Corona-Empfehlung des Kreises Unna - wie setzen Kitas in Selm die um?

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Wegen steigender Corona-Zahlen hat der Kreis Unna eine Empfehlung herausgegeben. Kitas sollen ihre Gruppen geschlossen halten. Die Umsetzung gestaltet sich in der Praxis als kompliziert.

Selm

, 20.10.2020, 07:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die zweite Corona-Welle bringt neue Regelungen und Verschärfungen mit sich. Für Kindertagesstätten gilt aber zunächst neben den Hygienekonzepten nur eine dringende Empfehlung. Diese hat der Kreis Unna in seiner Bekanntmachung vom 14. Oktober herausgegeben.

Die Empfehlung sieht vor, dass „die Kinder möglichst in festen Bezugsgruppen über die gesamte Zeit – auch während des freien Spiels im Außenbereich und während der Mittagsverpflegung“ betreut werden.

Zurück zum geschlossenen Gruppenkonzept

Feste Bezugsgruppen – das bedeutet einen Rückgang zum geschlossenen Gruppenkonzept. Für eine Gruppe sind zwei Erzieher*innen als feste Bezugspersonen zuständig. Das wiederum bedeutet, dass entsprechend Personal verfügbar sein muss.

Flexibler gestaltet sind die offenen Kita-Gruppen. Diese sehen einzelne Räume nicht als Gruppen vor, sondern als Themenräume, etwa Bastel- oder Schauspielräume. Die Kinder können frei wählen, wohin sie gehen möchten. Die Erzieher*innen sind dabei Ansprechpartner und können sich individuell um Kinder kümmern. Gleichzeitig ist die personelle Auslastung aus Sicht der Einrichtung vorteilhaft.

Umsetzung stellt Kitas vor Herausforderung

Die Umsetzung der Empfehlung stellt die Kitas vor eine Herausforderung. „Es sind gerade Herbstferien, das bedeutet Urlaubszeit“, sagt Sebastian Laaser, Pressesprecher des AWO Unterbezirks Lippe-Ems. Die AWO ist Träger der Selmer Kita „Konfetti“. Da, wo es geht, versuche man, feste Bezugsgruppen zu schaffen und die Empfehlung des Kreises umzusetzen. Aber: „Es sind auch viele Krankheitsbedingte Ausfälle, in der Praxis ist die Empfehlung dann nicht gut umsetzbar.“

Ähnlich sieht es auch das DRK Unna, das Träger der Kita „Mittendrin“ in Selm ist. „Wir müssen gucken, dass wir so gut wie möglich die Gruppen voneinander trennen, wenn das personell stemmbar ist“, sagt Julia Marie Schmidt, Pressesprecherin des DRK Unna.

Auswirkungen in mehrere Bereiche der Kitas

In der Kita „Mittendrin“ gelinge das bisher ganz gut. Seit Erlass der Verfügung werden die Kinder wieder in homogenen Gruppen betreut, so Schmidt. Das wirkt sich in mehreren Bereichen des Kita-Alltags aus. Auf dem Flur der Einrichtung dürfen die Kinder nicht mehr spielen.

Jede Gruppe hat einen eigenen Turntag, damit sich die Kinder bei der Nutzung der Halle besser aus dem Weg gehen können. Außerdem darf auf dem Außengelände immer nur eine Gruppe für je eine Stunde spielen. Auch damit soll gewährleistet werden, dass die einzelnen Gruppen sich nicht begegnen.

Die Eltern dürfen nur mit Mundschutz die Einrichtung betreten. Externe Personen dürfen generell die Einrichtung nicht betreten.

„Sind froh, dass wir vollen Stundenumfang bieten können“

„Wir sind froh, dass wir so den Eltern weiterhin den vollen Stundenumfang bieten können“, sagt Schmidt. Die Kita bietet regulär 45 Betreuungsstunden die Woche an. Nach dem Lockdown, als die Kitas wieder öffnen durften, waren es zehn Stunden weniger. Das geschah, um die Gruppen homogen zu halten.

„Jetzt haben wir die gleiche Anforderung, aber ohne die Stundenreduktion“, erklärt Schmidt. Damit stehen die Kitas entsprechend vor der Herausforderung, bei gleichbleibender Stundenzahl die volle Betreuung zu gewährleisten. Und auch hierbei gelte: „Wir müssen immer schauen, ob das personell stemmbar ist.“

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