Corona-Virus hemmt die Reiselust der Selmer

mlzAbsolute Ruhe

Verunsichert seien die Leute wegen Corona, darüber sind sich die Reisevermittler und -unternehmer in Selm, Nordkirchen und Olfen einig. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den drei Orten.

Selm

, 04.03.2020, 06:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klassenfahrten nach Rom fallen aus, Busreisen nach Italien werden storniert, das Corona-Virus hat auch Auswirkungen auf geplante Reisen. Kunden sind verunsichert - das bemerken Reisebüros und Busunternehmen in Selm, Nordkirchen und Olfen.

Warten auf Empfehlungen vom Auswärtigen Amt

„Das ist absolut ein Thema für uns“, sagt Reisevermittler Thomas Hofmann (Selm). „Wir haben viele Rückfragen bezüglich getätigter Buchungen.“ Doch unterm Strich sei man in der Warteschleife. Man wisse zu wenig, könne nur darauf reagieren, was Reiseveranstalter machten und das Auswärtige Amt an Empfehlungen ausspreche.

„Wenn die Leute jetzt stornieren, müssen sie die Kosten selbst tragen“, erklärt Thomas Hofmann die Hintergründe. Daher müsste man genau überlegen, wann die geplante Abreise sei und dann abwägen. Spricht das Auswärtige Amt Reiseempfehlungen aus und blasen Reiseveranstalter selbst Reisen ab, wäre das Geld der Kunden gesichert. Bislang müssen sie die Kosten einer Stornierung selbst tragen.

Kaum Neubuchungen für die Ferienzeit

Das Virus hat aber nicht nur Auswirkungen auf bereits gebuchte Reisen, heißt es vor Ort übereinstimmend: Es gäbe derzeit kaum Neubuchungen für die Sommer- oder Herbstferien. Dabei wäre das jetzt normales Geschäft. „Aber keiner weiß, was uns erwartet“, sagt Hofmann.

Erschwerend hinzu kommt die politische Diskussion über Griechenland und die Türkei. „Das sind die Top-Länder für touristische Pauschalreisen“, nennt Hofmann eine weitere große Herausforderung für die Reisevermittler.

„Dabei locken die Veranstalter mit der Möglichkeit, eine Buchung kostenlos stornieren zu können“, sagt der Reisevermittler. Einige haben die Stornierungsfrist auf den 30. April gesetzt, andere bieten den kostenlosen Rücktritt bis 14 Tage vor Reiseantritt an.

„Das ist untypisch“, weiß die Besitzerin von Selms kleinstem Reisebüro. Normalerweise seien Buchungen verbindlich und mit näher rückender Abreise steige der Prozentsatz der zu zahlenden anteiligen Summe der Gesamtkosten.

„Da gibt es durchaus großzügige Angebote“, sagt Joachim Horn vom gleichnamigen Reisebüro mit Blick auf die Stornierungsbedingungen, welche manche Reiseveranstalter jetzt für Neubuchungen im März und April anbieten.

Ausländische Gäste wollen zurück in die Heimat

Horn beobachtet aber auch ein umgekehrtes Reiseverhalten. Er betreut gerade eine vietnamesische Reisegruppe in Deutschland - und diese Gäste wollen so schnell wie möglich umbuchen, das Land verlassen und in die Heimat zurück. „Die Reisenden haben Angst, dass sie in Vietnam in Quarantäne müssen, wenn sie aus einem Corona-Ausbruchs-Land kommen“, weiß Horn. Innereuropäisch seien neue Reisetrends noch nicht erkennbar. „Lediglich für Italien gibt es eine starke Zurückhaltung“, sagt Horn.

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