Diskussion zur Hundesteuer in Selm verschoben

Protestgruppe verärgert

Im Finanzausschuss haben die Politiker das Thema Hundesteuer verschoben – ohne Diskussion. In zwei Tagen steht es erneut auf der Tagesordnung. Dieses Mal im Rat. Die Gegner der Erhöhung hoffen nun, dass wenigstens über die leicht geänderte Satzung diskutiert wird.

SELM

, 12.12.2016, 15:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eindrücke vom Sonntag beim Weihnachtsmarkt am Schloss Cappenberg.

Eindrücke vom Sonntag beim Weihnachtsmarkt am Schloss Cappenberg.

Rund ein Jahr nach der Steuererhöhung für Hundehalter und nachdem die Gegner vor einer Ratssitzung dagegen protestiert hatten, liegt dem Rat nun ein Vorschlag vor, der in einigen Punkten den Hundesteuergegnern entgegenkommt. So soll etwa die Steuer für Halter von einem Hund wieder um vier Euro pro Jahr sinken.

Erleichterungen plant die Verwaltung in dem Entwurf auch für Selmer, die einen Hund aus dem Kreistierheim aufgenommen haben, oder eine offizielle Pflegestelle haben. Sie sollen für maximal ein Jahr von der Hundesteuer befreit werden. Bei Haltern von zwei und mehr Hunden bleibt es beim 2016 erhöhten Steuersatz und auch der Aufschlag für sogenannte gefährliche Hunde, die auf der Liste stehen, bleibt gleich.

Protestgruppe ist verärgert über die Verschiebung

Dieser Entwurf lag in der vergangenen Woche dem Finanzausschuss vor, doch darüber diskutieren wollten die Mitglieder nicht. Sie schoben das Thema ohne weitere Aussprache oder Austausch von Argumenten auf den Rat. Der tagt am Donnerstag, 15. Dezember, um 17 Uhr öffentlich in der Burg Botzlar.

 

Katja Overtheil, Sprecherin der Protestgruppe, war enttäuscht über die Verschiebung einer Diskussion. „Wir hängen jetzt völlig in der Luft“, sagt sie. „Das Geld ist im Haushalt verplant, das ist uns auch bewusst“, sagt Overtheil. Die Gruppe hatte aber gehofft, dass die Mehreinnahmen durch die gestiegene Anzahl an Hunden in Steuererleichterungen fließen könnten. 

Gruppe will einkommensschwache Hundehalter entlasten

Die Gruppe hatte in einem Gespräch mit der Verwaltung noch weitere Vorschläge gemacht, etwa ältere und einkommensschwache Hundehalter zu entlasten, und war enttäuscht, dass nur wenig davon in den Entwurf der Verwaltung Eingang gefunden hat.

Nun hofft Katja Overtheil, dass der Rat mehr Interesse zeigt und die Politiker entscheiden. „Wenigstens für die Pflegehunde und Hunde aus dem Tierheim“, sagt Overtheil. Sonst wäre ein Jahr Gespräche, Demo und Diskussionen ohne Ergebnis geblieben. 

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