In Walincourt-Selvigny - hier das Bürgermeisteramt - gelten etwas andere Corona-Maßnahmen als in Selm. © Arndt Brede (Archiv)
Deutsch-Französischer Tag

Corona hat in Walincourt-Selvigny etwas andere Maßnahmen zur Folge als in Selm

Am 22. Januar jährt sich der Deutsch-Französische Tag, der an die engen Beziehungen erinnert. Wie geht es aktuell eigentlich den Menschen in Walincourt-Selvigny, der Partnerstadt Selms?

Am 22. Januar 1963 leiteten Deutschland und Frankreich mit dem sogenannten Elysée-Vertrag eine neue Ära in den deutsch-französischen Beziehungen ein. Mit ihm sollte die deutsch-französische Freundschaft vor allem durch Kultur- und Jugendaustausch im Herzen der Gesellschaft verankert werden. In den vergangenen 28 Jahren haben das französische Walincourt-Selvigny und Selm eine Städtepartnerschaft gelebt, die genau das zum Ziel hat. Aber das Coronavirus lässt persönliche Kontakte nicht zu.

Wie läuft denn eigentlich eine Städtepartnerschaft in Coronazeiten? Monika Zientz, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaften der Stadt Selm, schildert im Gespräch mit der Redaktion, wie es derzeit läuft: „Die Verständigung klappt natürlich digital gut, aber eben nur so.“

Beispiel: In diesem Jahr steht ein wichtiges Jubiläum an. Nämlich fünf Jahre Partnerschaft mit dem polnischen Iwkowa. „Momentan sehen wir ein reales Treffen im Mai noch nicht, arbeiten also an der digitalen Umsetzung. Es ist schwierig, aber wir kriegen das hin. Wir wollen im Februar einen digitalen Quizabend machen, an dem auch unsere Freunde teilnehmen können. Mal gucken, was uns sonst noch so einfällt. Man kann auch digitales Sightseeing organisieren. Viel Neuland, das wir alle erst einmal erschließen müssen.“

Nächtliche Ausgangssperre in Walincourt-Selvigny

Auch mit Walincourt-Selvigny, der französischen Partnerstadt Selms, laufen zurzeit maximal digitale oder telefonische Beziehungen. Die Redaktion hat am Vortag des Deutsch-Französischen Tages mit Annie Verneuil (79), der Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins in Walincourt-Selvigny, telefoniert. Wie ist die Lage in Coronazeiten dort? „Die Zahl der Infektionen in Walincourt-Selvigny ist gestiegen, wie in Frankreich insgesamt“, sagt Annie Verneuil.

Annie Verneuil ist die Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins in Walincourt-Selvigny.
Annie Verneuil ist die Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins in Walincourt-Selvigny. © Verneuil © Verneuil

Auch im Departement Nord, zu dem der Gemeindeverband Walincourt-Selvigny mit insgesamt zehn Gemeinden gehört, herrsche zurzeit eine Ausgangssperre, die von 18 bis 6 Uhr gelte. Wer wichtige Gründe habe, in der Zeit sein Zuhause zu verlassen, habe das per Bescheinigung nachzuweisen.

Das College Francois Villon in Walincourt-Selvigny ist geöffnet. Im Gegensatz zu den Schulen in der Partnerstadt Selm.
Das College Francois Villon in Walincourt-Selvigny ist geöffnet. Im Gegensatz zu den Schulen in der Partnerstadt Selm. © Arndt Brede (Archiv) © Arndt Brede (Archiv)

Die Geschäfte seien geöffnet, berichtet Annie Verneuil. Sie vermeide aber, in großen Supermärkten einzukaufen. „Ich gehe lieber in kleinere Geschäfte, wo sich nur wenige Menschen auf einmal aufhalten dürfen.“ Sich mit Freunden zu treffen, sei nicht erlaubt. „Es ist besser, wenn man zuhause bleibt.

Schulen haben geöffnet

Zuhause bleiben müssen Schüler übrigens nicht. Die Schulen haben geöffnet. Aber dort gelten laut Annie Verneuil strenge Hygieneregeln: „Händedesinfektion ist Pflicht. Und die Schüler haben Masken zu tragen. Sie können sie abnehmen, wenn sie etwas essen und trinken wollen.“

Gaststätten und Restaurants dagegen seien geschlossen.

In Deutschland werden gerade bevorzugt Menschen über 80 gegen Corona geimpft. Wie sieht es in Walincourt-Selvigny aus? „Seit Kurzem werden Menschen über 75, die nicht in Alten- oder Pflegeheimen leben, gegen Corona geimpft.“ Sie selber habe die Impfung am Mittwoch, 20. Januar, bekommen. Ihr gehe es gut und sie erwarte die erneute Impfung in drei Wochen. In Alten- und Pflegeheimen habe man auch begonnen, die alten Menschen zu impfen. „Es besteht aber keine Impfpflicht“, sagt Annie Verneuil.

Insgesamt beschreibt Annie Verneuil die Lage in Sachen Corona in Walincourt-Selvigny so: „Die Menschen sind der Einschränkungen müde.“ Jedoch habe sie den Eindruck, dass die meisten Menschen die Einschränkungen als notwendig erachten.

Über den Autor
Redaktion Selm
Ich finde meine Themen auf der Straße und bin deshalb gerne unterwegs.
Zur Autorenseite
Arndt Brede

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.