Mildes Urteil

Drogenprozess: Verräterische Geruch wird Selmer (44) zum Verhängnis

Den richtig Riecher gehabt: Im Sommer kontrollierte die Lüner Polizei einen Mann aus Selm und wurde prompt fündig.
Muss das Sportgericht noch Recht sprechen? © picture-alliance/ dpa/dpaweb

In seiner Tasche hatte der 44-Jährige Selmer seinen Cannabis-Proviant deponiert. Nun saß er deshalb in Lünen auf der Anklagebank. Der verräterische Geruch, der aus dem Innern seines Rucksacks strömte, wurde dem 44-Jährigen am Mittag des 1. Juli im Bereich des Zentralen Omnibusbahnhofs zum Verhängnis.

Die Beamten wussten sofort, was der Selmer da mit sich trug. Und die kleinen Mengen Haschisch und Marihuana bescherten ihm, der bereits mehrfach und einschlägig in Erscheinung getreten war, ein Verfahren wegen unerlaubten Drogenbesitzes.

Angeklagter räumt Drogenbesitz ein

„Ja, ich habe das besessen“, räumte er nun unumwunden ein und fügte hinzu, dass er zwar betrunken gewesen sei, aber noch wisse, dass er „das Zeug“ in der Tasche gehabt habe. Ähnlich offen äußerte er sich zu seinem Konsum. Nach langer Heroinsucht werde er nun seit einigen Jahren substituiert. Und wenn der Suchtdruck zu hoch werde, greife er halt ab und zu zum Cannabis.

Seine Ehrlichkeit und die geringen Mengen standen letztlich seinen Vorstrafen gegenüber. Das Gericht beließ es in dem Fall bei 300 Euro Geldstrafe, die der 44-Jährige mit Blick auf seine finanziell eher beengten Verhältnisse auch in Sozialstunden umwandeln lassen kann.

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