Drogen-Prozess: Selmer zu Haft verurteilt

Vor dem Landgericht Münster

Marihuana, Kokain und Amphetamin: Mit diesen Drogen haben vier Männer aus Selm und Umgebung in den vergangenen Jahren gehandelt. Am Mittwoch ging der Prozess gegen sie zu Ende - mit Haftstrafen und Auflagen, was die Drogensucht angeht.

SELM/LÜDINGHAUSEN/MÜNSTER

27.04.2016, 16:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Rechtsanwälte der beiden Hauptangeklagten, Stephan Rieper (l.) und Sascha Haring, sowie Staatsanwalt Matthias Thissen (r.) hatten schon nach Prozessbeginn einem Deal mit dem Gericht zugestimmt. Entsprechend lösten die Urteile keine große Überraschung mehr aus.

Die Rechtsanwälte der beiden Hauptangeklagten, Stephan Rieper (l.) und Sascha Haring, sowie Staatsanwalt Matthias Thissen (r.) hatten schon nach Prozessbeginn einem Deal mit dem Gericht zugestimmt. Entsprechend lösten die Urteile keine große Überraschung mehr aus.

Das Urteil im Rauschgift-Prozess am Landgericht Münster gegen vier Männer aus Lüdinghausen, Selm, Rietberg und Sendenhorst ist am Mittwoch gefallen. Für den 27-jährigen Selmer lautete es: dreieinhalb Jahre Haft und Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Auf ihn kommen weitere Strafen aus Prozessen in Dortmund und Detmold zu.

Der 49-jährige Lüdinghausener muss fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Eine stationäre Therapie ordnete die 3. Große Strafkammer für ihn nicht an, weil er nicht drogenabhängig sei. Die beiden anderen Angeklagten bekamen jeweils zwei Jahre auf Bewährung. Der Rietberger muss seine laufende Drogentherapie zu Ende bringen.

Warum sind die Urteile so milde ausgefallen?

Die Männer hatten von 2012 bis 2015 in großem Umfang mit Amphetamin, Marihuana und Kokain gehandelt. Weil sie alle geständig waren, so der vorsitzende Richter Dr. Jochen Dyhr, seien die Strafen milde ausgefallen. Für die bislang unbescholtenen Männer aus Rietberg und Sendenhorst seien sogar Bewährungsstrafen möglich gewesen, da sie schon vor dem Prozess umfangreich zur Aufklärung der Taten beigetragen hatten. Dies träfe auf die mehrfach vorbestraften Angeklagten aus Selm und Lüdinghausen nicht zu, weil sie ihre Geständnisse erst im Hauptverfahren abgelegt hatten.

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Die meisten Drogenübergaben erfolgten laut Urteil in Selm, einige auch in Olfen. Das Gericht hält es auch für erwiesen, dass der Lüdinghausener mehrfach Amphetamin von einem Selmer Rocker bezog, ihn dabei einmal vor dessen Halle in der Nähe des Hellweg-Baumarktes traf.

Der andere Drogen-Prozess mit Selmer Beteiligung:

Der 46-jährige Rocker muss sich im Bandidos-Prozess verantworten, der ebenfalls von der 3. Großen Strafkammer geführt wird. Dort geht es für Stephan Rieper, Rechtsanwalt des am Mittwoch verurteilten Selmers, schon am Freitag weiter. Im Bandidos-Prozess verteidigt er den englischen Rocker, der unter anderem wegen des Raubüberfalls auf einen Südkirchener Dealer angeklagt ist.

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