Coronavirus: Kreis Unna bittet um Hilfe bei der Bundeswehr

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Hilfe. Die braucht der Kreis Unna gerade angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen. Jetzt hat er auch die Bundeswehr um Unterstützung gebeten.

Kreis Unna

, 16.10.2020, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nah an der Belastungsgrenzen sind gerade die Mitarbeiter des Gesundheitsamt vom Kreis Unna. So drückt es Pressesprecherin Birgit Kalle aus. 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich in der Kreisverwaltung gerade um die Kontaktverfolgung der Coronafälle im Kreis - angesichts der steigenden Zahlen ist aber absehbar, dass die Arbeit bald noch mehr mehr werden wird.

„Wir sind jetzt an dem Punkt, dass wir ohne Hilfe von außerhalb nicht mehr leisten können, die Fälle von außerhalb nachzuverfolgen“, so Birgit Kalle. Wie auch schon die Stadt Dortmund und der Kreis Recklinghausen hat der Kreis Unna deshalb nun auch die Bundeswehr um Hilfe gebeten, wie die Pressesprecherin auf Anfrage der Redaktion bestätigte.

Seit zwei Tagen - so sagte sie es am Freitag - gebe es den Antrag auf Hilfeersuchung durch die Bundeswehr. Der Antrag, so erklärte es Kalle, geht zunächst an die Bezirksregierung, dann an das Innenministerium und dann an die Bundeswehr - er hat also einen relativ weiten Weg vor sich. Aber: „Wir haben schon ein Signal bekommen, dass es wahrscheinlich kurzfristig Hilfe geben wird“, so Birgit Kalle. Der Kreis habe um 15 Mitarbeiter zur Unterstützung bei der Kontaktermittlung gebeten.

Priorität: Infektionsketten unterbrechen

Außerdem hat sich der Kreis Unna auch auch die Landesverwaltung gewandt und auch dort um die Unterstützung durch 15 Personen gebeten. Zusätzlich liegt ein Wunsch des Kreises beim medizinischen Dienst der Krankenkassen, vier Mitarbeiter als Unterstützung in der Coronakrise in das Kreishaus in Unna zu senden.

Schon am Donnerstag hatte Kreissprecherin Constanze Rauert gesagt, dass die Mitarbeiter dort gerade vorrangig daran arbeiten, Kontaktpersonen zu ermitteln, um so „Infektionsketten schnellstens zu unterbrechen“. In der vergangenen Wochen gab es teilweise Tage, an denen dem Kreis über 50 Neuinfektionen gemeldet wurden. Entsprechend viele Menschen müssen als Kontaktpersonen ermitteln, gegebenenfalls in Quarantäne gestellt und getestet werden. Und auch der Job, die Menschen über ihre Testergebnisse zu informieren, wird vom Gesundheitsamt geleistet.

„Das macht unheimlich viel Arbeit“, so Birgit Kalle. Aus der ganzen Kreisverwaltung seien derzeit Kolleginnen und Kollegen abgeordnet worden, um dabei zu helfen. „Das führt natürlich gerade zu Ausfällen an anderen Stellen.“ Angesichts der wahrscheinlich nicht so schnell wieder abklingenden Krise sei die Hilfe von außen aber sehr willkommen.

15.000 Soldaten deutschlandweit zu diesem Zweck

Von der Bundeswehr gibt es derzeit aber nur das positive Signal, noch nichts Konkretes. Ab Montag erwartet der Kreis aber konkrete Informationen dazu.

Neben dem Kreis Unna haben auch andere Corona-Risikogebiete aus der Region um die Hilfe der Bundeswehr gebeten: die Stadt Dortmund und der Kreis Recklinghausen zum Beispiel.

Deutschlandweit stehen für die Bewältigung der Krise insgesamt 15.000 Soldaten bereit: Sie stehen den Gesundheitsämtern von Städten und Landkreisen, die besonders von der Krise betroffen sind, als helfende Hände zur Seite. Der Kreis Unna ist mit über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen so ein besonders betroffenes Gebiet.

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