Corona-Krise lässt Angebot auf den Wochenmärkten in Selm und Bork schrumpfen

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Der Selmer Wochenmarkt hat seit Freitag, 20. März, ein deutlich reduziertes Warenangebot. Die Corona-Krise hat manche Händler vom Platz vertrieben..

Selm

, 20.03.2020, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was am Donnerstag auf dem Borker Wochenmarkt noch erlaubt war, ist seit Freitag (20. März) auf dem Selmer Wochenmarkt bereits verboten: Textilien und alle anderen Waren, die nicht zum Verzehr bestimmt sind, dürfen in Zeiten von Corona auf den Wochenmärkten nicht mehr angeboten werden.

Keine komplette Absage

Das haben Bürgermeister Mario Löhr und die Beigeordnete der Stadt, Sylvia Engemann, im Gespräch mit der Redaktion deutlich gemacht. An eine komplette Absage der Wochenmärkte - dienstags und freitags am Vormittag in Selm auf dem Willy-Brandt-Platz und donnerstags am Nachmittag in Bork auf der gesperrten Hauptstraße - sei allerdings nicht gedacht. Es gelte, so Engemann, die Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen.

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Die Stadtspitze appelliert auch in Absprache mit Marktmeister

Franz-Josef Raubuch an die Kundinnen und Kunden, Sicherheitsabstände zu wahren und den Markt tatsächlich nur als Einkaufsmöglichkeit zu nutzen und nicht als geselligen Treffpunkt wie sonst üblich. „Auf dem Wochenmarkt gilt wie überall: Die zwischenmenschlichen Kontakte so gut wie möglich vermeiden“, ergänzt Bürgermeister Mario Löhr. Nur so lasse sich die Ansteckungsgefahr eindämmen.

Marktmeister sagte einigen Händlern ab

Der Selmer Wochenmarkt am Freitagvormittag: Marktmeister Franz-Josef Raubuch geht von Stand zu Stand, spricht mit den Händlern. Es sind nicht mehr viele Stände auf dem Willy-Brandt-Platz, denen er seine Aufmerksamkeit widmen kann. Ein Fleischhändler, ein Fischstand, ein Stand mit Backwaren, eine Imkerei, ein Stand mit polnischen Spezialitäten, zwei Obst- und Gemüsestände. Das war‘s. „Allen anderen Händlern habe ich absagen müssen“, berichtet Raubuch. Ein Händler mit Tischdecken sei zwar erschienen, aber dem habe er gesagt, dass er wieder fahren müsse.

Wie die Reaktion der betroffenen Händler auf die Absagen gewesen seien, schildert der Marktmeister so: „Die waren natürlich traurig.“

Die restriktive Maßnahme durch die Stadt Selm als Ausfluss aus den Erlassen der NRW-Landesregierung gelte bis auf Weiteres, sagt Franz-Josef Raubuch. „Ich hoffe, dass das in drei Wochen wieder zu Ende ist.“ Denn zum Beispiel bei den Blumenhändlern gehe es um die Existenz.

Monika Huber ist mit ihrem Imkerstand aus Hamm angereist. Sie bedauert, dass zum Beispiel keine Blumenhändler auf dem Wochenmarkt zugelassen sind.

Monika Huber ist mit ihrem Imkerstand aus Hamm angereist. Sie bedauert, dass zum Beispiel keine Blumenhändler auf dem Wochenmarkt zugelassen sind. © Arndt Brede

Kopfnicken bei einer Gemüsehändlerin: „Das ist echt traurig.“ Ob sie sich mit den paar Händlern allein auf dem Wochenmarkt fühle. Schließlich gilt ja das Motto „Je mehr angeboten wird, desto größer ist die Resonanz“. „Ja, wir fühlen uns allein. Aber zurzeit kommen die Leute sowieso nicht, egal, was angeboten wird“, sagt die Verkäuferin.

Monika Gruber ist mit ihrem Imkerstand aus Hamm angereist. „Ich vermisse die anderen Stände“, sagt sie. „Die haben doch immer auch für Frequenz gesorgt.“

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