Die Kinder der Kita St. Stephanus waren beim Sommerfest der Tagespflege Am Weiher zu Gast und präsentierten - mit dem nötigen Abstand wegen Corona - ein Trommelkonzert. © Caritas-Tagespflege Bork
Tagespflege in Bork

Corona hat vieles verändert – auch bei der Tagespflege in Bork

Die Corona-Pandemie hat vieles verändert. Gerade auch in der Pflege von Senioren. Digitale Technik kommt mehr zum Einsatz. Aber auch Fantasie ist gefragt, wie ein Beispiel aus Bork zeigt.

Die Corona-Pandemie hat vieles verändert. Gerade auch in der Pflege von Senioren. Das erlebt Jennifer Staubach, Leiterin der Caritas-Tagespflege Am Weiher in Bork, bei ihrer Arbeit seit März 2020. „Lange Zeit waren wir oft die einzigen Kontakte, die unsere Gäste hatten.“ Weil Kinder und Enkel aus Sorge um die Gesundheit der Senioren, ihre Eltern und Großeltern nicht besuchen konnten.

Tagespflege-Leiterin Jennifer Staubach und Matthias Mersmann, Bereichsleiter ambulante Dienste, beim Grillen für die Gäste.
Tagespflege-Leiterin Jennifer Staubach und Matthias Mersmann, Bereichsleiter ambulante Dienste, beim Grillen für die Gäste. © Caritas-Tagespflege Bork © Caritas-Tagespflege Bork

Dass die Abstandsregelungen Anfang Juli aufgehoben wurden, war für das Team um Jennifer Staubach und die Gäste, die im Alter zwischen Ende 70 und Anfang 90 sind, eine Erleichterung. „Wir können jetzt auch wieder mehr Gäste aufnehmen.“ Viele Gäste kommen aus Bork, andere auch aus Selm oder Werne. „Sie mögen es bei uns in Bork, dass es so dörflich ist.“

Auch die Neuaufnahme funktioniert nun wieder einfacher. Als die Abstandsregelungen noch galten, konnten Angehörige die Räumlichkeiten nur besichtigen, wenn die Öffnungszeiten vorbei und die Gäste wieder daheim waren. „Da lief auch ganz viel über Vertrauen und es funktionierte. Diese Corona-Zeiten haben uns gezeigt, dass wir ganz tolle Angehörige haben und der Zusammenhalt in Bork gut funktioniert“, so Jennifer Staubach.

Die Gesundheit ihrer Gäste stehe immer an erster Stelle. Impfaktionen gab es im Januar in der Tagespflege, Desinfizieren ist mittlerweile Alltag genauso wie die regelmäßigen Corona-Tests. 13 Gäste dürfen pro Tag derzeit die Tagespflege besuchen. Da nicht jeder Gast jeden Tag da ist, sind auch noch Plätze frei.

Reine Männerrunde am Donnerstag

Eigenartigerweise kommen am Donnerstag derzeit nur Männer in die Tagespflege. Jennifer Staubach: „Vielleicht liegt es daran, dass am Donnerstag Markt in Bork ist. Gerne können aber noch Frauen dazu kommen.“

Am Donnerstag ist merkwürdigerweise immer Männerrunde in der Tagespflege Bork. An einem Tag wurden Hochbeete mit Kräutern, Salat und Tomaten bepflanzt und Blumen in die selbstgebaute umfunktionierte Palette gepflanzt.
Am Donnerstag ist merkwürdigerweise immer eine reine Männerrunde in der Tagespflege Bork. An einem Tag wurden Hochbeete mit Kräutern, Salat und Tomaten bepflanzt und Blumen in die selbstgebaute umfunktionierte Palette gepflanzt. © Caritas-Tagespflege Bork © Caritas-Tagespflege Bork

Einer der Gäste, der früher selber Senioren in der Caritas-Kurzzeitpflege St. Elisabeth in Cappenberg begleitet hat, animierte die anderen Herren zum Skatspiel. Die Männerrunde hat aber auch gemeinsam die Terrasse mit Gemüse und Blumen bepflanzt.

Dass die Abstandsregelungen seit Juli aufgehoben sind, spielte dem Team bei zwei Aktionen in die Karten. Am 2. Juli feierte die Tagespflege ein Sommerfest unter Corona-Bedingungen. „Wir haben eine Kooperation mit der Kita St. Stephanus und mussten uns einiges einfallen lassen, damit diese Zusammenarbeit weiterläuft.“ Kinder aus der Kita waren beim Sommerfest zu Gast und präsentierten ein Trommelkonzert.

„Die Kinder standen auf unserer Terrasse draußen, wir haben alle Fenster und Terrassentüren geöffnet, so dass die Kinder und die Gäste in ihrem jeweiligen Bereich blieben und trotzdem zusammen waren.“

Beim
Beim “Reisen ohne Koffer” nahm das Team die Gäste mit auf eine virtuelle Flusskreuzfahrt. Hier zu sehen mit einer Traubentorte als kulinarisches Symbol für die Mosel (v.r.) Iris Scheinert, Bettina Artmann und Christine Lasok vom Team der Tagespflege Am Weiher. © Caritas-Tagespflege Bork © Caritas-Tagespflege Bork

Das Team der Tagespflege organisierte außerdem für die Gäste die Aktion „Reisen ohne Koffer“. Da Ausflüge wegen Corona nicht möglich waren, luden die Mitarbeiter die Senioren zu einer virtuellen Flusskreuzfahrt ein. Jeden Tag wurde ein bestimmtes Ziel an Rhein und Mosel mit Videos auf Großleinwand präsentiert.

Auch kulinarisch gingen die Gäste auf Flusskreuzfahrt. Am Köln-Tag gab es den berühmten
Auch kulinarisch gingen die Gäste auf Flusskreuzfahrt. Am Köln-Tag gab es den berühmten “halven Hahn” mit Kölsch. © Caritas-Tagespflege Bork © Caritas-Tagespflege Bork

Dazu gab es auch kulinarische Besonderheiten, wie der „halve Hahn“ mit Kölsch für Köln oder Reibekuchen mit Altbierbowle für Düsseldorf und eine Traubentorte, als die Mosel an der Reihe war.

Mehr digitale Technik seit Corona

Dass alle Bereiche des Caritas-Verbandes Lünen, Selm, Werne verstärkt seit Beginn der Pandemie auf digitale Technik setzen, erklärt Pressesprecher Thomas Middendorf. „Die Kontaktaufnahme durch Streaming hat zugenommen. Auch die Bewohner der Pflegeeinrichtungen konnten so auf Großbildschirmen Andachten, Zeitungsrunden oder Lesungen miterleben.“

Auch Tablets wurden angeschafft, damit die Bewohner so sicher Kontakt mit ihren Angehörigen halten können. Middendorf: „Ich kann mir auch vorstellen, dass jemand mal mit der Kamera durch die Stadtteile geht, in denen die Bewohner gewohnt haben und ihnen so zeigt, wie es jetzt dort aussieht.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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