Doch Denkmalschutz? Alte Villen in Cappenberg werden erneut untersucht

mlzBorker Straße

Was passiert mit den Villen an der Borker Straße am Ortseingang in Cappenberg? Abgerissen werden können sie vorerst nicht, jetzt prüft der LWL erneut, ob sie unter Denkmalschutz gestellt werden.

Cappenberg

, 11.09.2020, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Besitzer würden die alten Villen an der Borker Straße 14 und 16 in Cappenberg gerne abreißen und dort 26 Doppelhaushälften bauen lassen, das ist bei der Ratssitzung Anfang Juli verkündet worden. Der Rat hat dem eine vorläufige Abfuhr erteilt und eine Veränderungssperre erlassen. Möglicherweise ist ein Abriss der Villen bald ganz vom Tisch - denn momentan wird erneut geprüft, ob die beiden Gebäude möglicherweise denkmalwürdig sind und unter Denkmalschutz gestellt werden müssen.

Das berichtet Malte Woesmann, Sprecher der Stadt Selm. Es handelt sich um eine „erneute Prüfung“, weil die Villen 1980 schon einmal untersucht wurden, damals habe aber der „Verlust denkmalwerter Bausubstanz“ gegen den Denkmalschutz gesprochen, so Woesmann. Jetzt also gucken die Fachleute noch einmal auf die Villen.

Kulturelles Erbe der Stadt

Das hatte sich unter anderen der Arbeitskreis Natur und Umwelt aus Lünen gewünscht, der den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadt Selm deshalb angeschrieben hatte. Es handele sich um Gebäude, die „das westliche Ortseingangsbild von Cappenberg prägen“, damit könnten sich die Bürger identifizieren. Beide Villen seien zwischen 1904 und 1906 gebaut und seien im „Landhaus-Stil des Jugendstils errichtet“. „Wir sollten dieses kulturelle Erbe (...) unbedingt erhalten“, schließt das Schreiben, in dem der Arbeitskreis offiziell die Prüfung beantragt. Der Verein sei zu so einer Antragstellung gar nicht berechtigt, sagt Malte Woesmann, das habe ein LWL-Mitarbeiter geäußert.

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Geprüft wird jetzt trotzdem, der nächste Termin steht schon an. Der LWL brauche eine „Fotodokumentation vom Inneren der Gebäude“ zur Bewertung, die Besichtigung mit den Eigentümern sei für Ende September vereinbart. Vorher werde es in Sachen Denkmalschutz keine Entscheidung geben.

Verpflichtungen und Kosten für die Besitzer

Prinzipiell würde sich auch der Heimatverein Cappenberg wünschen, dass die Villen unter Denkmalschutz gestellt würden, sagt Vorsitzender Heino Janssen. „Wir wollen ja, dass das Ortsbild erhalten bleibt.“ Als Privatmann sehe er aber, mit welchen Verpflichtungen und Kosten eine solche Entscheidung für die Besitzerinnen verbunden wären.

Die Verwaltung hatte dem Bauvorhaben - Abriss Villen, Neubau Doppelhaushälften - nicht zustimmen wollen, auch weil das mit dem geltenden Planungsrecht dort nicht rechtssicher beurteilt werden könne. Deswegen müsse eine Änderung des Bebauungsplanes her, um für den Bereich städtebauliche Ziele zu formulieren, hieß es in der Ratssitzung. Bis dahin gilt dann eben die Veränderungssperre, die einen Abriss in der Zwischenzeit verhindert.

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