Das Selmer Jahr der Bauarbeiten endet

Mario Löhr im Interview

Bagger in der Aktiven Mitte, Walzen auf der Kreisstraße und Asphaltbereiter auf der Werner Straße: Das Jahr 2017 wird als Jahr der Bauarbeiten in die Selmer Geschichte eingehen. Im neuen Jahr sollen viele Projekte auf die Zielgerade wechseln. Ob daraus etwas wird, wo es eng werden könnte und worauf er sich besonders freut, sagt Bürgermeister Mario Löhr im Interview.

Selm

von Arndt Brede

, 29.12.2017, 17:00 Uhr / Lesedauer: 6 min
Hier entsteht ein Kreisverkehr. Er markiert das Ende des zweiten und den Anfang des dritten Bauabschnitts des Umbaus der Kreisstraße.

Hier entsteht ein Kreisverkehr. Er markiert das Ende des zweiten und den Anfang des dritten Bauabschnitts des Umbaus der Kreisstraße. © Foto: Arndt Brede

Welche Projekte des Programms Regionale 2016 werden konkret 2018 fertig oder schon sehr weit sichtbar?

Der Campusplatz Süd, das ist das alte Stadiongelände neben dem Gymnasium, wird im kommenden Jahr fertig. Auf dem Platz werden wir 2018 unser Stadtfest feiern (13. bis 17. Juni, Anm. d. Red.). 2018 werden wir auch mit der Wohnbebauung am Campus Süd entlang der Kreisstraße beginnen. Mitte des Jahres beginnt dort die Erschließung. Auch mit dem Bau der neuen Zweifachturnhalle auf dem jetzigen Parkplatz mit dem Busbahnhof am Sandforter Weg werden wir beginnen. Den Busbahnhof verlagern wir vom Sandforter Weg an die Kreisstraße entlang des Schulhofes der Overbergschule. Wir legen im kommenden Jahr die Planungen auf, um die bestehende Dreifach-Turnhalle zu sanieren. Auch die Bauarbeiten für das Haus der Wirtschaft werden 2018 anfangen. Fertigstellung: Ende 2019/Anfang 2020.

Der Campusplatz Süd swoll 2018 fertig werden. Wohnbebauung und Bau des Hauses der Wirtschaft folgen.

Der Campusplatz Süd swoll 2018 fertig werden. Wohnbebauung und Bau des Hauses der Wirtschaft folgen. © Foto: Arndt Brede

Gehen wir gedanklich auf die andere Straßenseite des Sandforter Wegs: Was passiert 2018 am Campus Nord?

Das Umkleidegebäude, das derzeit im Bau ist, wird im nächsten Jahr fertiggestellt. Im nächsten Jahr beginnen die Renovierung und der Umbau des Jugendzentrums Sunshine. Die Skateranlage wird im nächsten Jahr gebaut. Der Multifunktionsplatz wird östlich der Sparkassen-Arena gebaut. 2018 beginnen wir auch schon mit dem Auenpark. Zunächst werden die drei Brücken über den Selmer Bach errichtet. Für das neue Wohngebiet „Wohnen am Wasser“ hat ja in diesem Jahr der Architektenwettbewerb begonnen. Acht Architektenbüros haben sich beworben. Wir werden 2018 den Sieger küren und dann den notwendigen Bebauungsplan aufstellen. Der Auenpark wird, davon gehen wir aus, Ende 2019 fertig. Dann kann der erste Spatenstich für die Erschließung des neuen Wohnquartiers erfolgen.

Klingt nach einem ambitionierten Zeitplan..

Es gibt eine klare Vorgabe von mir, dass das gesamte Regionale-Projekt „Aktive Mitte“ – und dazu zähle ich auch den Umbau der Burg Botzlar – zum Stadtfest 2020 fertig ist. Es ist bei all den Abstimmungsgesprächen zwar ein knappes Zeitfenster, aber wir werden es einhalten.

Kommen wir zur Kreisstraße. Der erste Bauabschnitt ist so gut wie fertig, oder?

Bei den wichtigsten Arbeitsschritten - also unter anderem Verlegung der Versorgungsleitungen – sind wir schon ziemlich weit. Wir gehen immer noch davon aus, dass wir Ende Februar – wenn wir keine knallharten Winter bekommen – den ersten Abschnitt wieder zur Verfügung stellen können

Ist denn dann auch schon der neue Kreisverkehr Kreis-/Landsbergstraße/Beifanger Weg fertig?

Dieser Kreisverkehr sollte dann schon fertig sein. Dann kann auch der Karnevalsumzug diesen Bereich passieren. Er führt also, wie in den vergangenen Jahren durch die Landbergstraße über die Kreisstraße in den Beifanger Weg und dann durch die Nebenstraßen. Ein Karnevalsumzug ohne Beifang geht nicht. Weil wir aber wegen der vielen Bauarbeiten keinen großen Platz für ein Festzelt zur Verfügung stellen können, bieten wir den Willy-Brandt-Platz für eine Freiluftveranstaltung an. So wie beim Stadtfest. Da kommt dann ein Zaun um das Gelände. Kinderkarneval findet dann in der Dreifachturnhalle statt. Weiberfastnacht ist in den Partyräumen der Landfleischerei Brüning vorgesehen.

Die „Aktive Mitte“ wächst nach Norden. Skateranlage, Multifunktionsplatz, neue Umkleidekabinen, Auenpar, Wohnen am Wasser sind Bausteine des Regionale-Projekts.

Die „Aktive Mitte“ wächst nach Norden. Skateranlage, Multifunktionsplatz, neue Umkleidekabinen, Auenpar, Wohnen am Wasser sind Bausteine des Regionale-Projekts. © Foto: Arndt Brede

Der neue Kreisverkehr markiert das Ende des ersten Bauabschnittes der Kreisstraße, ist aber auch Beginn des zweiten Bauabschnittes. Was werden die Selmer 2018 schon vom zweiten Abschnitt sehen?

Dieser Abschnitt reicht bis zur Buddenbergstraße. Ich gehe davon aus, dass wir das bis zum Sommer 2018 fertig gestellt haben werden. Und den dritten Bauabschnitt wollen wir Ende 2018/Anfang 2019 fertig stellen.

Beginnt dieser dritte Bauabschnitt mit dem Rückbau der Kreuzung Buddenbergstraße?

Das werden wir sehen. Es kann sein, dass zunächst die Fläche vor dem Badehaus (das Physiotherapiezentruman der Kreisstraße 89, Anm. d. Red.) großflächig untersucht werden muss. Das ist nämlich eine Bomben-Verdachtsfläche. Erst danach wird dann wohl der Rückbau der Kreuzung Buddenbergstraße anlaufen.

Werden denn 2018 auch die Arbeiten zum Bau des neuen Kreisverkehrs Kreisstraße/Alte Zechenbahn anfangen?

Ja. Wir wollen ja Ende 2018/Anfang 2019 mit dem gesamten Umbau der Kreisstraße fertig sein.

Mario Löhr im Gespräch.

Mario Löhr im Gespräch.

Dann können die Verkehrsteilnehmer auch wieder über die Kreisstraße im gesamten Verlauf fahren?

Darauf ist unsere Planung ausgelegt. Denn Ende 2018/Anfang 2019 sollen ja schon die Arbeiten für den Neustandort des Autohauses Rüschkamp am vierten Arm des Kreisverkehrs Zeche-Hermann-Wall beginnen. Dort werden sich neben Rüschkamp auch eine Tankstelle und Burger King ansiedeln.

Welche Voraussetzungen müssen dort geschaffen werden?

Es wird im kommenden Jahr eine öffentliche Straße von der Kreisstraße aus in diese Fläche gebaut werden. Jetzt müssen Abstimmungen darüber erfolgen, wie zum Beispiel die Zufahrt zur Tankstelle vorgesehen ist. Diese Gespräche laufen.

Was ist mit dem alten Rüschkamp-Standort?

Der soll Anfang 2020 bebaut werden. Dafür müssen wir die Voraussetzungen schaffen.

Gibt es dort wegen der Tankstelle eine Altlastenproblematik?

Aral hat sich verpflichtet, die Entsorgung der Altlasten zu übernehmen.

Wer soll sich dort ansiedeln?

Der Aldi zieht von der anderen Straßenseite dort hin. Und es kommt ein Rewe-Markt da hin. Und ein Bäcker. Mehr ist nicht vorgesehen.

Der Rewe-Markt an der Ludgeristraße bleibt noch an seinem alten Standort?

Es gibt dort gültige Verträge. Und meiner Meinung nach spricht auch nichts dagegen, dass es zwei Rewe-Standorte geben wird. Aber das wird die Rewe-Gruppe selber entscheiden.

Gedanklich fahren wir über den Zeche-Hermann-Wall bis zur Werner Straße. Am dortigen Kreisverkehr führt der vierte Arm noch ins Nichts ...

An diesem Arm werden im nächsten Jahr die notwendigen Kanäle gelegt. 2018, spätestens Mitte 2019, wird eine Straße gebaut. Wir führen ja nach wie vor Gespräche mit einem Investor, der sich dort auf einer Fläche ansiedeln will. Mit dem vierten Arm wollen den hinteren Bereich, zum Beispiel das Geschäft Philipps, anbinden.

Die Sanierung der Fahrbahn der Werner Straße schreitet zügig voran. Sehen Sie es genauso?

Wenn man mich fragt: Das dauert mir zu lange. Eigentlich sollte der zweite Abschnitt bis zur Einmündung Netteberger bis Weihnachten fertig sein. Jetzt gab es wetterbedingte Verzögerungen.

Geht es denn 2018 mit dem dritten Abschnitt der Sanierung weiter?

So war es geplant und ich gehe davon aus, dass der Abschnitt im nächsten Jahr auch fertiggestellt wird. Muss es auch, denn Straßen.NRW hat zugesichert, dass auch der Bau des neuen Kreisverkehrs an der Kreuzung Cappenberger Damm 2018 begonnen wird. Ich wäre aber schon zufrieden, wenn die drei Bauabschnitte fertig werden würden.

Mit dieser dann sanierten Straße lässt sich dann doch gut für den Gewerbestandort werben, oder?

Dem gesamten Gewerbegebiet ist damit geholfen. Und auch den Bürgern Selms. Weil die Straße sowieso kaputt war. Für Fahrradfahrer war das lebensgefährlich. Ein richtiger Fahrradweg war aber leider nicht möglich. Aber die Situation ist verbessert worden. Aber auch, um von Selm zur Autobahn und umgekehrt zu kommen, werden wir eine Verbesserung hinbekommen.

Die Verhandlungen mit Interessenten für das Gewerbegebiet an der Werner Straße dürfte das nicht schwieriger machen. Wie sieht es da aus?

Wir sind mit einem großen Logistikunternehmen in finalen Abstimmungsgesprächen zur Ansiedlung an der Werner Straße. Und es könnte sein, dass noch ein Produktionsbetrieb hinzukommt. McAirlaid’s hat ja den Kaufvertrag unterschrieben und den Bauantrag eingereicht. Das Unternehmen Mennes wird einen Teil seines Standortes von der Werner Straße zur alten Rethmann-Sortieranlage verlagern. Da haben wir 20.000 Quadratmeter Fläche aufgekauft. Ein Unternehmen aus Waltrop möchte sich zusätzlich da auch ansiedeln. Es werden sich weitere Betriebe ansiedeln, sodass das Gewerbegebiet Werner Straße voll ist.

Rund um das Unternehmen Saria sind aber noch Flächen frei...

Der ehemalige Betrieb Jungpflanzen Grünewald wird erweitern. Und Saria will westlich des neuen Parkplatzes die Fläche erwerben, um zusätzliche Erweiterungsmöglichkeit.

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