Leiterin des Förderzentrums Nord

Doris Kraft ist tot: Selm verliert eine den Menschen zugewandte Pädagogin

Doris Kraft ist tot. Die Leiterin des Förderzentrums Nord starb im Alter von 58 Jahren. Sie war eine Frau, die dazu beigetragen hat, unzähligen Förderschülern den Weg in die Gesellschaft zu ebnen.
Doris Kraft ist tot. Mit ihr verliert Selm eine engagierte, den Menschen zugewandte Pädagogin. © Arndt Brede (A)

Die Nachricht vom Tod Doris Krafts bewegt viele Menschen. Sie war bekannt in Selm. Weil sie unzählige Förderschüler pädagogisch unterstützt hat, um ihren Weg im Leben zu finden.

Doris Kraft war seit 1994 Lehrerin für Sonderpädagogik. 2006 wurde sie Konrektorin an der Pestalozzischule – Förderschule der Stadt Selm, 2010 übernahm sie dort die Stelle der Rektorin. 2016 wurde die Pestalozzischule aufgelöst. Doris Kraft wurde am neu gegründeten Förderzentrum Nord – Förderschule des Kreises Unna in Lünen – Konrektorin. Im Jahr 2020 wurde sie dort Rektorin.

Selm – ihre Heimatstadt – verliert eine engagierte Pädagogin. Es ist vor allem die Art und Weise, wie sie Pädagogik verstanden hat, die fehlen wird.

Bürgermeister: Verlust für die Schullandschaft

Das drückt sich auch in der Stellungnahme des Selmer Bürgermeisters Thomas Orlowski zum Tod Doris Krafts aus: „Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Doris Kraft hat mich zutiefst getroffen. Frau Kraft hat sich als langjährige Schulleiterin der Pestalozzischule und zuletzt als Leiterin des Förderzentrums Nord in vorbildlicher Weise für die Belange der Selmer Schulgemeinde eingesetzt. Sie war nicht nur im Kollegium sondern auch in der Schülerschaft hoch angesehen und beliebt. Der Tod von Doris Kraft ist ein großer Verlust für die Schullandschaft in Selm sowie im Kreis Unna und natürlich noch mehr für ihre Familie. In diesen schweren Stunden bin ich mit den Gedanken bei ihrem Mann und ihren Kindern und spreche ihnen meine Anteilnahme aus.“

Wenn Doris Kraft den Abschlussschülern der Förderschule ihre Zeugnisse übergab, brauchte man nur in ihre Augen zu sehen, um zu begreifen, wie viel ihr diese jungen Menschen bedeutet haben. Diesen Kindern, die zu jungen Frauen und Männern reiften, einen Chance zu geben, das Leben zu meistern, das war ihr Anliegen. Das trieb sie an. Doris Kraft hat ihren Schülern Mut gemacht. Während einer Abschlussveranstaltung hat sie mal gesagt: „Setzt euch Ziele und macht euch auf den Weg. Lasst nicht locker, auch wenn es mal Rückschläge gibt. Hindernisse und Probleme wird es immer geben. Aber es sind keine Gemeinheiten, sondern die Herausforderungen des Lebens. In den Kämpfen, die das Leben abverlangt, lernen wir, uns zu bewegen und bewähren.“

Um diese Schüler zu stärken, hat sie sich stets als Mitglied des gesamten Teams gesehen. In aller Bescheidenheit hat sie sich dann an ihre Schüler gewendet und gesagt: „Ich hoffe, wir haben euch das nötige Rüstzeug mitgegeben.“

Das „Wir“ stand im Vordergrund

Das „Wir“ stand auch im Vordergrund, als Doris Kraft mit ihrem Team einen echten Einschnitt meistern musste. Den Umzug der städtischen Pestalozzi-Förderschule vom Pädagogenweg in die Räume der Erich-Kästner-Hauptschule in Bork. In die Räume, die später den Borker Standort des Förderzentrums Nord in Trägerschaft des Kreises Unna bildeten. Auch in diesem Fall hat Doris Kraft die Chancen des Umzugs in den Fokus gerückt: „Dadurch haben wir ganz neue Möglichkeiten, um unser Förderangebot auszubauen.“

Damit die Schule ein angemessener Ort wird, packten Lehrkräfte und Schüler mit an. Doris Kraft lobte vor allem auch die Schüler dafür: „Ihr habt dazu beigetragen, dass dieser neue Ort ein Ort zum Lernen, Leben und Wohlfühlen geworden ist.“ Und so ist es kein Wunder, dass Doris Kraft den Innenhof des Förderzentrums Nord am Standort in Bork als einen ihrer Lieblingsplätze bezeichnet hat.

Ihre letzte Ruhestätte hat sie auf dem Friedhof in Selm gefunden.

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