Für alle Impfberechtigten kann Ulrike Foertsch in ihrer Praxis für Kinder- und Jugendmedizin derzeit keine Impfung anbieten. Aber für berechtigte Eltern. © picture-alliance/ dpa
Impfung

Corona-Impfung in Selmer Kinderarztpraxis: Noch sind nur Eltern dran

Während sich teilweise andere Kinderarztpraxen an den Corona-Impfungen für alle Impfberechtigten beteiligen, ist das bei Ulrike Foertsch in Selm derzeit nur für eine bestimmte Elterngruppe möglich.

Der Impffortschritt gehe im Allgemeinen zwar viel zu langsam, sagt Kinder- und Jugendärztin Ulrike Foertsch, und die Impfstoffverfügbarkeit hätte besser sein können. „Aber ich glaube, wir konnten schon ein gutes Stück dazu beitragen, die Sache voranzubringen.“

Anfragen nach Corona-Impfungen gibt es in ihrer Selmer Praxis für Kinder- und Jugendmedizin FoerSt Kids jede Menge. Doch anders als in anderen Kinderarztpraxen, die aufgrund ihrer Impferfahrung an Kindern Impfungen für alle Impfberechtigte anbieten, werden bei FoerSt Kids zurzeit nur Eltern von Kindern mit Mehrfachbehinderung geimpft, die zum Patientenstamm der Praxis zählen. „Mehr können und wollen wir von der Logistik und vom Zeitplan her im Moment auch gar nicht leisten“, sagt Foertsch.

Aufwändige Corona-Impfung

Im Gegensatz zu den Kinderschutzimpfungen, wie zum Beispiel gegen Masern, die in der Praxis regelmäßig durchgeführt werden, handelt es sich bei den Biontec-Impfstoffen, die bei FoerSt Kids verimpft werden, nicht um Fertigspritzen. „Die Impfdosen aus einer Ampulle müssen einzeln aufgezogen werden“, beschreibt Foertsch, „und müssen dann innerhalb von zwei Stunden verimpft werden. Da geht es nicht, dass einer vormittags und einer nachmittags kommt.“ Außerdem sei die Corona-Impfung bei Erwachsenen mit viel Bürokratie verbunden: Einwilligungen, Anamnese-Bögen, deren Eingabe in den Computer. Das alles koste pro Impfling drei bis fünf Minuten Zeit.

Praxis plant schon für 16-Jährige

Seit unter anderem die Eltern mehrfachbehinderter Kinder (Priorisierungsgruppe 2) zur Impfung zugelassen sind, wendet sich das Praxisteam aktiv an sie, um ihnen die Impfung anzubieten. Etwa 80 Prozent der Betroffenen aus dem Patientenstamm der Praxis seien bereits geimpft, so die Ärztin. Dabei gab es zunächst sehr wenig Impfstoff – lediglich maximal 18 Dosen pro Woche waren für die Praxis verfügbar.

Wenn dann aber demnächst die 16- bis 18-Jährigen für die Impfung mit Biontec zugelassen werden – und das sind im Patientenstamm von Ulrike Foertsch allein circa 600 – wird deren Impfung ebenfalls in der Praxis angeboten. „Bei Kindern und Jugendlichen kann das Verfahren deutlich verschlankt werden“, erklärt Foertsch. „Hier liegen uns zum Beispiel die Impfausweise bereits vor.“

Auch der Gruppe der 14- bis 16-Jährigen, die danach an der Reihe ist, kann bei Ulrike Foertsch geimpft werden. Sie plant dann extra Zeiten anzubieten, zum Beispiel den Mittwochnachmittag oder Samstagsvormittag, zu denen dann ausschließlich geimpft wird. 40 bis 50 Impfungen pro halben Tag seien vorstellbar.

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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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