Präsenzangebote wie Klettern sind derzeit in der Waldschule nicht möglich. Die Coronakrise lässt das nicht zu. © Waldschule
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Die Waldschule Cappenberg, Corona und die Sehnsucht nach der Natur

Die Coronakrise legt so manches Angebot lahm. Zum Beispiel auch die Angebote der Waldschule Cappenberg. Was irgendwie kurios ist.

Die Waldschule Cappenberg definiert sich und ihre Arbeit zum großen Teil dadurch, dass ihre Angebot draußen in der Natur laufen. Also dort, wo eine Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus aus Laiensicht geringer ist als in Räumen. Und doch dürfen Kurse und weitere Veranstaltungen, die die beliebte Einrichtung anbietet, derzeit nicht laufen. Was macht das mit den Kreativen aus dem Waldschulteam?

„Wir versuchen zurzeit, die Waldschule durch die Zeit zu tragen.“

Martina Schmidt von Boeselager, Leiterin der Waldschule Cappenberg

Wir erreichen die Chefin der Waldschule Cappenberg, Martina Schmidt von Boeselager, im Homeoffice. Wie so viele Menschen in diesen Zeiten des Abstandhaltens. Aber eigentlich müsste sie doch Frust schieben, oder? „Uns geht es eigentlich gut“, sagt die Umweltpädagogin. „Wir versuchen zurzeit, die Waldschule durch die Zeit zu tragen.“ Das heißt? „Wir hatten zwischen dem ersten und dem zweiten Lockdown eine wahnsinnige Nachfrage und hatten alle Angebote wieder hochgefahren“, berichtet sie. „Die Menschen hatten ja ein riesiges Bedürfnis nach solchen Angeboten. Mit dem zweiten Lockdown durften wir dann nicht mehr arbeiten, und das hat uns große finanzielle Schwierigkeiten gebracht.“ Denn für viele Veranstaltungen musste die Waldschule das von den Teilnehmern eingezahlte Geld wieder auszahlen. „Das war ein Salto rückwärts“, beschreibt es die Waldschulleiterin.

Sind solche Einnahmeausfälle irgendwie zu kompensieren? „Ich gucke gerade, ob wir die November-Coronahilfe bekommen können“, sagt sie. „Und Gott sei Dank sind uns Spenden zugeflossen.“

Auf ein Minimum geschrumpft

So gut die Waldschule den ersten Lockdown auch durch Geld aus der Coronahilfe überstanden habe, so hart treffe es sie jetzt mit dem zweiten Lockdown: Keine Kurse mehr im Wald und rund um die Waldschule. Sie und eine weitere Mitarbeiterin werden Kurzarbeit beantragen.

Infos und Kontakt:

  • Für das neue Programm sind Anmeldungen noch nicht möglich. Aber die Waldschule stellt auch Gutscheine aus, die man dann einlösen kann, wenn es wieder richtig mit Präsenzangeboten los geht in der Waldschule Cappenberg. Kontakt: Tel. (02306) 53541; E-Mail: info@WaldschuleCappenberg.de
  • www.waldschulecappenberg.de
  • Wer die Waldschule Cappenberg unterstützen möchte, kann Geld spenden.
  • Die Konten: Sparkasse an der Lippe: IBAN: DE49 4415 2370 0015 0907 80. Volksbank Selm-Bork eG: IBAN: DE22 4016 5366 0141 7158 00.

„Wir schrumpfen uns im Moment auf ein Minimum“, sagt Martina Schmidt von Boeselager, „haben aber auch das Programm für das nächster Jahr fertig, so dass wir im nächsten Jahr wieder loslegen können“.

Das sei die Hoffnung. Onlineangebote gebe es nur am Standort Haus Opherdicke. Nämlich eine Handy-Rallye, bei der Kinder rund um das Haus Opherdicke quasi eine Schnitzeljagd, per Handy geführt, absolvieren. Andere Onlineangebote in Sicht? „Wir verstehen uns ja als Fachleute für originale Naturerfahrung“, antwortet die Umweltpädagogin. „Wir warten eigentlich dringlich auf die Zeit, wo es wieder losgehen kann. Weil die Menschen auch parat stehen. Die wollen nach draußen. Und sobald das wieder geht, ist einfach eine riesige Nachfrage da, wie zum Beispiel nach Kindergeburtstagen.“

Bei Bedarf in die Schmiede ausweichen

Kann die Waldschule ihre Angebote für das kommende Jahr auf irgendeine Art und Weise an die Coronapandemie anpassen? „In den Räumen der Waldschule selbst können wir nicht coronagerecht arbeiten. Wir haben jetzt unsere Veranstaltungen schon so organisiert, dass sie von den Teilnehmern her begrenzter sind und wir in die Schmiede auf dem Gelände der Waldschule ausweichen.“

Die Schmiede wird einer der Orte sein, in denen Präsenzangebote coronagerecht möglich sind, wenn es dann wieder losgeht, sagt Waldschulchefin Martina Schmidt von Boeselager.
Die Schmiede wird einer der Orte sein, in denen Präsenzangebote coronagerecht möglich sind, wenn es dann wieder losgeht, sagt Waldschulchefin Martina Schmidt von Boeselager. © Arndt Brede © Arndt Brede

So ganz ohne Präsenzangebote ist die Waldschule aber dann doch nicht: „Das einzige, das wir machen dürfen, ist, dass wir mit unserem Angebot ,Waldschule vor Ort‘ Veranstaltungen in den Schulen machen zum Beispiel zum Thema ,Faire Schokolade‘“, führt Martina Schmidt von Boeselager aus. Das sei aber nur möglich, weil die Schulen weiterhin geöffnet haben und externe Veranstalter einladen dürfen.

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Redaktion Selm
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Arndt Brede

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