Der Zoll durchsuchte ein Bordell in Bork

Einsatz am Donnerstag

Der Zoll hat mit einem großen Aufgebot ein Bordell in Bork durchsucht. Grund ist ein umfangreiches Strafverfahren gegen den Betreiber des Clubs und drei Strohmänner – einer kommt aus Selm. Durch Verstöße gegen das Arbeitsrecht sollen dem Staat 1,4 Millionen Euro entgangen sein.

BORK

, 21.01.2016, 16:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Donnerstag wurde eine Razzia im Club Total durchgeführt.

Am Donnerstag wurde eine Razzia im Club Total durchgeführt.

Gegen 13.30 Uhr am Donnerstag fuhren fast 20 Fahrzeuge des Zoll und Zivilfahrzeuge vor dem Bordell "Club Total" im Borker Industriegebiet vor. Anwohner schildern, dass die Polizisten auch mit Hunden in das Gebäude gegangen seien.

Ursache der Durchsuchung ist ein „umfangreiches“ Strafverfahren gegen den Betreiber des Clubs, sagt Oberstaatsanwalt Dr. Alexander Retemeyer von der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Dort wird das Verfahren geführt, da der Betreiber des Borker Clubs auch Etablissements in Hannover und Osnabrück führt. In Osnabrück liege der Hauptsitz, so Retemeyer. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Betreiber vor, in seinen Häusern Scheinselbstständige zu beschäftigen.

Steuern und Sozialversicherungsbeiträge nicht gezahlt

Die Zollbeamten sollen bei der Durchsuchung am Donnerstag die Arbeitsbedingungen der Frauen in dem Club überprüfen. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltsschaft sei es so, dass die Frauen dort „anweisungsabhängig“ arbeiten, so Retemeyer. Als Beispiele nennt er, dass die Frauen dort täglich entlohnt würden, vor Ort wohnten und verpflegt werden. Zudem müssten sie die Zimmer nicht mieten, die Kunde bezahlten am Empfang nicht bei den Frauen. Das alles spreche dafür, dass die Frauen Angestellte seien. Gemeldet seien sie aber als Selbstständige.

Bei Angestellten-Verhältnissen muss der Clubbetreiber entsprechende Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Da dies nicht geschehen sei, sei dem Staat ein Schaden von 1,4 Millionen Euro entstanden, sagt der Oberstaatsanwalt. Verdächtigt werden insgesamt vier Beschultigte. Ein Geschäftsführer und drei Männer, die als Geschäftsführer vor Ort in Selm, Hannover und Osnabrück fungierten. Einer der Beschuldigten ist in Selm an der Adresse des Clubs gemeldet.

Die Durchsuchung des Zolls dauerte am Abend noch an.

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