Vierte Klassen kommen zurück zur Schule - aber erstmal nur die Hälfte

mlzCoronavirus

Immer mehr Schülerinnen und Schüler kehren zur Schule zurück. Für die Viertklässler in Selm ist es am Donnerstag soweit. Jedenfalls für einige von ihnen.

Selm, Bork, Cappenberg

, 06.05.2020, 15:23 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Freude, über die Rückkehr der Schüler an die Schule ist auch bei den Lehrern da. „Alle Kollegen freuen sich darauf“, sagt Anja Knipping, die Schulleiterin der Grundschule auf den Äckern in Bork und Cappenberg. Das Lernen auf Distanz habe zwar funktioniert, die Schüler aber wieder vor sich zu haben, sei doch schon etwas ganz anderes.

Knipping sagt aber auch: „Es wird spannend und es wird auch ein ganz anderes Lernen sein.“ Die Schulen in Nordrhein-Westfalen kehren nun - nach den Kontaktbeschränkungen durch das Coronavirus - Stück für Stück wieder ein wenig in die Normalität zurück.

Die Hälfte der Klasse kehr zurück

Seit dem 16. März sind Schulen und Kitas wegen der Corona-Pandemie geschlossen, seitdem gibt es nur eine Notbetreuung. Seit dem 23. April werden die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen wieder vor Ort unterrichtet, am Donnerstag kehren nun auch die vierten Klassen der Grundschulen wieder zurück. Jedenfalls die Hälfte von ihnen. Die Selmer Grundschulen haben sich darauf geeinigt, ihre Klassen zu teilen. Eine Hälfte startet am Donnerstag, die andere am Freitag. In der Grundschule auf den Äckern sind das zum Beispiel 22 Kinder in Bork und 14 Kinder in Cappenberg - verteilt auf zwei Klassen in Bork und eine in Cappenberg.

Es gäbe aber auch Kinder, die noch nicht zurückkehren, sagt Anja Knipping. Entweder, weil sie selbst oder ihre Eltern Vorerkrankungen haben. In diesem Fall wurden die Eltern gebeten, mit ihrem Arzt zu klären, ob eine Rückkehr der Kinder zur Schule aktuell sinnvoll ist. Die Kinder, die erstmal nicht wieder zur Schule kommen, erhalten weiterhin Aufgaben, die sie zu Hause erfüllen können.

Versetzte Pausenzeiten

An die Ludgerischule in der Selmer Altstadt kehren am Donnerstag knapp 40 Kinder zurück zur Schule - ebenfalls die Hälfte des Vierten Jahrgangs. Dass auch hier in Corona-Zeiten manches anders läuft, wird sich schon zu Schulbeginn zeigen. Gegen viertel vor acht versammeln sich die Schüler, um dann fünf Minuten später in die Schule zu gehen.

Sie sollten allerdings auch nicht zu früh kommen, sagt Andrea Dabrowski, die stellvertretende Schulleiterin, damit sie entsprechend betreut werden können. Die Pausen gibt es dann für die drei Klassen mit einer Zeitversetzung von jeweils 15 Minuten. So soll sichergestellt werden, dass sich die Schüler bei Rein- und Rausgehen in die Schule nicht zu nahe kommen. „Ich bin gespannt, wie alles klappt“, sagt Dabrowski.

Mund-und-Nasenschutz spielt dann auch für die Schüler eine Rolle. Sie werden sie in den Fluren und auf dem Pausenhof tragen, in den Klassenräumen aber nicht. Gerade auf dem Schulhof sei das sinnvoll, findet Anja Knipping, so dient die Maske auch als Erinnerung für die Kinder, dass sie sich nicht zu nahe kommen sollten.

Auch für Start am Montag bereit gewesen

Ursprünglich waren die Grundschulen in NRW davon ausgegangen, dass es für die vierten Klassen schon am Montag wieder losgehen sollte, die NRW-Landesregierung hatte den Start dann aber auf den Donnerstag verschoben. „Ich finde das schwierig, weil die Eltern ja auch eine Planungssicherheit brauchen“, sagt Knipping und vorbereitet wäre man auch am Montag schon gewesen. Am Mittwoch warteten sowohl Schulen als auch die Stadt darauf, wie es aus Sicht von Bund und Ländern weitergehen soll.

Jetzt lesen

„Wir warten auf definitive Aussagen“, hatte Stadtsprecher Malte Woesmann schon zu Beginn der Woche gesagt. Gleichwohl sei man in enger Abstimmung mit den Schulen und habe entsprechende Vorbereitungen getroffen. Das Gespräch zwischen Bund und Ländern findet an diesem Mittwoch statt. Anja Knipping sagt: „Vielleicht sollte man auch erstmal abwarten, wie es läuft, bevor alle Kinder wieder in die Schule gehen.“ Gerade bei Grundschulkindern sei es ja auch etwas anderes, als bei älteren Kindern. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer ließ derweil am Mittwoch schon einmal verkünden, dass der Start für die Abschlussklassen schonmal gut gelaufen sei und es „keine gravierenden Probleme bei der Einhaltung der Infektionsschutz- und Hygienestandards“ gebe.

NRWs Schulplan:
  • NRW hat nach Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch bekannt gegeben, dass ab Montag, 11. Mai, die Jahrgangsstufen 1 bis 4 im tageweisen Wechsel unterrichtet werden.
  • Ebenfalls ab Montag kehren Schüler zurück, die im Schuljahr 2020/21 Abi machen. An den Schulformen der Sekundarstufe I (z.B. Haupt-, Real-, Sekundarschulen) kehren die Jahrgänge 5 bis 9 in einem tageweise rollierenden System zurück.
  • An Gesamtschulen und Gymnasien beginnt der Präsenzunterricht für die Jahrgänge 5 bis hin zu den Schülern der Einführungsphase ab dem 26. Mai ebenfalls in einem tageweise rollierenden System.
Lesen Sie jetzt