Der Schlossberg als Rodelhügel?

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Fahrradfahrer kennen das: Wer über den Schlossberg will, schiebt besser, denn der Radweg hat Stufen, und die Straße ist gefährlich. Das könnte sich demnächst vielleicht ändern.

Selm

, 12.02.2019, 05:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie soll sich Cappenberg entwickeln? Nachdem die Bürgerinnen und Bürger von Selm und Bork bereits Gestaltung ihrer Ortsteile in die Hand genommen haben, ist jetzt auch Cappenbeg an der Reihe. Ein sogenanntes integriertes Handlungskonzept (IHK) soll ab Ostern Gestalt annehmen - mit vielen Ideen, wie sich Selms kleinster Ortsteil mittelfristig entwickeln soll. Eine dieser Ideen hat der Kreis Unna schon jetzt auf seine Umsetzbarkeit hin geprüft.

Jürgen Busch kennt die Idee schon

„Doch, davon habe ich schon gehört“, sagt am Montag Jürgen Busch, der bei der Kreisbehörde verantwortlich ist für ein rund 210 kilometerlanges Netz von Kreisstraßen - darunter auch für die Kreisstraße 19 und damit für den Schlossberg.

Die Straße führt vom Schloss nach rechts steil hinab in Richtung Lünen: eine schmale Allee mit knorrigen Kastanienbäumen rechts und links. Fahrradfahrern und Fußgängern steht ein separater Weg entlang der Schlossmauer zur Verfügung. Wer sein Rad liebt, schiebt dort am besten, denn es gibt zwei Treppenanlagen.

Der Schlossberg als Rodelhügel?

Wie wäre es, so lautet einer der vielen Vorschläge, wenn die Straße für den Autoverkehr gesperrt würde? Nicht nur die schwachen Verkehrsteilnehmer, Radfahrer und Fußgänger, könnten davon profitieren, sondern im Winter auch Kinder und Erwachsene, die dort Schlitten fahren könnten. „Warum nicht“, sagt Jürgen Busch vom Kreis. Denn der Schlossberg ist dieAusnahme von der Regel.

In der Regel sei es schwierig, ein Stück Kreisstraße aufzugeben, sagt er. „Denn wir müssen den Lückenschluss des überörtlichen Straßennetzes gewährleisten.“ Das sei meistens nur durch komplizierte Umwidmungen möglich. „Hier ist das aber anders.“

Alternative ist laut Kreis möglich

Die Kreisstraße 19 führt zur Landesstraße 810 in Richtung Lünen: Diese Aufgabe könnte sie selbst dann weiter erfüllen, wenn der Schlossberg wegfallen würde. „Denn die K 19 spreizt sich vor Schloss Cappenberg wie ein Y“, sagt Busch. Mit anderen Worten: Nicht nur der Schlossberg, auch die Freiherr-vom-Stein-Straße gehört zur K 19. Über sie und den Brauereiknapp könnte es weiter nach Lünen gehen, „wenn man das so möchte“.

Die CDU Cappenbeg, die während ihrer Mitgliederversammlung auch dieses Thema beraten hat, ist sich da nicht so sicher. „Wir haben das kontrovers diskutiert“, so Heinrich Janssen. Die Gruppe „Wir für Cappenberg“ um den ehemaligen SPD-Politiker Thorsten Hoppe hat sich da ebenfalls noch nicht festgelegt. Ansonsten haben beide Gruppen pünktlich zum Auftakt der IHK-Beratungen um Ostern die Beratungen zum Thema intensiviert.

In mehreren Punkten sind sich beide Gruppen einig: Der Cappenberger Mittelpunkt liegt nicht bei Kreutzkamp, sondern eher im Bereich der Feuerwehr. Dort sehen sowohl Janssen als auch Hoppe den Dorfgemeinschaftsplatz. „Wenn wir da noch einen Bolzplatz anlegen würden, gegenüber der Feuerwehr ein Mehrgenerationenhaus und ein Dorfgemeinschaftshaus bauten und den Ortskern vom Schwerlastverkehr befreiten, dann hätten wir schon viel erreicht“, sagt Hoppe: alles Anregungen, die auch die CDU auf der Agenda stehen hat.

Ideen von der CDU-Mitgliederversammlung

Die CDU hat während ihrer Mitgliederversammlung noch weitere Ideen zusammengetragen, die sie schon 2017 formuliert hatte. „Zur Verkehrsberuhigung und einer Anschlussbebauung zum alten Dorfkern sollte dort ein Kreisverkehr gebaut werden“, so Janssen. Die Christdemokraten befürworteten eine Verbindungsstraße vom Immenbrock zur Mälzerstraße in Form eines Rad- und Fußweges. Sie wünschen sich eine Fertigstellung des Geh- und Radwegs entlang des Cappenberger Damms (von der Feuerwehr in Richtung Kreutzkamp auf der linken Seite) und einen Zebrastreifen in der anderen Richtung auf der Höhe Immenbrock/Kohuesholz.

Die Cappenberger CDU will sich außerdem für das Schloss als langfristigen Ausstellungs- und Museumsort einsetzen und das Gespräch mit Graf von Kanitz suchen, um am Brauereiknapp einen touristischen Schwerpunkt mit Gastronomie zu etablieren.

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