Deutlich mehr Kinder in Selm nehmen Kita-Notbetreuung in Anspruch

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Wegen der Einschränkungen durch das Coronavirus bieten Kitas nur noch eine Notbetreuung an. Allerdings können auch jetzt mehr Eltern sie in Anspruch nehmen - das zeigt sich in Selm an den Zahlen.

Selm

, 05.05.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Selm steigt die Zahl der Kinder, die im Rahmen einer Notbetreuung in der Kindertagesstätte und der OGS betreut werden. Stadtsprecher Malte Woesmann spricht von einem „deutlichen Anstieg“, teilweise um 50 Prozent innerhalb einzelner Einrichtungen.

Liste für Notbetreuung erweitert

Zum Hintergrund: Das Land NRW hatte im April nach Einführung der Notbetreuung Mitte März für so genannte systemrelevante Berufe schon einmal seine Liste der darunter zu verstehenden Berufe erweitert und eine Notbetreuung auch dann gewährt, wenn nur ein Elternteil in einer solchen Berufsgruppe arbeitet.

Seit dem 27. April können nun auch allein erziehende Eltern, die einer Beschäftigung nachgehen, von dem Betreuungsangebot Gebrauch machen. Das hatte in Selm direkt eine Auswirkungen auf die Zahlen.

Demnach haben aktuell in Selm etwa 89 Kinder Bedarf für Notbetreuung in den Kindertagesstätten angemeldet, in der vergangenen Woche waren etwa 50 gewesen, so Woesmann in einem Gespräch mit der Redaktion. Wie viele Kinder sich jeweils in der Betreuung befinden, unterscheidet sich allerdings von Tag zu Tag, da auch eine Betreuung tageweise möglich ist. Auch die Verteilung auf die einzelnen Tagesstätten ist unterschiedlich. So gebe es zum Beispiel Einrichtungen, die in der Spitze 14 Kinder zur Betreuung haben, während in anderen manchmal keine Kinder kommen.

Minsterium arbeitet an weiteren Öffnungen

„Das Ministerium hat auch schon angekündigt, an weiteren Öffnungen zu arbeiten“, so Woesmann. „Nur ist jetzt wahrscheinlich schon klar, dass ein Regelbetrieb bis zu den Sommerferien kaum möglich sein wird.“ Dazu befinde sich die Stadt auch in enger Abstimmung mit den Trägern. So gelte es zum Beispiel zu beachten, dass nicht alle Erzieherinnen wieder regulär ihren Dienst antreten können, da sie durch Alter oder eine Schwangerschaft einem Risiko aussetzen. Außerdem gebe es auch nicht in allen Einrichtungen die Raumkapazität, um alle Kinder in kleinen Gruppen voneinander zu trennen. „Da warten wir aber auf weitere Vorgaben des Ministeriums“, so Woesmann.

Die nächsten Gespräche zwischen Bund und Ländern sind für diesen Mittwoch (6. Mai) angekündigt. Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) hatte aber auch schon im Vorfeld zu den Gesprächen mit einem möglichen Alleingang NRWs gedroht: „Ich möchte jetzt gerne unseren Weg gehen. Wir lassen uns nicht noch eine Woche vertrösten“, sagte er in einem Gespräch mit dem Journalisten Gabor Steingart.

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