffnung an der Werner Straße bekannt zu machen. Und um darüber hinaus zu blicken.

Erweiterung erfolgt, „wenn sich alles gut entwickelt“

„Je nachdem, wie sich der Markt entwickelt, werden wir erweitern“, sagt Hofmann. Und zurzeit läuft es gut. „2021 ist sicher eines der besten Jahre der Cordes-und Graefe-Gruppe.“ Die wurde 1975 gegründet und hat sich schnell zum Marktführer gemausert. Die Wurzeln von Cordes und Graefe selbst liegen weiter zurück. 1921 hatten die beiden Partner in Bremen einen Röhrengroßhandel gegründet, der sich aber bereits rund zehn Jahre später zum Großhandel für Haustechnik gewandelt hatte.

Auch der erste Bauabschnitt beinhaltet bereits fünf Hallen: „Das modernste Logistikzentrum unserer Gruppe“, sagt Hofmann. Und das heißt etwas. Denn die Gruppe, die das Fachhandwerk mit 4,5 Millionen verschiedenen Produkten beliefert, hat 100 solcher Logistik-Immobilien bundesweit, wie Hofmann sagt.

Selm bekommt „modernstes Logistikzentrum“ der GC-Gruppe

Das Grundstück der GC-Gruppe an der Werner Straße ist knapp 13 Hektar groß. 10 Hektar davon dürfen überbaut werden. Das wird aber erst der Fall sein, wenn es tatsächlich zum zweiten Bauabschnitt kommen wird, der jetzt noch nicht Teil der beantragten Baugenehmigung ist. Im ersten Schritt – „sobald wir die Baugenehmigung haben“ – will das Unternehmen fünf Hallen errichten: davon vier parallel zur Werner Straße und eine weitere – ein sogenanntes Kabellager mit angrenzendem Außenlager – nach hinten versetzt. Die beiden rechten Hallen in der Viererreihe werden 21,15 Meter hoch sein – über den eigentlichen Hallen wird es einen Bereich zum Verpacken geben -, die anderen drei Hallen kommen auf 15 Meter.

Sollte es zur Erweiterung kommen. schließen sich zwei weitere Hallen und zwei Hochregallager auf Höhe des nach hinten versetzten Gebäudes an. Sie würden über einen zweiten Betriebshof erschlossen. Eine zentrale Rolle wird dem kleinsten Gebäude des großen Areals zukommen: der Pforte. Über sie erfolgt die Zufahrt. Die Lkw-Fahrer erhalten dort eine Tor- oder Stellplatzzuweisung. Für Lkw, die sich verspätet haben oder zu früh sind, gibt es einen Wartebereich. Rückstau auf die Straße sei so ausgeschlossen.

Hallendächer für Photovoltaik vorgesehen

Der Anteil von erneuerbaren Energien an der Wärme- und Kälteversorgung des Komplexes soll mindestens 55 Prozent Betragen. „Gerne noch mehr“, sagt Patrick Hofmann. Deshalb sei geplant, die Hallendächer mit Photovoltaikanlagen auszurüsten. „Wir wollen möglichst autark sein.“ Das sei zum einen dem Klimawandel geschuldet, zum anderen sei es Werbung in eigener Sache: „Wir verkaufen ja die Technik. Unsere Kunden wollen sie bei uns auch im Einsatz sehen.“

Wie viele Mitarbeiter genau gesucht werden, sagt Patrick Hofmann dieses Mal nicht. Zuletzt war von 200 die Rede. Die Reaktionen aus Selm seien aber „bislang eher bescheiden“. Sobald das Gebäude zu sehen sei, werde sich das aber ändern, meint er. Jochen Westermann, Ausschussvorsitzender, ist überzeugt, „dass Selm einen positiven Schub bekommen wird durch die Ansiedlung“.

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Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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