Corona und Freizeit: Was beim Spaziergang im Wald zu beachten ist

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An die frische Luft gehen und sich bewegen ist gerade in Zeiten von Corona gesund. Für viele steht ein Waldspaziergang auf dem Programm. Aber auch dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Cappenberg

, 08.04.2020, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Förster Elmar Berks hat die Auswirkungen der Einschränkungen durch Corona direkt gemerkt. Kaum waren die Schulen geschlossen, waren direkt mehr Menschen im Cappenberger Wald unterwegs. „Es ist auf jeden Fall mehr los“, sagt Berks. Während der Förster sonst eher die bekannten Gesichter beim Waldspaziergang sieht, sind jetzt auch deutlich öfter Menschen unterwegs, die er vorher noch nie in seinem Revier gesehen hat. „Bewegung und frische Luft sind ja auch gesund“, sagt Berks. Man müsse sich nur an die Regeln halten.

Und die einzuhalten - also nicht in größeren Gruppen als zwei Menschen unterwegs sein, es sei denn, es handelt sich um eine Familie, sei kein Problem. „Der Wald ist nicht überfüllt“, sagt Berks und lacht. Es müsse also niemand an den Waldwegen warten, um sicher zu sein, dass er die zwei Meter Abstand einhalten könne.

Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit

Trotzdem: auch im Hinblick auf das Osterwochenende hofft der Förster, dass die auch sonst geltenden Regeln eingehalten werden. Er werde das am Wochenende im Cappenberger Wald auch mit so genannten Jagdhelfern kontrollieren. „Aktuell ist Brut- und Setzzeit“, erklärt Elmar Berks. Das bedeutet, aus Rücksicht vor Tieren und Natur sollten Waldbesucher nur auf den vorgegebenen Wegen spazieren gehen, Fahrrad fahren oder reiten.

Außerdem sollten sie Hunde an die Leine nehmen. „Die Brutzeit der Vögel dauert vom 1. März bis 31. Juli – dann gilt die Leinenpflicht“, machte auch Irina Tien, Leiterin der unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Unna, jüngst deutlich. Schließlich könnten freilaufende Tiere andere Tiere auch erschrecken, wenn sie nicht hinter der Beute herlaufen, so Tien in einer Pressemitteilung. Auch hier können für Uneinsichtige Bußgelder drohen.

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Wenn der Hund ein anderes Tier reißt, wäre das natürlich der schlimmste Fall. Die Hasen hätten gerade schon Nachwuchs bekommen und auch Rehkitze kommen bald auf die Welt, erklärt Elmar Berks. „Ich glaube nicht, dass Hundebesitzer wollen, dass ihr Hund einen Hasen oder ein Rehkitz tötet“, sagt Berks. „Das sind ja alles Tierfreunde.“ Außerdem seien im Wald ja auch viele Menschen unterwegs, die vielleicht Angst vor Hunden hätten. Es sei einfach wichtig, dass alle Nutzer des Waldes gut und respektvoll miteinander umgehen.

Nicht einfach Eier im Wald verstecken

Gibt es noch mehr zu beachten? „Die Waldbrandgefahr steigt aktuell wieder“, sagt Elmar Berks. Das liege daran, dass sich im Wald noch viel trockenes Material aus dem Winter befinde und das könne sich schnell entzünden. „Rauchen im Wald ist also verboten“, sagt Berks.

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Und auch, wer seinen Kindern zu Ostern eine kleine Freude machen möchte, in dem er bunte Ostereier an schwierig auffindbaren Stellen versteckt, der tut zumindest dem Wald damit keinen Gefallen. Erst am Mittwoch hatte der Förster entdeckt, dass einige Bäume mit weißen Bändern dekoriert waren. Er verfolgte den Weg und entdeckte eine Schatztruhe. Eine schöne Idee, aber: „Darauf sollte man gerade im Hinblick auf die Jungtiere verzichten“, sagt Elmar Berks. „Der Cappenberger Wald ist halt ein Naturschutzgebiet.“ Wenn jemand Ostereier am Wegesrand verstecken würde, könne aber niemand etwas dagegen haben.

Immerhin hofft der Förster, dass das Interesse am Wald und seinen Regeln auch nach der Corona-Zeit bleibt: „Ich habe in den vergangenen Jahren bemerkt, dass der Bezug zum Wald immer mehr verloren geht“, sagt er, „vielleicht ist es ganz gut, dass wieder mehr Menschen dafür sensibilisiert werden.“

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Die Neu-Infizierungen im Kreis Unna und auch im Kreis Coesfeld halten sich aktuell stabil. Wir tickern hier live mit allen Nachrichten zum Coronavirus aus Selm, Olfen und Nordkirchen. Von Sylvia vom Hofe, Arndt Brede, Thomas Aschwer, Sebastian Reith, Marie Rademacher, Karim Laouari, Sabine Geschwinder, Marcel Schürmann, Jessica Hauck

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