Durst? Darum gibt es bei diesen Selmer Geschäften kostenlos etwas zu trinken

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Gut für die Umwelt und nett für Passanten: In einigen Selmer Geschäften kann sich jetzt jeder kostenlos seine Trinkflasche auffüllen lassen. Ein blauer Aufkleber zeigt, wo es Wasser gibt.

Selm

, 26.10.2019, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen die Flut an Plastikmüll und gegen den Durst: Ein blauer Aufkleber an der Eingangstür zeigt in Selm seit einigen Tagen, wo der Geschäftsinhaber Umweltschutz mit Service verbindet. Refill (deutsch: nachfüllen) heißt das Projekt, das es deutschlandweit und nun eben auch in Selm gibt.

Blauer Aufkleber soll Hemmschwelle senken

Die Idee kommt vom Klimatreff Selm. Dort hatte die Klimaschutzmanagerin der Stadt Schwerte, die in Selm wohnt, die Idee vorgestellt. In Schwerte läuft das Projekt Refill schon seit über einem Jahr. In Selm haben sich schnell die ersten sechs Nachfüll-Stationen gefunden, erzählt Jeannine Tembaak vom Klimatreff Selm. „Eigentlich ist es ja eine Selbstverständlichkeit, dass man als Geschäftsbetreiber mal ein Glas Wasser abgibt, aber so ist die Hemmschwelle niedriger, danach zu fragen.“

Durst? Darum gibt es bei diesen Selmer Geschäften kostenlos etwas zu trinken

An Geschäften mit diesem Aufkleber an der Eingangstür gibt es kostenlos Trinkwasser. In Selm machen die ersten Gewerbetreibenden mit. © Jessica Hauck

Ein blauer Refill-Aufkleber pappt seit etwa einer Woche auch an der Eingangstür der Geschäfte Knümann und Mondeule an der Ludgeristraße. Noch sei leider niemand vorbeigekommen, der den Nachfüllservice nutzen wollte, sagt Betreiber Christian Reuter. Doch er würde sich freuen, wenn der Service auch genutzt würde. Ein Glas, eine Thermosflasche, Trinkflaschen oder auch eine leere Einwegflasche, die wieder benutzt wird - welches Gefäß mit Leitungswasser aufgefüllt werden soll, sei ihm dabei egal. „Im Prinzip ist alles möglich, es geht ums Wiederverwenden“, erklärt Tembaak.

Karte zeigt die Nachfüll-Stationen

Hauptsache, es würden weniger Einweg-Plastikflaschen gekauft, die nach dem Leeren dann im Müll landen, findet Jörg Wittemeier vom Klimatreff. Das Leitungswasser in Selm sei gut kontrolliert, die Qualität gut. Interessant sei das Projekt auch für Radfahrer oder Wanderer. Sie können sich vorab im Internet informieren, wo sie ihre Trinkflaschen unterwegs wieder auffüllen können. Eine Karte zeigt an, wo die etwa 4700 Refill-Stationen deutschlandweit liegen.

Für das Refill-Projekt hat Wittemeier bereits viele Geschäftsbetreiber angesprochen. Auch Arztpraxen, Steuerberater, jeder Laden mit Publikumsverkehr könne mitmachen. Sechs Geschäfte in Selm haben sich bereits angeschlossen (siehe Infobox).

Nachfüllstation am Skatepark

Birgit Piter, Inhaberin des Friseursalons Haardys am Sandforter Weg, wartet noch auf ihren blauen Aufkleber. Sie hat von der Aktion im Internet gelesen und wollte sich gleich beteiligen. „Wir haben gegenüber ja den Skatepark. Die Kinder können gerne hier vorbeikommen“, sagt Piter. Sie finde es gut, wenn die Jugendlichen animiert würden, ihre Plastikflaschen mehrfach zu benutzen. Nachfüllen statt Wegwerfen.

Das Refill-Projekt in Selm
  • Bislang machen sechs Geschäfte in Selm und Bork mit: Knümann, Ludgeristraße 94, Mondeule Kinder Second Hand, Ludgeristraße 94, Selmer Optik, Kreisstraße 50, Haardys Friseurteam, Sandforter Weg 7, Solawi-Lippeauen Bork, Waltroper Straße 140 und die Naturheilpraxis Kaim, Ludgeristraße 100.
  • Wer mitmachen möchte, kann sich an den Klimatreff Selm wenden.
  • Deutschlandweit gibt es laut Refill Deutschland rund 4700 Nachfüllstationen. Auf einer Karte kann jeder sehen, wo diese Stationen sind.
Mehr Infos unter www.klimatreff-selm.de
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